Cornwall oder Willkommen in der Realität

Versteht den Titel nicht falsch. Ich bin nach wie vor ein großer England-Fan und speziell Cornwall halte ich für ein wunderbares Urlaubsziel. Schon alleine die Tatsache, dass man kurze Bahnstrecken fahren kann mit der Prämisse „wenn du kein Ticket beim Einsteigen kaufen konntest, weil der Automat nur Ein-Pfund-Münzen nimmt, dann komm doch an deinem Ziel zum Tickethäuschen und kaufe es nachträglich“. Und das selbstverständlich komplett ohne Ticketkontrollen. Oder die Tatsache, dass sich einfach JEDER beim Verlassen eines Busses bei dem Busfahrer bedankt. Und sogar die Tatsache, dass auch Wanderwege und öffentliche Fußgängerrouten „umgeleitet“ werden, wenn temporäre Baustellen einen reibungslosen Fußmarsch unterbrechen würden. Ohne Umleitung geht es über jede Menge „private land“ und das nicht immer auf offensichtlichen Fußwegen. Ich musste tatsächlich mehrere Male Anwohner fragen, wo der Weg weitergeht weil es schwer zu erkennen war. foto

Während man in Deutschland lernt, dass man gefälligst von des Nachbarn Wiese und Grund wegzubleiben hat, ist es hier die größte Selbstverständlichkeit. Achtung: In Good old Germany hagelt es dafür wahrscheinlich nur empörte Worte, in den USA womöglich direkt Kugeln. Kleine aber dennoch feine Unterschiede, die auch einen „walk along the fields“ zu einem Abenteuer machen. Und ja, es geht dort an der Mauer hoch… die „Treppe“.

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Wenn ein Bus durch die Pampa fährt, dann hält der da, wo die Passagiere aussteigen wollen und manchmal stoppt er auch, wenn jemand winkt. Ob eine Bushaltestelle genau an dieser Stelle vorhanden ist – zweitrangig. Und dann springt auch die etwa 80jährige Dame auf die Straße, weil sie nach einer scharfen Kurve einsteigen möchte und dabei fast überfahren wird. Aber halt nur fast. Ein Bus, ich hatte extra die längere Route gewählt um mehr von der Landschaft zu sehen, hat auf einer engen Straße unvermittelt angehalten, genau vor der Einfahrt eines größeren Anwesens, einige Menschen standen im Hof. Nach etwa einer Minute riss sich eine der älteren Damen von der Konversation los und stieg mit einem etwa achtjährigen Jungen ein. Sie unterhielt sich kurz mit dem Busfahrer, der Junge setzte sich und schaute nicht mal auf, als die Dame den Bus wieder verließ. Er fuhr dann zur Endstation, also knappe 45 Minuten durch. Für mich war das stilvoller Frieden.

Was nicht ganz meinem Stilgefühl entsprach, waren außer den typischen einfach verglasten Fensterlösungen einmal mehr die Teppichbodenverlegerei. Keine meine Unterkünfte hatte Teppichboden im Bad, was vor 10 Jahren noch anders war und was ich somit als großen Fortschritt betrachte. Dafür verfügen sämtliche Restaurant-Pubs nach wie vor über diesen Bodenbelag, gerne in Dunkelrot. Fairerweise muss man sagen, dass man beim Betreten eines solchen Etablissements schon vorgewarnt wird, weil einem eine sehr starke Duftnote entgegenschlägt sobald man durch die Türen tritt. Klar, verstehe ich, schwer zu reinigen. Aber wieso tut ihr das, und das auch noch mit Vorbildfunktion für beispielsweise die USA, wo sich ganze Flughäfen mit dem zweifelhaften Bodenbelag arrangieren? Von den zwei Wasserhähnen, einer für eiskaltes und einer für heißes Wasser, will ich hier gar nicht erst sprechen, ich glaube, es wurde schon genug diskutiert und belächelt. Auf dieser Reise habe ich konsequent jeden Briten gefragt, wieso dem so ist und keiner wusste so wirklich eine Antwort darauf. Zwei Mal wurde der Verdacht geäußert, dass das früher wohl als „elegant“ („posh“, wobei ich dachte, dass das Wort eher negativ besetzt ist) angesehen wurde, einer der Befragten vermutet, dass das der einfachste Weg war, Wasserleitungen zu verlegen. Wie man die aber benutzt, ohne sich entweder die Pfoten abzufrieren oder zu verbrennen, konnte mir wirklich niemand sagen, noch nicht einmal einen Verdacht äußern. Keep calm and go on. Der gemeine Brite entwickelt da eine gewisse (gesunde) Gleichgültigkeit. (Und wenn ich sage gemein meine ich „der normale Brite“). Trotzdem möchte ich die ernst gemeinte Frage stellen: Wie kann ein Land, was die halbe Welt erobert hat, in manchen Aspekten so zurück sein? Irgendwie keine besonders positive Entwicklung. Aber ist vermutlich reine Ansichtssache.

Das andere größere Thema, über das ich hier berichten möchte, ist die Region an sich. Und damit meine ich nicht die Schönheit (Bilder folgen), die unglaubliche Freundlichkeit der Menschen (Beispiele folgen) und das wechselhafte Wetter (ein Axiom in England). Sondern dass das ländliche England überhaupt gar nicht wie London ist (nicht, dass ich das erwartet hätte). Denn Cornwall, so schön es auch sein mag, ist relativ arm. Verlässt man die absoluten Touri Städte (looking at you, St Ives) und die populären Ausflugsziele (Land’s End „Freizeitzentrum“; denke, die Bezeichnung kommt dem am nächsten) und setzt sich in Busse, die wirklich in verdammt noch mal jeder noch so engen Straße perfekt manövrieren können (Respekt!!!), bekommt man einen anderen Blickwinkel.

Klar, doppelt verglaste Fenster sind und bleiben natürlich die Ausnahme, aber es ist einfach vieles kaputt, steht leer oder ist ziemlich heruntergekommen. Was einst so schön erdacht und wahnsinnig würdevoll erbaut wurde, verliert Glanz und Gloria und sieht umso verlassener und trister aus. Dies in Kombination mit einem grauen Himmel kann schnell Fragezeichen auf die Gesichter der sonnenbrillentragenden Touristen zaubern. Ich denke der Trick ist, die Brille abzunehmen. Natürlich ist es eine sehr feine Sache, am Meer zu leben. Oder in der Nähe davon. Trotz oder gerade wegen des allumfassenden Nieselregens ist der Sand gelb-weiß, die Felder grün (keine Spur von verbranntem Gras wie in Deutschland diesen Sommer) und montags vormittags geht man surfen. Wer Kunst mag, kommt in St Ives voll auf seine Kosten (Tate Museum inklusive Aussicht aufs Meer mit einem Picasso und zahlreichen tollen Bildern, Skulpturengarten und viele kleine Galerien, die Kunstkurse anbieten, natürlich für den großen Geldbeutel).

Gefühlt besteht dieser Ort aber eben nur aus Touristen (gut, die Surfer sehen aus, als machen sie das schon eine Weile), was die Lage (Stränden von verschiedenen Seiten, direkt am South West Coast Path) und tolle kleine Cafés mit exzellentem Kuchen (Tipp: Butterscotch Cake im The Market Place) locker wieder wett macht.

 

Penzance hingegen kämpft nicht nur mit schlechterem Wetter (eine Woche lang Sonne in St Ives, grau in Penzance, vorbehaltlich der Möglichkeit, dass das nur Zufall war), sondern auch mit (nehme ich an) weniger Touris. Kommt man (zumindest im Oktober) auf die Idee, nach der Dämmerung sein B&B zu verlassen (so gegen 19 Uhr), findet man – nichts. Kaum noch Menschen auf der Straße, geöffnet haben nur noch einige Pubs und Supermärkte (Cafés schließen hier gerne um 16 Uhr oder allerspätestens um 17 Uhr. Und ich dachte, das wäre Tea Time!!). Locals erzählten mir, dass sich das im „richtigen Winter“, also im November und nach Weihnachten, noch mehr verstärkt und ich fragte mich, ob die Anzahl der Menschen auf den Straßen dann negativ sein würde. Falls dem so wäre, würde ich gerne wiederkommen und mir das anschauen.

