Seoul in Spring

Tja und dann bin ich direkt am ersten Freitag, den ich in Asien hatte, in den Flieger gestiegen, gen Seoul. Waren die ersten beiden Flüge nach Asien ziemlich anstrengend, weil extrem wackelig und mit nicht besonders freundlichem Personal ausgestattet, hat Korean Air alles wieder wettgemacht. Super chic, freundlich, geniales Essen und Service. Und, großes Plus: ruhige 2,5 h, in denen ich dann auch einen Teil meines Schlafdefizites ausgleichen konnte: Man kann so gut im Flugzeug schlafen. Einzig unschön waren die 30 Minuten Verspätung, die wir hatten – aber halb so wild dachte ich, ich habe ja immer noch genug Zeit und ich konnte am Horizont Nordkorea erahnen, was auch irgendwie ein Erlebnis ist. Genug Zeit? Denkste.

I used my first Friday in Taipei to jump on a plane to Seoul. As my first 2 flights to Asia were really exhausting, I didn’t look too forward to travel again but I have to admit, that Korean Airlines totally made that up. Super fancy (even economy class!), friendly, great food and service. And as the icing on the cake, it was a calm flight so I could catch some sleep finally. It can be so super nice to sleep on airplanes! The only jerky thing was that the flight was delayed for 30 minutes but I thought that was not so bad (hey I could imagine to see North Korea by plane which was both scary and fascinating) as I had enough time. Enough time? Nooope.

Wenn man nach Südkorea kommt, muss man zusätzlich zu einer Arrival Card (wer bist du, was machst du hier, wie lange willst du bleiben..) auch noch ein Zollformular (okay…) und eine Gesundheitsbestätigung (??) ausfüllen, beides gibt man ab und unterschreibt die Richtigkeit seiner Angaben. Die scheinen hier viel Wert darauf zu legen, wer wie mit was einreisen darf und ob man in den letzten drei Wochen unter Erbrechen litt oder einen Moskitostich abbekommen hat. So wirklich schaut da allerdings keiner drauf weil man den Zettel einfach nur abgibt. Ich hatte schon vorher recherchiert und mir einen Bus rausgesucht, der in 75 min direkt zur Haltestelle zwei Minuten von meiner Unterkunft weg durchfahren würde. Was ich allerdings nicht recherchiert habe, war der Seoul’sche freitags – Feierabendverkehr, der aus 75 Minuten mal eben 150 gemacht hat. Wäre alles kein Thema, hätte ich nicht geplant, mich mit meinen Kollegen zu treffen, die mich sogar extra von meiner Unterkunft abholen wollten. Das war dann aber alles nicht so kritisch, da sie selbst auch mit dem Auto unterwegs waren und für 11 km auch mal eben 1:40 h brauchten.

When you arrive in South Korea, you not only have to complete an arrival card (who are you, what are you going to do, how long are you going to stay…), but also a customs declaration (okay, been there, know that) and a confirmation of health (??). You sign all of these documents and hand them in; especially health seems very important like if you had a mosquito bite or were feeling unwell. But actually nobody looks closely as you just hand the documents in.. whatever. Luckily I did my homework on that and looked for a bus from the airport that will arrive near my hostel in about 75 minutes. I managed to find it but what I didn’t manage to predict was the Friday afternoon traffic. So – the bus just took 150 minutes instead of 75. That put me a bit into stress because I planned to meet some colleagues for dinner who wanted to pick me up from my hostel. But it turned out to be quite ok as they needed 1:40 h themselves for 11 kilometers. Lucky me.

Tja und dann war die Truppe fast am Verhungern und Verdursten und so kam ich in den Genuss von Korean BBQ (könnte mich nicht erinnern, schon mal so tolles Fleisch gegessen zu haben + krönender Abschluss rohes Rindfleisch, etwas wie Carpaccio, mit Birnenstreifen), die beliebte Bier-Soju-Kombination (Bier gemischt mit 15%igem neutralem Likör) und Asian Karaoke. Zwischendurch hat uns ein Kollege noch auf einen Aussichtspunkt gefahren und wenn sich die Lichter der Stadt unter einem auftun, ist das schon ein toller Anblick, insbesondere unter Einfluss von der besagten Bier-Soju-Mischung. Und beim Karaoke singen rast die Zeit und ich bin heiser, konnte aber mit einem meiner Lieblingssongs das Spiel für mich entscheiden – 100 von 100 Punkten für den guten alten Teen Spirit von Kurt (Cobain)! Meine Kollegen, stets sehr besorgt um die Sicherheit eines Mädels, die noch keine 30 ist und alleine unterwegs ist, haben mich noch zum Hostel gefahren (in Korea kann man Fahrer buchen, die einen im eigenem Auto heimfahren und sich dann selbst ein Taxi nehmen), was mich aber trotzdem nicht vor einem Beinahe-Unfall bewahrt hatte (wer rechnet damit, dass Motorroller nachts um 3 mit knapp 50 Sachen die Bordsteine entlang düsen?!).

