Das Schild & ich

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Auch wenn sie prinzipiell äußerst nützlich sind, begegne ich den „nicht stören“ Schilder in Hotels grundsätzlich misstrauisch. Das mag zum einen den schlechten Erfahrungen geschuldet sein (übereifriges Personal, welches das Zimmer trotz des Schildes betritt – der absolute Worst Case und Sinnfeind eines jeden solchen eifrigen motivierten Gegenstandes) und zum anderen meiner Präferenz für individuell abschließbare Räume. Halte ich mich auch sonst nicht für den größten Sicherheitsfreak, ziehe ich eine eigenartige Beruhigung aus einem funktionierenden, verwendbaren Türschloss. Manche Hotels haben dahingehend aufgerüstet, dass keine Schilder mehr existieren sondern nur noch Knöpfe, die entsprechend gedrückt werden können und so per Anzeige dem Zimmerservice von außen klar gemacht wird, dass sie den Raum bitte nicht betreten – oder eben das Zimmer reinigen können –  gesehen in Gangnam in Seoul und in Tokyo Shinagawa Area. Nicht so im Marriott Courtyard in Shanghai, hier kommt immer noch das gute alte neongrüne Schild zum Einsatz. Immerhin ein hübsches Neongrün. Die Pointe dieses Textes ist nun nicht, dass ein verirrtes Zimmermädchen die Tür öffnet, während ich den Schlaf der Gerechten (oder Ungerechten?) schlafe, es ist vielmehr die suboptimale Konstruktion des erwähnten Schildes. Eigentlich sieht es aus wie jedes herkömmliche Schild zu diesem Zwecke, also war vielleicht einfach eine Fehlbedienung meinerseits die Ursache dieses Irrtums und damit auch dieses Textes, trotzdem: Jedes Mal, wenn ich das Schild draußen aufhing und dann die Tür öffnete, um es zu entfernen, landete es auf dem Boden. Und das war nun wirklich innerhalb von 10 Tagen mindestens jeden Tag zwei Mal der Fall. Eigentlich habe ich von mir selbst erwartet, das blöde Ding irgendwann einfach dort liegen zu lassen, aber das brachte ich nicht über mich, weil das Schild war grün und chic und konnte ja eigentlich gar nichts für die Fehlkonstruktion. Am vorletzten Tag hatte ich dann meine Technik perfektioniert: Den Rucksack für den Tag schon aufgesetzt, öffnete ich mit der rechten Hand die Tür um das herunterfallende Schild mit Links aufzufangen und es an den vorgesehenen Platz im Zimmer zu legen. Was ich nun damit sagen will ist mir selbst nicht ganz klar, aber das Schild und ich, wir haben uns ganz gut kennen gelernt in den 10 Tagen, die ich in diesem Zimmer verbrachte. Ich hätte ja die anderen Gäste fragen können, ob sie das selbe Problem hatten wie ich – aber davon habe ich Abstand genommen, schließlich war es nur ein Schild, dem ich grundsätzlich misstrauisch begegne.

 

 

 

The tag & me

Being quite useful in general, I am really suspicious of those “do not disturb” door tags in hotels. This might be the case due to bad experiences (overambitious room service staff who enters the room no matter what – worst case which leads the existence of this tag into nonsense) and related to my preference for lockable rooms. I don’t consider myself to be the security freak but I really love the feeling to be able to use a door lock. Some hotels decided to upgrade to just buttons that you can press to show the room service outside if they can enter a room or not (noticed in Gangnam, Seoul and Shinagawa Area, Tokyo). But this was certainly not the case in the Marriott Courtyard Hotel Shanghai where they still make use of the good old neon-green tag. At least a pretty neon colour. The joke in this text will not be that some room service staff opens the door while I am rightfully (?) asleep – I’m rather talking about the suboptimal construction of said tag. Basically looking like any tag to be used for this purpose it might have been my false handling causing the confusion which leads this text to be nonsense as well. Still: Everytime I used the tag to put it outside on my door and later opening the door to remove it, it just fell down on the ground. As I stayed for 10 days in this hotel and this happened at least twice a day, I expected myself to just leave the tag on the ground and let it go. But somehow I was not able to do that because it was green and fancy and was not to blame for this false construction. Two days before my departure, I finally managed to get around it: While already having my backpack for the day on my back, I opened the door with my right hand to catch the tag with my left hand. I am not quite sure what I actually want to express now, but this tag and me got to know each other a bit in those 10 days. I could have asked the other guests if they had the same issue as myself – but I decided not to do that because after all it was just a tag which I am generally suspicious of.

 

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