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Trotzdem denke ich, dass ich jetzt diese ganze Brexit-Diskussion ein wenig besser nachvollziehen kann. Weg von „die dummen Briten“ hin zu „würde ich auch machen, wäre ich an ihrer Stelle.“ Eine Deutsche, die Jahre lang in der Nähe gelebt hat, brachte es treffend auf den Punkt: „Ich habe etwas Karriere gemacht und 50 Stunden die Woche gearbeitet. Aber alles, was ich mir leisten konnte, war eine Mietwohnung in der nicht ganz schlechtesten Lage und ein Auto. Ich war damit beschäftigt, über die Runden zu kommen. An Reisen war gar nicht zu denken. Ich habe existiert, aber nicht gelebt.“ Sie lebt heute wieder in Deutschland, reist viel und wohnt in Hamburgs Innenstadt. Die Spaltung der Gesellschaft scheint weit vorangeschritten. Der Mensch ist so veranlagt, dass er einen Grund für alles finden möchte und es ist nachvollziehbar, dass wenn so vielen Menschen in einer ähnlichen Situation sind, man nicht davon ausgeht, dass es am Individuum selbst liegt. Menschen wie die Brexit-Hardliner haben diese Sorge und Verwirrung über die finanzielle Situation ausgenutzt und die EU / Einwanderer als Auslöser postuliert. Und die Menschen haben ihnen geglaubt. Ich habe keinen meiner Hosts gefragt, wie sie zum Brexit stehen, immerhin ist das mein Urlaub und sie waren alle samt so freundlich, dass ich keine Diskussion starten wollte. Denn mittlerweile sehe ich die offensichtlichen Gründe und ich verstehe, dass die Macht daran, etwas zu ändern, beschränkt ist. Wenn dann scheinbar der „Ausweg“ geboten wird, kann man ihnen vorwerfen, dass sie ein vermeintlich besseres Leben wählen?

Ich bin immer noch Englandfan (und das beziehe ich bewusst nicht auf London – weil London nicht England ist!), und nächstes Jahr werde ich definitiv zurück kommen. Vielleicht nicht im Oktober, aber dafür sicherlich an einen der schönen Küstenabschnitte in Devon oder Dorset. Praktisch wäre ein Leih-Hund, denn in dieser Gegend gibt es gefühlt mehr Hunde als Kinder. Die Hunde sind meist sehr lieb, laufen in der Regel ohne Leine und kommen direkt neugierig auf einen zu (egal, was der Besitzer ihnen „befiehlt“). Ich persönlich mag Hunde prinzipiell schon, aber bin nicht der größte Fan davon, wenn man keine Wahl hat, ob man ihn streicheln möchte (keine Ahnung, wie oft meine Wanderhose angeschlabbert wurde). Aber da ein Hund schneller aufhört zu bellen als ein Kind zu schreien finde ich die Sache mit Hund statt Kind gar nicht so schlecht (zu meiner Verteidigung: schon mal im Bus gesessen, in dem ein Kind eine Stunde lang durchgeschrien hat? Da sind dann leider auch die teuren BOSE noise cancelling Kopfhörer chancenlos). Ich meine, ich verstehe dass Kinder wichtig sind für die Gesellschaft und so, keine Frage muss man da ab und zu auch mal Geschrei ertragen. Aber um Gottes Willen, liebe Eltern, eine Stunde lang?! Und sich dann wundern, wenn die Leute unfreundlich werden, über Kinder schimpfen und kinderfreie Hotels und Restaurants Hochkonjunktur haben? Klar braucht es Empathie gegenüber Kindern, aber alle anderen Menschen verlieren nicht einfach sämtliche Rechte, nur weil eine Mutter sich (weswegen auch immer) nicht dazu herablässt, ihr Kind zu beruhigen oder es wenigstens zu versuchen. Gegenseitige Rücksichtnahme ist ja wohl keine Einbahnstraße und niemand hat ein Problem mit einem Kind, was sich anständig verhält.

Der South West Coast Path wird immer eine ganz besondere Bedeutung für mich haben. Ich durfte den jetzt schon in sehr vielen Formen erleben, von der drei Meter breiten Strandpromenade über zwanzig Zentimeter breite gefräste Wege entlang den Klippen, über Treppen, Felsen, Brücken; durch Bäche, Schlamm, nur halbherzig gemähte Felder (es ist immer ratsam, lange Hosen und etwas für die Arme dabei zu haben), über Kuhweiden, Blumenwiesen und entlang Autostraßen. Trotzdem ist man nie weit weg von der Küste (und bekommt das mit ständigem Hoch und Runter auch zu spüren), kann die Wanderungen intensiv genießen (bei knapp 4 h für 8 km – und ich habe dabei noch viele Wanderer überholt…) und sollte wirklich schauen, wohin man seine Füße setzt (im besten Fall nur Kuhmist, im unschöneren Fall neben den Weg was einige Meter Fall bedeutet). Besonders spannend wird es nach dem Schild „Warning: unstable cliff“.

Im Oktober sind die Blumen rundherum abgeblüht, für Allergiker gut, für Blumenfreunde wie mich so semi-toll. Dafür lässt es sich größtenteils auch auf Insekten aller Art verzichten. Meine Lehre von dieser Wanderung: In Cornwall geht der SWCP extrem hoch und runter, hatte ich in anderen Gegenden (zB Torbay in Devon) nicht ganz so sehr. Trotzdem: Es geht immer weiter. Ist der Weg noch so steil und schwierig, er ist niemals so, dass man nicht weiter laufen kann. Ich gebe zu, wenn man an der Steilküste unterwegs ist und unerwarteterweise auf der Landseite ein sehr sehr tiefes Loch auftaucht und es damit also auf beiden Seiten zwanzig Meter in die Tiefe geht, wird einem schon mulmig. Das ist eine gute Gelegenheit, sich ein Herz zu fassen und weiter zu gehen, genau wie über die zahlreichen Treppenstufen, Mauern oder großen Felsen. Manchmal sieht man den Weg nicht direkt und muss erst suchen, wo es weiter geht. Fest steht nur: Es geht immer weiter. Der Trick ist, weiter zu laufen, auch wenn man skeptisch ist, keine Lust mehr hat oder schlicht und einfach ko ist. Die daraus erwachsene Zuversicht ist befreiend und vermittelt eine wunderbare Leichtigkeit und intensive Erholung (in meinem Fall). Nur sollte man halt echt keine Flipflop tragen, am besten immer ein paar Kekse einpacken und immer etwas mehr Zeit einkalkulieren (besagte 8 km seien in 1:54 h schaffbar, meinte google maps). Vielleicht war ich auch extrem langsam in meinen Turnschuhen, während viele andere in Wanderschuhen und mit Stöcken der Herausforderung begegneten. Es hat mich aber trotzdem niemand überholt.

Nun sitze ich in der Kaffeekette Costa Coffee, die ich sehr schätze. In London zieht es mich zwar immer eher zu Café Nero, aber hauptsächlich deswegen, weil ich bei meinem ersten Besuch dort eine Bonus Card bekommen habe und der sehr süße Verkäufer mir für ein Getränk sechs statt einem Stempel gab (bei 10 gibt’s einen Kaffee umsonst. Da habe ich schon einige von geschafft…). Natürlich ist auch bei Costa Coffee fast überall Teppichboden (aber zumindest nicht im Eingangsbereich à Fortschritt!), aber es ist das einzige Café, was bis 18 Uhr offen hat. Draußen sind es angenehme 17 Grad, während ich mich gerade bei gefühlten 12 Grad hoffentlich nicht tot friere. Klar, natürlich muss ein Café in einer Region in England, in der es im Sommer gewöhnlicherweise nicht wärmer als 25 Grad wird und keine Glasfronten hat, unbedingt eine super funktionierende, allzeit eingeschaltete Klimaanlage haben. Natürlich. Was habe ich mir gedacht. Und das führt mich zu meinem letzten Amusement, was ich kurz erzählen möchte: Kleidung. Mir war schon immer klar, dass die lieben Briten eher weniger als mehr anziehen. Ich habe vor einigen Jahren ein paar Monate in Nottingham (nähe Manchester) gearbeitet und da ging die gemeine Britin ausgiebig feiern. Zugegeben, es war August, aber nachts trotzdem bloß 12 Grad. Das Bild, was sich dem aufmerksamen Beobachter bot, war prinzipiell ähnlich: High Heels > 10 cm (von mir aus) mit Mädels, die darauf nicht laufen konnten (passiert, sehe ich ein). Aber dann eben ohne Strumpfhose im hautengen Minirock (sollen sie wegschauen, wenn es ihnen nicht gefällt, das sehe ich auch ein). Aber: Ohne Jacke (brrrrrrrrr!) – sonst müsste man womöglich ein Pfund für die Garderobe zahlen (Anmerkung: Ich habe gerade den Laptop im Café von dem Tisch auf meine Oberschenkel gestellt und genieße die leichte Wärme der Lüftung). Und hier, wenn ich auch nicht feiern gehe, bietet sich das gleiche Bild: Während Sarah mit (natürlich) langer Hose (ich habe außer meiner zippbaren Wanderhose gar keine kurze Hose / Rock oder Kleid mitgenommen), Pulli und ihrer Doppeljacke bekleidet ist, die meiste Zeit ihren Schal verwendet (ich reise niemals ohne Schal!) und zur Sicherheit noch eine Mütze (kurze Haare brauchen das manchmal) einstecken hat, bewegt sich der gemeine Brite oft mit knielanger Hose und T Shirt. Selbstverständlich ohne Jacke und gerne auch bauch- oder schulterfrei (oder beides) im weiblichen Falle. Zur ihrer Verteidigung tragen sie oft Baseball-Caps. Vielleicht ist das der Trick, weil man über den Kopf so viel Wärme verliert? Ich werde es nie erfahren, denn so werde ich mich hier sicherlich nicht bewegen. Mittlerweile ist meine Nasenspitze kalt und meinen Oberschenkeln hilft der Laptop auch nur noch bedingt. Aber was soll ich sagen – ich liebe England nun mal. Rule Britannia.