As we needed so much more time unexpectedly, our group was starving and dying of thirst and this is why I was lucky enough to try Korean BBQ (I cannot remember having tried such good meat + in the end, we got carpaccio-like raw beef mixed with pear), the famous beer-soju combination (beer mixed with 15% neutral-tasting liquor) and Asian karaoke. In between, one of our colleagues drove us to a very nice viewpoint to see the amazing nightly lights of Seoul (especially after trying the described beer-soju-mixture). Singing karaoke, time flew by and my voice fainted but I was able to win the game with the good old Teen Spirit by Kurt (Cobain). YES. As my colleagues do worry a lot about a solo girl traveller, they had me driven to the hostel (in Korea, you can rent a driver instead of taxi who will drive you home in your own car and then takes a taxi himself) before going home themselves – but this didn’t protect me from a nearly accident: Who expects a motorcycle to be racing down the sidewalk at 3 am in the morning?!

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Seoul at night

Ich habe dann noch die Dusche ausprobieren müssen (das Klo duscht fröhlich mit, siehe Bild) und habe nach der Sicherstellung der Grundversorgung bei 7/11 meine Stadttour mittags am nächsten Tag gestartet. Mein Korean Friend Jake hat mich erst zum Food Markt geführt, wo ich die Gelegenheit bekam, koreanische Pfannkuchen aus Bohnen auszuprobieren. Wir haben fast zehn Minuten gewartet, bis zwei Plätze bei dem besten Hersteller des Marktes frei wurden. Anders als in Europa holt man sich hier nämlich nichts zum mitnehmen, sondern isst das – in lebendiger Atmosphäre – direkt am Stand. War echt lecker. Dann sind wir zu dem Changgyeonggung- Tempel gelaufen, einer der beiden Großen in Seoul. Eigentlich hatte ich aufgrund meiner Kamera den anderen Tempel präferiert (laut Internet mit Wasser-Panorama), aber dort in der Nähe fanden gerade die Demonstrationen gegen die gegenwärtige Präsidentin Park Geun-Hye statt und das wirkte mit abgesperrten Straßen und Massen an Polizisten dann doch zu herausfordernd (später erfuhr ich von Jake, dass an diesem Wochenende um die eine Millionen Menschen demonstriert hatten).

I simply had to try the shower in the night (the toilet happily joining the shower, see pic) and after securing my basic supply at 7/11 on the next day, I started my city tour at noon. My Korean friend Jake introduced me to a food market where I could try Korean pancakes made from beans. We had to wait for almost 10 minutes until we got 2 free spaces at the best pancake booth there. Different from Europe, you eat your food directly at the booth in the very vibrant atmosphere (no takeaways!) – was delicious. Then we went to the Changgyeonggung temple, a big one in Seoul. Actually I preferred the other once because of my camera (looked like it had some water around which will make great photos), but close to this one, there were demonstrations against their president ongoing. So the masses of police seemed a bit too challenging, therefore we went to the other one. Later, Jake told me that there were about 1 million people protesting at this weekend so this was a good choice.

Seoul tower war dann der nächste Anlaufpunkt und Busfahren ist in Korea auch nicht so einfach, man muss seine Ubahnkarte nämlich beim Ein- und Aussteigen scannen. Es piepst immer, selbst wenn es nicht erkannt wurde und man die Karte nochmal dran halten muss, diese Ansage versteht man allerdings nur wenn man Koreanisch kann. Im Tower haben wir erst den OLED Tunnel bestaunt und uns dann auf die wohl aussichtsreichste Starbucksterrasse Koreas gesetzt. Als die Sonne unterging, konnte man hier besonders tolle Fotos schießen – toller Blick von der Toilette aus inklusive. Letzter Stopp für einen langen Tag war ein koreanisches Restaurant mit entsprechendem Menü, aber tollem Essen. Ich muss sagen, insbesondere im Vergleich zu Taipei ist die Sache mit dem Essen hier deutlich schwieriger. Kann man kein Koreanisch, braucht man sich in viele Restaurants gar nicht erst reinzuwagen (vielleicht ist das auch meine Vorsichtsdenke…), während es in Taipei oft Menüs auf Englisch, Bilder vom Essen und englischsprachige Bedienungen gibt. Deshalb bin ich umso dankbarer, dass ich einen Local an der Seite hatte und wirklich tolles Essen probieren konnte.