 

 

PS

Die letzten Tage hier werde ich am Meer verbringen, es folgt aber noch ein Highlight: Am Sonntag, 7.10., ist Doctor Who Premiere vom 13. Doktor (Achtung, Nerd-Alarm). Für Nicht-Fans: Doctor Who ist eine klassische britische Serie (produziert von der BBC seit 1963!!) in der ein „Timelord“ in der Zeit reist. Das bietet extrem viele Möglichkeiten (von Begegnungen mit Vincent Van Gogh, Agatha Christie und William Shakespeare bis hin zu spannenden Zukunftsszenarien bspw. in „New New York“ (ja, zwei Mal New) oder „Barcelona, dem Planeten“, Aliens, Kämpfe um das Universum, richtig toll geschriebene Feinde wie die Weeping Angels, Cybermen und Daleks, kurzum wunderbare Geschichten), bis die Hauptfigur „Der Doktor“ schließlich so schwer verletzt wird, dass er stirbt und „regeneriert“. Wenn das passiert, nimmt er eine neue Form an = anderer Schauspieler. Aufmerksame Leser erinnern sich an 13 – und ab Sonntag ist der Doktor nun zum ersten Mal eine Frau. Ich bin ohnehin der Überzeugung, dass es noch niemals so gut war am Leben zu sein wie jetzt – aber das gilt, so meine ich, unbedingt und vor allem für Frauen.

 

PSS – praktische Tipps

Unbedingt tun:

  • St Ives besuchen, vorzugsweise mit der Bahn von St Erth aus nach St Ives, Fahrt dauert nur etwa 15 Minuten aber ist ausgestattet mit absoluter „Vom-Hocker-Hau-Qualität“
  • Kein Essen an der Seafront, die Möwen können richtig unangenehm werden
  • Den South West Coast Path entlang wandern (von Poole bis Bude 600 Meilen Küstenwanderweg, die Auswahl ist also groß)
  • Mit Bussen fahren und gerne mal mit solchen, die länger brauchen. Man sieht tolle Landschaft und kann sich von den Künsten der Busfahrer beeindrucken lassen. Gegen die Scheibe schlagende Äste einfach ignorieren. Nicht vergessen, „thank you“ zu sagen, wenn man aussteigt
  • Preispolitik der Busse recherchieren: Ein Tagesticket kostet 12 Pfund, das für 6 Tage 25. Finde den Fehler (Handytickets funktionieren einwandfrei)
  • In St Ives das Tate Museum besuchen und im „The Market Place“ Kuchen essen
  • Cream Tea ausprobieren!!! ❤
  • Milch in den schwarzen Tee (English Breakfast) kippen. Ist unerwartet befriedigend und ersetzt energietechnisch gerne mal eine ganze Mahlzeit (gefühlt, nicht kalorientechnisch)

 

Sich gut überlegen:

  • Ein Auto zu mieten. Ich finde Linksverkehr sogar logischer als Rechtsverkehr (jo, ich bin halt komisch), aber die Straßen sind hier wahnsinnig eng und das Parken in den Städten ist extrem schwierig und wenn man Glück hat und man auf einem großen Parkplatz noch eine winzige Lücke findet, zahlt man mal eben 10-20 Pfund pro Tag
  • Chice statt bequeme Schuhe mitzunehmen. Auch die Orte sind sehr hügelig, es geht einfach immer hoch und runter, die Treppenstufen sind nicht gleichmäßig und man darf gerne mal durch Sand oder über Erde spazieren
  • Sehr günstige Unterkünfte buchen. Durch relativ niedrige Standards (besagte einfach verglaste Fenster, Teppichboden im Bad) kann man da schnell mal daneben greifen. Mein Tipp: Reviews anschauen, mit 70-100 € Nacht fürs DZ ist man meist gut dabei
  • Im Juli oder August kommen: Cornwall ist zur Hochsaison wohl wirklich anstrengend; ohne Tischreservierung abends geht da gar nichts, die Strände und der Coast Path müssen voll sein
  • Unterkünfte last minute buchen, insbesondere dann wenn man ohne Auto weniger flexibel ist, was die Lage betrifft. Selbst Anfang Oktober war St Ives recht voll und in Penzance ist es nicht anders.
  • Kalorien zählen – essenstechnisch ist man eher ungesund (aber meist lecker) unterwegs. Full English Breakfast, Fish and Chips und der wunderbare Cream Tea oder selbstgebackenen Kuchen, den es an jeder Ecke gibt.

 

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NZ: Routeburn-Regenwald

Meine Wandertage hier haben sich bisher eher auf kürzere Strecken und maximal einem Tag beschränkt, nach bis zu 7 Stunden draußen reicht es mir meist auch. Für den Routeburn Day Walk hatte ich allerdings mehr Zeit dank der etwas herausfordernden Anfahrt eingeplant – eine gute Idee. Zwar fuhr der Guide, aber diese Schotterstraße hätte mein kleines Auto auch nicht geschafft, oder zumindest nicht heile. Die knapp 1,5 h Anfahrt pro Strecke haben sich für die insgesamt knapp 8 Stunden laufen inkl. Mittagspause aber defintiv gelohnt. Plus: In dem Gebiet regnet es zwei Drittel des Jahres. Um also die realistische Erfahrung zu bekommen, waren wir dankbar, dass wir die ersten beiden Stunden im Regen laufen durften. Kurz bevor es ätzend wurde, hat es dann aufgeklart, die Sonne kam raus & wir griffen großzügig zu Sonnencreme.

Der Nachteil an geführten Wanderungen ist einfach, dass man sein Tempo nicht selbst bestimmen kann. Von Natur aus mache ich gerne Fotos und schaue mir auch Lichtverhältnisse oder Details der Pflanzen gerne mal genauer an. Unser Guide hat das leider anders gesehen; nach 10 Jahren Wanderungen in Neuseeland führen hatte der darüberhainaus auch ein deutlich anderes Fitnesslevel als die ab-und-zu-Wanderin-mit-Kamera. Trotzdem hat auch diese die 20 km Tagestour inkl. 500 Höhenmeter rauf und wieder runter geschafft – und blieb zumindest in Sichtweise des Guides. Gut, die letzten beiden Kilometer Schotterweg waren meine Füße der Meinung, dass Wandern komplett überbewertet ist (ein Königreich für ein Fahrrad!!!) und ich kam auch eine halbe Stunde später als der Rest an – ABER Ziel erreicht. Inklusive immergrünem Regenwald, Wasserfällen und atemberaubenden Ausblicke.

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So ganz am Rande wurden Diskussionen mit dem japanischen Guide über das Preisniveau von Queenstown geführt („teurer als Tokio!“), Lebensmittel-Shopping diskutiert („wir fahren alle paar Wochen in die nächste Stadt, die etwa 1,5 h Fahrzeit entfernt liegt, weil Lebensmittel dort 40% günstiger sind“), Angela-Merkel-Meinungen mit Australiern ausgetauscht („Sie macht das gut. Wir zahlen lieber die Strafen, als dass wir die Flüchtlinge in unser Land lassen“) und die Abwesenheit von Weihnachtsgefühlen erläutert („es ist kein Weihnachten, wenn es nicht kalt ist“ sagt der Japaner, ich stimme zu, der Australier schaut verwirrt).

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NZ: Sky and Sand

Listening to this ultimate relaxing song when typing these lines (just google „Sky and Sand“ if you don’t know it and you’ll just understand) while sitting inside to save my super sensitive skin from the aggressive sun outside. My biggest challange at the moment is realizing that is my vacation and I’m not doomed to full-day activies everyday, especially when jetlag is not done with me yet – but waking up at 5 am in the morning is really not that bad because the morning light is fabulous, starting hikes at 8 feels kind of „late“ … that does not happen to me when I’m working, that’s for sure!

Während ich diese Zeilen tippe, höre ich den erholsamsten Song überhaupt (google einfach „Sky and Sand“ falls du den nicht kennst und du wirst es verstehen) während ich im Motel sitze, um meine wahnsinnig empfindliche Haut vor der heißen Mittagssonne zu schützen. Meine größte Herausforderung gerade ist zu verstehen, dass es mein Urlaub ist und ich nicht jeden Tag von früh bis spät auf den Beinen sein muss (ganz besonders nicht in der sengenden Sonne), insbesondere unter Jetlag-Einfluss – aber es hat auch was, um 5 Uhr morgens aufzuwachen, weil das Licht wunderschön ist und Wanderungen um 8 Uhr früh zu starten, fühlt sich irgendwie „spät“ an… das passiert mir definitiv nicht, wenn ich arbeiten gehe!

Anyway, I met a nice girl from the US yesterday and we decided to take the ferry to one of the outlying islands to explore a bit. The ride took one hour and I had no idea that I could get seasick but until a few hours ago, I still felt like crushing through the waves. Arriving at Urapukapuka Island, it was well worth it. It felt like a lifetime ago that I have seen such crystal clear water. This is really where some people live and work. Thinking about my office and boring city gets me down so I just won’t do that. But I take the lesson that life doesn’t have to be solely work emails, daily routine and German annoyance. Just because we don’t know any other way yet doesn’t mean this is the only one. „Okay“ does not mean „great“ or „happy“ – only if we force ourselves to believe so.

Jedenfalls habe ich gestern ein nettes Mädel aus den USA kennen gelernt und wir haben eine Fähre zu einer der tausend Inseln hier genommen, um uns etwas umzusehen. Die Fahrt dauerte eine Stunde und ich hatte keine Ahnung, dass ich seekrank werde, aber bis vor ein paar Stunden hatte ich immer noch das Gefühl, ich würde auf der Fähre vor mich hin schaukeln (insbesondere nachts im Bett äußerst amüsant). Aber als wir auf der Insel Urapukapuka ankamen, hat sich das wirklich gelohnt. Es fühlt sich an, als wäre es ewig her, dass ich so kristallklares Wasser gesehen habe. Und hier arbeiten und leben wirklich Menschen! Wenn ich da an mein Büro und die langweilige Stadt denke, in der ich wohne, macht mich das fertig, also lasse ich es lieber bleiben. Aber ich nehme gerne die Lektion mit, dass das Leben nicht nur aus Arbeitsemails, Routine und dem deutschen Frust bestehen muss. Nur weil wir noch keine andere Lebensweise  kennen, heißt das nicht, dass das die einzige Art und Weise ist. „Okay“ heißt nicht „toll“ oder „glücklich“ – wir glauben das nur, weil wir uns selbst überzeugen, dass es wahr ist.

When I arrived 2 days ago, I hopped into the car, I got it running but I have to admit I was kind of scared. Being a lefty is no big issue but I needed to concentrate and keep out of the Kiwi speed. This is why today, although I didn’t really have to because I would be staying in Paihia another night, I got into the car and drove about 1,5 hours in total. I read about „rainbow waterfalls“ and a nice coastal hike but of course needed a car to get there (and this is why I actually rented one in the first place). And – it went really really well!! No problems at all with confusing the left side (always remember: „left side is right side and right side is suicide“ or my personal favourite „men go left because women are always right“) and I was even able to keep up with the Kiwi speed, partly at least. Success for me that I celebrated with connecting my phone to the car to listen to some music and celebrate life (everyone who knows me will understand how much I love connecting speeding and singing).

Als ich hier vor 2 Tagen angekommen bin, habe ich direkt das Auto geholt und bin klargekommen, muss aber zugeben, dass ich schon großen Respekt hatte. Alles links zu tun ist keine große Sache, aber man muss sich eben schon konzentrieren und vor allem, den rasenden Kiwis aus dem Weg gehen … oder eher fahren. Deswegen habe ich heute, obwohl ich es nicht musste, wieder das Auto genommen und bin insgesamt 1,5 Stunden gefahren. Ich hatte von „rainbow waterfalls“ gelesen und mich über einen netten Küstenwanderweg informiert aber brauchte natürlich das Auto, um dorthin zu kommen (gerade diese Flexibilität zu haben, war der Grund, nochmal ordentlich Geld in Mietwägen zu investieren). Und – es lief wirklich wirklich gut, viel besser als gedacht. Ich hatte keinerlei Probleme mit dem links halten (immer dran denken „left side is right side and right side is suicide“ oder mein Lieblingsspruch „men go left because women are always right“ (macht beides nur auf Englisch Sinn)). Teilweise konnte ich sogar mit den Kiwis hinsichtlich Geschwindigkeit mithalten, was ich direkt damit gefeiert habe, dass ich mein Handy mit dem Auto verbunden habe und Musik hören konnte. Wer mich kennt, weiß, dass ich wahnsinnig gerne Autofahren und singen verbinde (und wer mich nicht so gut kennt, weiß es jetzt).

So guys, I am still fine. If you ever get the chance – or even if not, then just take it and make it happen – come here. It will definitly change you for the better. And yes, it’s so worth the hassle, the long flights, the time to invest and the uncertainty. To be honest, sometimes it is utterly terrifying but you’re rewarded with a beauty you didn’t even know could exist.

Also Leute, es geht mir immer noch gut. Wenn ihr jemals die Chance bekommt, oder wenn auch nicht, dann nehmt sie euch einfach und tut es – besucht dieses wunderbare Land. Es verändert einen. Und ja, es ist es wert, die Reisezeit, das ganze Geld und die Zeit und die immer vorhandene Unsicherheit. Ehrlicherweise muss ich zugeben, manchmal macht mir dieser Trip unglaubliche Angst aber ich werde mit einer Schönheit belohnt, die ich dieser Welt und diesem Leben schon lange nicht mehr zugetraut habe.

 

 

NZ: Kia ora from the other side

After 2 days of flying around the world extensively, I finally arrived at my destination: Paihia, Northland, New Zealand. There are lots of new impressions to share, making it difficult for me to maintain a structure. It’s 5:30 am in the morning, I’m not yet done with jetlag but 12 hours after two ten-hour-flights doesn’t make it that hard. Sun is scheduled to rise in about 45 minutes and as I am only few hundred meters away from the stunning sea, I will probably use the confusion of my inner clock and get a few sunrise shots.

Nachdem ich 2 Tage lang ausgiebig um die Welt geflogen bin (gibt es eigentlich ein Ziel, was weiter von Deutschland weg sein könnte? Selbst Hawaii sind nur 12 Stunden und dann nochmal 6 Stunden Flug..), bin ich endlich am Ziel angekommen: Paihia im Northland Neuseelands. Ich könnte so viele Eindrücke teilen, totales Chaos in meinem Kopf. Es ist 5:30 früh am Morgen, der Jetlag ist immer noch da aber der Zeitunterschied von 12 Stunden nach zwei Zehn-Stunden-Flügen macht es nicht allzu schwer. Die Sonne geht bald auf und weil ich nur ein paar hundert Eter vm Meer weg bin, werde ich wahrscheinlich die Verwirrung meiner inneren Uhr nutzen und meine Kamera verwenden.

It really seems like paradise here: People are super friendly (got a detailed one to one introduction from the Hertz lady at the car rental – or maybe she noticed that I was completely jet-lagged when I wasn’t able to tell her my phone number in English and felt some sympathy… ) and if you take a domestic flight (like I did from Auckland to pretty Bay of Islands) then there is NO security. You just drop off your bags which hopefully will be xrayed but they don’t care about your hand luggage AT ALL. I love the small propeller planes where only about 80 people fit in (after A380 with 850 people… I mean, come on!) and you get a whole new flight experience (lasting 35 minutes – my shortest flight EVER but will be followed by a 20 minutes flight within the next days. Seems legit not to do the full security package for that actually).

Es fühlt sich wirklich wie das Paradies an: Die Menschen sind extrem freundlich (beispielsweise habe ich eine detaillierte Einführung zum Mietwagen von der Hertz-Dame erhalten – vielleicht hat sie auch gemerkt, dass ich ziemlich k.o. war, als ich meine Handynummer nicht auf Englisch zusammenbekommen habe und hatte Mitleid..) und wenn man innerhalb des Landes fliegt (wie ich von Auckland nach Bay if Islands) gibt es einfach keine Security. Man legt einfach sein Gepäck auf ein Band, was hoffentlich danach gescannt wird, aber das Handgepäck ist denen völlig EGAL. Ich liebe die kleinen Propellermaschinen, in die bloß 80 Leute passen (im Gegensatz zu dem Flug von Frankfurt nach Shanghai im A380, in den einfach mal 850 Passagiere passen… das ist echt Wahnsinn…) und man hat eine ganz andere Flugerfahrung (die bloß 35 Minuten dauert, mein kürzester Flug bisher. Macht eigentlich Sinn, dafür nicht das ganze Securitygedöns durchzuackern).