Seoul Tower was the next stop and taking the bus is not that easy in Korea because you have to scan your subway card both when entering and leaving the bus. It always beeps even when it is not properly scanned, just with an additional remark in Korean. We enjoyed the OLED tunnel and then visited the Starbucks terrace with probably the best view all over Korea. Especially when the sun went down, I was able to shoot some nice pics – even the toilet window has a great view over the city! Last stop of a long day was a Korean restaurant with only a Korean menu but with amazing food! Especially compared to Taipei, the food supply is in Korea much more challenging if you are not able to communicate in Korean. In Taipei, lots of menus are in English or pictures which helps. But this is the reason why I so much appreciate Jake’s help in this great city.

Schließlich bin ich – nach einem fantastischen Mittagessen am nächsten Tag – nach Gangnam gewechselt. Hier hat die Firma, für die ich arbeite, ihr Office und entsprechend um die Ecke wurde ich untergebracht. Ich will nicht vorenthalten, dass ich zwischendurch mal einen „Zurück-in-die-Komfortzone-Stopp“ gebraucht habe und deshalb eine gute Stunde in Starbucks mit English Breakfast Tea investiert habe. Ein hoch auf globale Ketten!

Finally – after a great lunch on the next day – I moved to Gangnam where the company that I work for has its office. I have to admit that I needed a “back to the comfort zone” stop at Starbucks where I had some beloved English Breakfast tea. Cheers to global food chains!

Die letzten Tage in Seoul waren für mich Arbeiten im Korea-Office inklusive tollem Mittag- als auch Abendessen. Von der Freundlichkeit und den gastgeberischen Fähigkeiten dürfen sich die Deutschen wirklich mal eine Scheibe abschneiden. Wahrscheinlich vergisst man, wenn man selbst nicht so viel unterwegs ist, wie viel einfacher es ist, von einem Local etwas an die Hand genommen zu werden, insbesondere dann, wenn man die Sprache nicht kann. Ich für meinen Teil habe daraus gelernt und ich schätze wahnsinnig, was die Kollegen bzw. Locals für mich vor Ort geleistet haben. Und das betrifft nicht nur gemeinsame Mahlzeiten, sondern auch das Organisieren einer UBahn Karte (ungefragt!), das Begleiten zur Station und schließlich rauszufinden, wo und wann der Bus zum Flughafen fährt und wie man an das Ticket kommt.

The last days in Seoul were working in the Korea office including great lunch and dinners with my colleagues. Regarding hospitality and openness, Germans can really learn a lot here. Probably one forgets about the importance of having a local going somewhere with a guest, especially if there are language barriers. At least I definitely learned from that and I appreciate very much what Jake and my colleagues did for me. And this is not only regarding lunches and dinners but also about getting a subway card (I didn’t even ask for that), accompanying me to the subway station and to dig out where my bus leaved and where to buy the ticket.

Einzig wie genau die Toiletten funktionieren habe ich mich dann doch nicht getraut zu fragen, sondern gegoogelt. Und siehe einer an, selbst bei den ganzen Schaltern und Knöpfen gibt es fast immer eine ganz normale Spültaste. Weiterer Funfact: In koreanischen Restaurants, auch welche mit Kellnern, zahlt man nicht am Tisch (also nix mit Herr Ober, bitte zahlen), sondern man geht vor den Tresen und zahlt dort. Das führt bei Fremden zwischenzeitlich zur Verwirrung und sorgt bestimmt auch für den einen oder anderen Lacher, wenn man als Koreaner in Deutschland unterwegs ist. Außerdem ist es wirklich ratsam, immer etwas mehr Zeit einzuplanen, abhängig davon, über wie viele Fußgängerampeln man muss. Denn die sind gerne mal mehrere Minuten lang rot.

I just didn’t dare to ask how some toilets work (high-tech), I just googled and it turned out that they almost always have a usual button for this. Next fact: In Korean restaurants, you don’t pay at the table but take your bill rather to the counter. This led me to confusion and I am sure it leads to such when Koreans visit Germany. Also I can only recommend to plan a bit more time if you walk somewhere, especially if you intend to use pedestrian lights – they can make you wait for several minutes.

Und zu guter Letzt hatte ich nach ein paar sehr sonnigen Tagen bei milden 6-10 Grad natürlich wieder etwas Sonnenbrand. Hach ja, wie sollte es auch anders sein. Das war es definitiv wert. Seoul & seine Menschen waren wirklich gut zu mir.

Last but not least, after a few sunny days at 6-10 degrees, I gained a bit of sunburn as always. Yeah, what else. But this has been worth it for sure. Seoul & its people were so good to me.

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