Aotearoa, which means New Zealand (basically „Country of the long white cloud“) in Maori language, was welcoming me living up to its name: With a long white cloud at sunrise. Stunning. How can something be so pretty? On my few hours layover in Shanghai I screwed the completely overcrowded lounge and got some dumplings and bubble milk tea. When I sat down to have it, I noticed that without being aware of it, I took the exact same way in the airport, finding myself at the same store when I was flying out of Shanghai to Tokyo, back in March this year after a great time in this vibrant city (shoutout to my lovely job that feels a world away by now – I reckon because it is).

Aotearoa, der Name Neuseelands in der Maori-Sprache, wörtlich übersetzt „Land der langen weißen Wolke“, hat mich entsprechend begrüßt: Mit einer langen weißen Wolke bei Sonnenaufgang. Wahnsinn. Wie kann etwas so schön sein? Auf meinem Zwischenstopp in Shanghai, der nur ein paar Stunden duerte, habe ich die ohnehin überfüllte Lounge links liegen gelassen und mir Dumplings und Bubble Tea geholt. Als ich mich im Restaurant niederließ, stellte ich fest, dass ich genau da saß, wo ich im März dieses Jahres, nach einem tollen Aufenthalt in Shanghai auf dem Weg nach Tokio, die Zeit bis zum Flug totgeschlagen hatte (Grüße an meinen wunderbaren Job, der sich anfühlt, als ob er eine Weltreise entfernt ist .. vermutlich weil er das ist. Auf Englisch klingt es irgendwie besser).

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Last one for today, I’m super proud of myself. I remember coming here in 2014, really avoiding to drive a car, let alone after 2 days of travel including 3 flights. But I did it. Got in, kept telling to myself „left, left, left, am I on the left side? Yeahhhhh I am! Why does it feel so natural? Because I am crazy… left, left, left…“ (yes, it works!) and just nailed it. Weird feeling when turning left (THAT CANNOT BE RIGHT!!! OH.. it is… okay… strike!), absolutely no chance of entering the roundabout the wrong way as too much traffic for that and stopping a few times at the left side of the road whenever I was interrupting some impatient Kiwi speeding down his „home circuit“). Hey, I am on the other side of the world without knowing any soul (solo travel rocks!) but – who would have guessed – I can do it. Lesson learned and this goes out to everyone: You’re so much stronger than you think & you can conquer your fear. For me, 1 of the 2 biggest fears on this adventure is done – the other is the skydive coming up in 2 weeks. Stay tuned and remember: You can and you will.

Letzter Absatz für heute, ich bin total stolz auf mich. Ich erinnere mich daran, wie ich hier 2014 her kam, es zunächst vermieden habe, Auto zu fahren und schon mal gar nicht direkt nach zwei Tagen Reisezeit und drei Flügen. Aber ich habe es getan: Ich habe die ganze Zeit vor mich hingemurmelt „links, links, links.. bin ich auf der linken Seite? Jaaaa bin ich! Wieso fühlt sich das so natürlich an? Wahrscheinlich weil ich verrückt bin… links, links, links…“ Es gab einen komischen Moment beim Links abbiegen (Das kann doch gar nicht richtig sein!! Oh Moment.. es ist richtig.. YEAH) und keine Möglichkeit, falsch herum in den KReisel reinzufahren weil doch ordentlich Verkehr war. Und natürlich habe ich ein paar mal links angehalten weil ich die ungeduldigen Kiwis, die ihre Hausstrecke entlang brausen, nicht länger als nötig aufhalten wollte. Oh man, ich bin auf der anderen Seite der Welt, ohne auch nur eine Menschenseele zu kennen (Alleinreisen ist toll!) – aber, wer hätte es gedacht – ich bekomme es hin. An alle, die das hier lesen: Du bist so viel stärker, als du denkst & du kannst deine Angst besiegen. Für mich ist nun 1 von 2 Haupt“ängsten“ auf diese Reise durch, Nummer 2 ist der Fallschirmsprung in zwei Wochen. Schau bald wieder rein und vergiss nicht: Du kannst und du wirst.

 

 

„Angsthase.“

Bis ich mich selbst als solcher bezeichne, habe ich üblicherweise eine längere Gedankenreise in Vorbereitung auf die eigentliche Reise hinter mir. 24-48 Stunden vor dem geplanten Abflug nimmt die Vorfreude in der Regel deutlich ab und es macht sich eine Wolke von negativen Gefühlen breit, hauptsächlich gespeist von der unvermeidbaren aufkommenden Unsicherheit, einem Maß voll „eigentlich ist es hier doch gar nicht so schlecht, wieso woanders hin gehen?“ und garniert mit der guten alten (leichten) Flugangst. Resultierend in „bin ich eigentlich bescheuert“ und unvermittelter Kurzatmigkeit wende ich dann oft die 10-Sekunden-Methode (noch 10 Sekunden länger durchhalten, das ist nicht lange, das ist zu schaffen, also bis 10 zählen und dann nochmal und nochmal…) an. Diese löst fast immer den nötigen Abstand aus, sodass ich mich selbst als „Angsthase“ wahrnehmen kann.  Es gibt für alles eine Lösung und ein Abschied ist zunächst temporär, da muss man gar nicht überdramatisieren und sich fühlen, als sehe man sein Büro zum allerletzten Mal oder dass sämtliche Menschen auch ohne einen zurechtkommen, weil jeder Mensch im Allgemeinen, und meine Person im Besonderen, ersetzbar ist. Dann kann man das fast schon als etwas Positives sehen, weniger Last auf den eigenen Schultern. Sicher bleibt dabei manches ungesagt, wodurch es aber nicht weniger wahr ist. Worte sind manchmal überbewertet, ich präferiere die Fragen. Und in solchen Situationen insbesondere zwei derer (Quote bei Erin Hanson): „What if I fall?“ „Oh, but darling, what if you fly?“ Und dann wieder … 1, 2, 3, 4, 5 …

Portugal – oder Humor ist, wenn man trotzdem lacht

Portugal – oder Humor ist, wenn man trotzdem lacht

Am 7. von 10 Urlaubstagen kam endlich der Moment, in dem sich all die Kosten und Mühen gelohnt haben. Kurz davor hatte ich mich noch bei einer Freundin via Whats App darüber ausgelassen, dass der normalerweise immer da ist, dieser Moment, manchmal unerwartet und manchmal total vorhersehbar, aber dass er immer kommt und dass ich mir dadurch sicher sein kann, dass das so richtig war. Ich hatte schon nicht mehr damit gerechnet, hatte ich mich zunächst in Porto ein paar Tage aufgehalten und war dann über Sintra nach Cascais gereist. Es war überall voll, laut, anstrengend und teilweise viel zu heiß. Und dann stand ich gestern im Küstenort Cascais an der Strandpromenade, sah auf den Ministrand hinunter, das Meer funkeln und die Menschen so vergnügt – und plötzlich war er da, der Moment. Plötzlich war die Energie wieder zurück, diejenige Energie, die mir so gefehlt hatte die letzten Tage, die mich dazu gebracht hat, mich zurückzuziehen, mich nach Hause zu wünschen und das Gefühl zu haben, ich komme mit der ganzen Situation nicht klar.

 

Portugal or just don’t lose it

On vacation day number 7 of 10, finally there was this one moment when all money and energy spent on the trip paid off. Just a few hours ago I complained to a friend via Whats App that usually this moment always comes up sooner or later; sometimes expected and sometimes as a big surprise. But it always comes sooner or later so I can be sure that the trip was worth as the hassle. Actually I didn’t expect it anymore to come up after spending a few days in Porto, Sintra and Cascais. Every city was crowded, noisy, challenging and far too hot (holy guacamole, almost 30 degree in October?!) But when looking out on the sea in Cascais with a view on the miniature beach, the sparkling waves and the relaxed yet happy people – and there it was, that one moment. Suddenly all the travelling and adventure energy came back to myself, lacking it in the past few days yet needed it so much.

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View on the Moorish Casle from Pena Palace

Ich habe bisher einmal einen Urlaub abgebrochen, bin nach ein paar Tagen rund um die Welt nach Hause geflogen, weil es einfach nicht mehr ging. Das ist nun sieben Jahre her, aber auch damals war ich schon am Ende meiner Kräfte, als ich dort landete und ich habe es nicht geschafft. Nun hätte ich nicht um die ganze Erde fliegen müssen, nur knappe 2000 km, aber ich kann sagen, dass ich es nicht einfach nur durchgehalten habe, sondern das Beste daraus gemacht habe. Manchmal läuft es eben nicht so wie man es gerne hätte, gerade dann wenn man alleine unterwegs ist, aber Zeit ist zu wertvoll, als dass man es sich leisten kann, sie damit zu verbringen, sich zu ärgern. Insbesondere wenn man im Urlaub ist. Oder, meiner Meinung nach der bessere Ausdruck, „auf Reisen“.

Up until now, I had decided to terminate one vacation before it ended once. After a few days, I lost faith and basically everything else, booked a flight around the world to get home. This was seven years ago by now, but I was also lacking all the energy I needed for a different country (and in this case, continent). This time, travelling half the world to get home earlier would not have been the case (just about 2000 km) but I can fondly say that not only I hold the line but I made the very best out of it as well. Sometimes it’s just not how you had expected it, especially when you’re travelling solo. But time is far too precious to “look back in anger” (or to be angry in that case). In particular when vacationing – or, using the more appropriate word, travelling.

 

Das war vermutlich das originäre Problem. Ich hatte mir eine Reise gebucht, hatte wohl aber einen Urlaub dringend nötiger. Meine erste Station, Porto, hat sich dann auch nicht durch besonders nette Menschen hervorgetan. Weder im Hostel („I could advise you the best supermarkets with cheap food, but it doesn’t matter, you’re German, you’re rich anyway“) noch im Restaurant, wo man uns Wasser in Rechnung stellte, was wir nicht bekommen hatten und der Pitcher Sangria plötzlich 10 € statt 7 € kostete. „Error on the menu“. Aha. Nach Diskussion wurde das dann wieder von der Rechnung genommen und wir hatten 5 € gespart. Fazit über Porto: Es ist die perfekte Stadt, um sich ordentlich zu betrinken und das auch noch gepflegt und stilvoll, weil man am Fluss Douro ein Wine Cellar nach dem anderen findet und ein Tasting mit 3 Portweinen (min. 19%), was bei knapp 30 Grad schon ordentlich reinhaut, gerade mal mit 7,50 € zu Buche schlägt. Ich hatte mich kurzfristig mit einem Mädel zum Portwein-Tasting getroffen und kam zumindest teilweise in den Genuss. Die Cellars schließen leider schon um 6, ab halb 6 ist kein Tasting mehr zu bekommen. Im Nachhinein war es besser so (und man kann schon um 10 Uhr morgens anfangen, ohne den Hauch eines schlechten Gewissens). Ansonsten würde ich die Stadt für Alleinreisende nur bedingt empfehlen; für ein Wochenende Portwein-Tasting zu zweit oder in einer Gruppe (kann man auch auf einem Schiff buchen) komme ich aber gerne wieder.

But this might have been the real issue: I booked a journey whereas I had actually needed a pure vacation. The first city I stayed in, Porto, did not shine via very gentle people: Neither in the hostel („I could advise you the best supermarkets with cheap food, but it doesn’t matter, you’re German, you’re rich anyway“) nor in the restaurant where we had been billed water that we didn’t have and the price for a pitcher of sangria magically rose from 7 € to 10 € from when we ordered it to we paid for it (“error on the menu” they said. Haha.) All in all, Porto is the perfect city to get totally drunk in style because there are so many wine cellars and prices are usually really good. You can have 3 port wines (at least 19%) for 7,50 €, doing a lot to your body at about 30 degrees outside. I did that with a fellow traveller which was really great. Unfortunately, they close at 6 pm whereas you cannot get any more wine at around 5:30 pm. Probably for the better as you can already start at 10 am without feeling bad about it. In my opinion, Porto is a great destination for a group travel or at least 2, but not necessarily for solo travellers.

 

Was dann den Reisenden auf der Zugfahrt nach Lissabon und weiter nach Sintra begleitet, ist, dass Portugal nicht das reichste Land der EU ist. Viele Häuser sind alt, kaputt oder renovierungsbedürftig, auch in den besten Lagen der Stadt. Das ist die Faszination Reisen, die einen nicht nur andere Länder, sondern auch sein Heimatland anders sehen lässt. Weniger romantisch vielleicht, realistischer auf jeden Fall. Nach den 5 Stunden Anreise ins Bergdorf Sintra freue ich mich über das tolle Preis-Leistungs-Verhältnis meiner exzellenten Unterkunft und überlege schon, ob ich den ganzen Tag im Bett verbringen soll. Dann hätte ich aber den grandiosen Pena-Palace und Gardens verpasst, war wirklich schade gewesen wäre. Praktischer Tipp: Unbedingt mit dem ersten Bus morgens hoch fahren, ansonsten droht die Gefahr, in Touristen zu ersticken (nicht laufen – es ist zwar nicht so wahnsinnig steil wie sie sagen, aber es gibt keine gescheiten Laufwege, sodass man sich um die schmalen Straßen mit Bussen und Autos prügeln muss).

When taking the railway to Lisbon and onward to Sintra, it becomes quite clear that Portugal is not the richest country in Europe. Lots of buildings actually need renovations more or less urgently. I think this is the enlightening part of travelling – you not only get to know another country or city, but you see your home country differently. Maybe this is less romantic to say but much more realistic at least. After a 5 hour travel to Sintra, I enjoy the excellent price-performance-ratio of my hostel and seriously consider to stay in bed the whole next day. But as I wanted to see the great Pena Palace and its gardens, I got up and about there. If you ever get there, make sure to get the first bus in the morning that goes up to the castle (don’t walk – it’s steep but the main problem is, that there are no dedicated ways. You literally have to walk on the narrow street where busses and cars go, and that’s so not fun!)

Weiter mit dem Bus nach Cascais (hier auch bekannt unter „Kaschkaaaaisch“) stelle ich fest, dass das portugiesische Bussystem auch für den unbedarften Ausländer recht einfach zu verstehen ist. Zumindest wo man die Busfahrpläne findet und dass man die Tickets direkt beim Fahrer kaufen kann. Bus 403 schaukelt sich einen zurecht, vielleicht hätte ich nicht hinten sitzen sollen. Die Aussicht auf Cabo de Roca vom Bus aus gefällt so sehr, dass ich am nächsten Tag nochmal dorthin aufbreche, ohne meinen gefühlt 40 Kilo wiegenden Rucksack (kann man einen 20 Liter Trekking Rucksack mit Klamotten, Ultrabook und DSRL Kamera so vollstopfen, dass er so schwer ist?!). Auch hier verlasse ich mich einmal mehr auf den ersten Bus des Tages und werde nicht enttäuscht. Bis auf eine frühe chinesische Reisegruppe, die mit ihren Sandalen dem Asphalt so nah wie möglich bleibt, habe ich die staubigen steinigen Wege und Aussichten derer für mich alleine. Das Thermometer zeigt recht schnell Richtung 30 Grad, sodass ich nicht allzu lange verweile und mir lieber noch ein paar faule Stunden in Cascais gönne. Im Ort gibt es außer Restaurants und Touri-Shops mit Ronaldo-Handtüchern nicht allzu viel zu sehen.

Onward with the bus to Cascais (known under its local name „Kaschkaaaaisch“) I realize that the Portuguese bus system is quite easy to handle also for foreigners. At least you can find the bus schedules pretty easy and as you can buy tickets directly in the bus, it’s simple. Bus 403 is rumbling its way through the crazy narrow streets so come to realize it was not the best option to sit in the back. The view on Cabo de Roca is so beautiful that I decide to return the next day without carrying what feels like my 40 kg backpack (can you actually back a 20 liters backpack so full of clothes, laptop and camera that it becomes THAT heavy???) One more time, I rely on the first bus of the day and I don’t get disappointed. Except of a Chinese tourist group who apparently do not favour to leave the asphalt on the main attraction wearing sandals, I got the dusty sandy ways along the sure to myself. The temperature rises quickly aiming at 30 degrees, so I don’t stay too long to have a few more lazy hours in Cascais. The city itself does not have too much to offer except of shops for tourist with towels where they put Ronaldos’ (CR7) face on it and a ton of restaurants.

 

Schließlich folgt der Aufbruch nach Lissabon, welche schon von der Bahn aus zu beeindrucken weiß. Kurz (oder lange) im Starbucks den nächsten Tag geplant (jaaa internationale Kaffeeketten kann man in Frage stellen, aber free wifi und einen Ort, sich mal gemütlich mit dem Laptop niederzulassen bei >30 Grad ist halt einfach verlockend) geht es dann ab ins Hostel. Man kann hier definitiv nirgends vor 15 Uhr sein Zimmer bekommen, aber das ist echt ok, es entschleunigt und gibt Zeit, sich mit seinen Gedanken und Laptop irgendwo (in dem Falle Patio des Hostels) niederzulassen. Ich mag es sehr gerne, wenn eine Stadt am Wasser liegt und so schöne verwinkelte Gassen hat. Versehentlich bekomme ich in einer Nicht-Touri-Gegend ein Frühstück mit Pastel de Nata und einem Milchkaffee für 2,10 €. Die gute alte Touri Tram 28 führt einen dann doch in ganz nette Ecken. Es fühlt sich an, als würde ich hier nochmal herkommen.

Finally I am heading towards Lisbon which impressed already when arriving at Oriente station via train. I stopped at Starbucks to use their free wifi to plan my remaining time (fair enough to question international coffee chains but they always provide a kind of safe refuge for the usually avid, yet lost solo traveller) before getting into my hostel. You cannot get your room anywhere before 3 pm but that’s ok, you’re travelling so you have a bit of spare time to deal with your thoughts / laptop. I really like when a city is close to water, may it be a river, lake or sea and when the streets are narrow and made of cobblestones. Accidentally I got great breakfast (Pastel de Nata and a coffee) in a very non-touristy area for 2,10 €. In Germany, you don’t even get a sole coffee for that price. The great ancient tourism tram nr 28 is heading to really lovely corners I must say. It feels like I will return to this city.

Dachte ich. Bis ich Bettwanzen in meinem sonst recht gemütlichen Hostel-Einzelzimmer gefunden habe. Die Hostelmitarbeiter haben Fotos gemacht, den Sachverhalt mit dem Manager gecheckt und ich bekomme mein Geld für beide Nächte wieder. Leider kommt „pesticide control“ innerhalb der nächsten 2 Stunden, die wahrscheinlich bestätigen, dass es Bettwanzen sind, was zur Folge hat, dass ich aus dem Zimmer ausziehen muss. Die ganze Stadt ist quasi ausgebucht, nur noch echt teure Unterkünfte übrig; das Hostel schlägt mir welche mit einem schlechten Rating oder ziemlich außerhalb vor. Die temporäre Obdachlosigkeit erscheint weniger erschreckend, als ich mich spontan für ein Upgrade entscheide und das gefühlt 5 Meter breite Bett im Radisson Blu Hotel für Purzelbäume nutze. Dabei lasse ich die letzten 10 Tage mit durchgelegenen Matratzen, lauten Parties bis in die Nacht und Gemeinschaftsbäder mit Haaren und Schimmel Revue passieren. Ich vermisse es. Nicht. Standesgemäß lasse ich mich dann im Taxi zum Bahnhof fahren und trete die Rückreise an; nicht ohne vorher einen ausgiebigen Stopp in der Star Alliances Lounge mit Portwein und Pastel de Nata eingelegt zu haben. Ah, la vie est trop belle.
Daran kann auch die Flugstornierung des Rückflugs, eine zusätzliche Nacht hier und viele Stunden Warterei / Schlafen in Sesseln nichts ändern.

At least I thought that. Until I discovered bedbugs and the blood they leave on the blankets in my apart-from-that-really-nice single hostel room. The staff took photos, called their manager and I got a full refund (I planned to stay for 2 nights and discovered that stuff after 1). Unfortunately, “pesticide control” is meant to arrive within the next 2 hours who will probably confirm that those insects are indeed bedbugs. As a consequence, I have to leave the hostel as they will spray the room and the hostel is fully booked, so are their partner hostels. The staff look up on booking.com and either recommend places with a very basic rating or far away from the city centre. My worry of the temporary homelessness fades away as I spontaneous decide to spoil myself and opt for the giant bed (great somersaults included) a Radisson Blu hotel. Doing that I remember the past 10 days with saggy beds, noisy party locations and shared bathrooms full of stranger’s hairs and mould, sometimes ants. I miss it. NOT. Befitting my new 4 star hotel status, I take a taxi to the train station to travel back to winter-Germany (fair enough, rather autumn…) including an extended stop in the Star Alliances lounge to have port and pastel de nata for the last time. Life’s amazing.
Not even a cancelled flight, one more night in Portugal and lots of hours spent waiting / sleeping in armchairs at the airport can change that.

PS: „Xenia, soll ich es dir aufschreiben?“ Pärchen neben mir bei Starbucks, wohl eher Oberbesserwisser und Schülerin, ruft mir die Vorteile des Alleinreisens wie auf Kommando in Erinnerung. Er verrät ein paar vielleicht nicht so öffentliche Details der deutschen Polizeiarbeit – gehe niemals, auch im Ausland nicht, davon aus, dass dich keiner versteht. Wahnsinn, wie Xenia das durchhält. Säße er mir gegenüber, hätte er schon längst meinen kalten Kaffee Latte im Gesicht, der dann auf das dem blütenweißen Puma T-Shirt tropfen würde. Die wohnen sogar zusammen (vielleicht doch Vater und Tochter?!) Halleluja. Der muss ansonsten ja einen ganz genialen Charakter haben. Er heißt Thomas. Das war ja klar. Sogar ich verspüre Erleichterung, als die beiden aufbrechen und die Schulstunde endet.

PS: „Xenia, do I really need to write it down for you?“ A German couple in Starbucks, whereas they appear more like teacher and student, is showing off all the benefits of solo travelling once more (as if I had asked for it). He mentions a few details about how the German police works that might not be meant to be spread in public – NEVER assume nobody understands you when being abroad. You never know who is sitting next to you! Amazing how Xenia pulls through that lesson. If he had been talking to me, I would have spilled the rest of my cold coffee latte right away in this face from where it would have ruined the perfectly white Puma shirt. Holy …, turns out they even live together! (Maybe father and daughter after all?!) He must have a great character apart from that… his name is Thomas. Of COURSE. I feel tremendously relived when the left and the lesson ended.

Lisbon (131)

PSS: Deutsches Paar, Anfang 40 vielleicht. Er zu ihr „das nimmst du sofort zurück!“ (Leider habe ich nicht gehört, was sie zurücknehmen soll). Sie, schaut eingeschnappt, läuft 5 Meter voraus, „einen Scheiß nehme ich zurück!“ Beziehung im Urlaub sorgt sicherlich für 1000%ige Erholung. Herrlich.

PSS: German couple in their early 40s. He yelling at her “you take that back right now!” (unfortunately I didn’t hear what she should take back). She, looking pissed, walks away about 5 meters when yelling back “I take back a f*!” Must be great to be on vacation with your beloved partner.

Taipei 1(01)

Die ersten Tage in Taipei vergingen wahnsinnig schnell und abgesehen davon, dass ich intensiv damit beschäftigt war, genug Schlaf abzugreifen, habe ich mich hauptsächlich darauf konzentriert, Orientierung zu schaffen und zu behalten. Was leichter gesagt ist als getan. Die Location, in der sich mein Apartment befindet, könnte besser nicht sein. Direkt an der MRT (Ubahn) Main Station, also im Zentrum des öffentlichen Nahverkehrs gelegen, besticht diese durch den unschlagbaren Vorteil, dass ich einfach nur in einen Aufzug steigen muss und mitten im Einkaufszentrum stehe (uuund ich sehe die Berge im Norden der Stadt). Dies lässt sich auch als „Starbucks-Vorteil“ beschreiben, denn ein sicherer Zufluchtsort im Rahmen eines amerikanischen Fast Food Kette (oder eher Fast Coffee Kette?) ist nie ganz von der Hand zu weisen und rettet an so manchen Abenden das „ich möchte bitte irgendwas hier verstehen“- Problem.

The first days in Taipei were rushing by and apart from trying hard to get enough rest, I mainly focused on gaining and keeping orientation. Which is much easier said than done. My apartments location could hardly be better: Next to MRT main station from where I can basically reach the whole west coast of this country, the great advantage is that I can just take the elevator to be in a huge shopping center (and I can see the mountains from my apartment!) This is also called “Starbucks-advantage” as this is a safe refuge in shape of an American fast food chain restaurant (or fast coffee chain?). This has occasionaly made up the “I want to understand anything” feeling.

Abgesehen davon ist die Nahrungsaufnahme dort natürlich nicht meine präferierte Wahl, denn Food Court des Shoppingcenters mit allen möglichen asiatischen und nicht-asiatischen Köstlichkeiten ist nur 3 Rolltreppen entfernt. Ich bin ein sehr großer Fan der „Buns“, was im Wesentlichen Teig mit Füllung ist. Hier ist die taiwanesische Küche aber durchaus kreativ, von Schwein, Rind oder die beliebten Seafood-Fleisch Kombinationen ist alles dabei, ab und an sogar eine vegetarische Variante. Bezüglich des Essens sind zwei wesentliche Eigenschaften hier sehr hinderlich: 1. Man mag / verträgt kein Seafood. 2. Man ist Vegetarier. Soweit ich das erkennen kann, würde mich das sehr stark einschränken. Eins der tollsten Restaurantketten, die ich jemals besucht habe, ist Din Tai Fung. Nur ein Wort: Dumplings. Frisch gemacht, inklusive wahnsinnig effizientem (Deutsche, ihr seid nicht immer auf Platz 1 in der Effizienzliste!) Nummern-ziehen-warten-System und Anleitung, wie man das denn nun isst. Absolutes Highlight: Trüffel-Dumplings und Seafood Wontons in scharfer Sauce. Und natürlich Tee und Wasser kostenlos, wie scheinbar in jedem asiatischen Restaurant (to be evaluated). Außerdem gibt es hier eine französische (zumindest vom Namen her) Bäckerei, die so tolle Dinge wie Kimchi-Bacon-Sandwiches und Eiersalat-Toasties verkauft. Und natürlich der ganze wunderbare Rest mit allen möglichen japanischen und taiwanesischen Spezialitäten. Verhungern ist hier faktisch nicht möglich, und sollte man einmal zu ungewöhnlichen Zeiten Nahrung benötigen, ist nur wenige Meter vom Starbucks entfernt ein 24/7 convenience store, der zum Glück auch ein sehr günstiger Wasserlieferant darstellt.

Despite that getting food at Starbucks is not my preferred choice in any country (also I am not into that sweet-milky stuff they call coffee), the malls food court happens to be just 3 escalators away. I am a big “bun” fan (not bunny!), which is actually dough with some meat filling inside. Taiwanese are creative regarding the filling, it can be pork, beef or – very popular – seafood-pork combination. Yummy! Regarding food, 2 things can and will keep you from trying the best stuff they have here: #1 You don’t like seafood. #2 You are a veggie. One of the best more local restaurant chains is Din Tai Fung. Just one word to say: Dumplings!!! So incredibly fresh, they are served in the probably most efficient way (get that, Germans!) I have ever seen (get a number, decide in the meantime what you order, wait to be called, hand your order to the waiter, be seated, be served with an introduction paper how to actually eat the dumplings in the right kind of way). The ultimate highlight: Truffle dumplings and seafood wontons in a spicy sauce. AMAZING. And of course, tea and water is for free as much as you like (seems to be like that in every Asian restaurant, to be further evaluated). Also, there is a French bakery (at least the name is French) which sells such fantastic stuff as kimchi-bacon-sandwiches and egg salad toasties. And of course the whole fantastic lot of Taiwanese and Japanese dishes. It’s impossible to starve here, even at night, there are convenience stores opened 24/7 which also sell cheap water. Perfect.

Nicht ganz ideal bisher ist das Wetter. An den ersten Tagen hier war es sonnig, was der absolute Wahnsinn war, als ich nach 20 Stunden Reisezeit und dem zwischenzeitlichen Transfer-Temperaturschock in Bangkok aus dem Flieger stieg und am Flughafen auf meinen Fahrer wartete. Ade Winter, dachte ich. Falsch. Anders als in Los Angeles, wo ich im Februar 2010 bei 25 Grad landete, hatte der vermeintliche Sommer hier leider keinen Bestand. Seit dem nun also faktisch Dauerregen, aber zumindest nicht kalt. Nun, man kann ja nicht alles haben. Glücklicherweise konnte ich als „Wetterflüchtling“ zwischendurch in Seoul Unterschlupf finden, nun bin ich aber für insgesamt 3 Wochen hier in Taipei und gewöhne mich so langsam daran, dass meine Wander-Wochenendpläne regelmäßig absaufen. Allerdings ist das durchtesten durch verschiedenes Essen auch eine nette Freizeitbeschäftigung und ich gehe hier so intensiv meinem Lieblingsjob nach, dass faktisch keine Zeit für größere Pläne bleibt, außer eben am Wochenende. Zumindest habe ich schon den botanischen Garten gesehen (sorry, aber wer die Parks in London, Sydney und Hong Kong kennt, ist davon nicht ganz so beeindruckt…die Briten / frühere Kolonien können das halt einfach besser) und eine witzige Stadttour mitgemacht.

What is not that perfect up to now, is the Taiwanese weather. On my first days, it was sunny and it was beyond fantastic when I got off the plane after the Bangkok-transfer-temperature-shock, waiting in the sun for my driver. Bybebye cold German winter I thought. Nope. Different to Los Angeles, where I once got off a plane in February 2010, the summer feeling did not stay for long. Since then, it has been raining basically the whole time but without being cold. Luckily, I could seek refuge in sunny Seoul for a few days in between. Now, I am here in Taipei for 3 weeks in total and I get used to having my hiking plans drowned every weekend. So I spend my time trying different kind of foods which is not the worst thing and I engage in my favourite job so much that I don’t have that much time to spend apart from weekends. At least I have seen the botanical gardens (sorry but if one happens to know the parks in London, Sydney, Hong Kong… is not that much impressed… as the British / former colonies are really good in parks) and I did a really funny city tour.

Ach ja, und ich habe Leute getroffen. Das ist wunderbare an einer Stadt wie dieser – es ist so einfach, sich mit Locals oder anderen Reisenden zu treffen. Sei es für ein gutes Essen, einfach nur die Stadt entdecken. Die Taiwanesen sind eines der freundlichsten, offensten Völkchen, die mir jemals begegnet sind und anders als in vielen anderen Ländern, habe ich das Gefühl, dass das echt ist. Und so kann man sich mal eben zum Mittag- oder Abendessen treffen. Hier sind so viele Alleinreisende unterwegs, dass ich mich sehr wohl fühle in der „Reisecommunity“, Menschen, die genau wie ich der Meinung sind, dass einen elementaren Unterschied zwischen „Einsamkeit“ und „alleine sein“ existiert und kein Problem damit haben, die Dinge zu tun, die sie machen wollen. Das aber gerne auch mal zu viert und so eine wirklich gute Zeit haben, gleichwohl wenn man des Chinesischen nicht mächtig ist (und es aufgrund der Intonationen nie sein wird). Aber als Zeichen des Respekts sollte man doch zumindest ein paar Worte kennen und sprechen, wie Ni hao (Hallo) oder Xiexie (Danke).

Auch Duibuqi (eine Form von Entschuldigung) und Ni hao ma (wie geht es dir?) ist theoretisch denkbar, könnte jedoch die Erwartungen der sprachlichen Fähigkeiten betreffend etwas zu hoch setzen. Ich fühle mich ab und an wie ein Kleinkind, wenn ich einfach gar nichts verstehe, die Waschmaschine beispielsweise nur chinesische Tasten hat und ich noch nicht mal die Anleitung auf einer Ramen-Suppe lesen kann (gut, heißes Wasser drauf, warten, fertig…) aber trotzdem. Ich durfte jedoch folgende Erfahrung in der besagten „französischen“ Bäckerei machen: Man nimmt sich dort ein Tablett, ein Papiercover und eine Zange (ähnlich wie die deutsche Backfactory) und geht dann Köstlichkeiten sammeln. Neben mir tat das eine ältere wahrscheinlich taiwanesische Frau ebenfalls und ich war an der Kasse zuerst dran. Mein Eindruck ist, dass die Kassierer, Verkäufer, Kellner etc. kein Englisch können (deshalb immer Restaurants mit Bildern vom Essen suchen, auf die man zeigen kann!), was in einer solchen Bäckerei aber ja kein Problem ist. Ich habe den angezeigten Betrag gezahlt (umgerechnet zwei Euro für drei super leckere Teile!) und habe mich mit einem Xiexie verabschiedet. Daraufhin dreht sich die ältere Frau zu mir, grinst und zeigt „Daumen hoch“. Made my day.

Oh yeah, and I met people. This is the great thing in a city like Taipei – it is so easy to get in touch with locals or other travellers. Meeting for trying different kinds of food or exploring the city is so fun and Taiwanese are among the genuinely friendliest people I have ever had the pleasure to meet up with. There are so many solo travellers here that I feel quite well in this “community”. They are people like me that there is a huge difference between “loneliness” and “solitude” so you can meet in groups but perfectly go your own way after that again. You can meet people despite the lack of Chinese language, however one should know a few words out of respect like ni hao (hello) or xiexie (thank you). Also, duibuqi (one expression for saying you’re sorry) and ni hao ma (how are you?) is in theory quite good to know but might raise the expectancy of your language level. I sometimes feel like a child not understanding anything like the washing machine in my apartment or how to do the instant soup I bought (okay, not too challenging, just add hot water, stir and wait a bit). Still I was lucky enough to experience the following in the French bakery: you take a tablet, cover and a tong (a bit like backfactory in Germany) and put whatever you want to buy on it. Right next to me was an elderly Taiwanese lady and I was first at the cashier. Don’t expect the cashier, waiter or anybody in shops to speak English (so therefore prefer restaurants with picture of the meals so you can just point on it) but in a bakery like this, it is not a problem. You just hand them the stuff you want to buy and pay what the display shows. This is what I did and finished with a xiexie. This was when the lady turned to my, smiling, showing thumbs up. Made my day.

Das Englischlevel ist hier wie gesagt nicht besonders fortgeschritten, was auch immer wieder zu Kommunikationsproblemen im Starbucks führt (hätte mir das einer vorher erzählt, ich hätte es nicht glauben wollen). Auch ist stets zu beachten, dass möglichst einfaches Englisch Anwendung finden sollte, also bitte nicht anfangen mit „Excuse me, would you mind, can I order beef noodle soup…“ sondern „I want beef noodles“ und parallel auf das Bild oder auf (wenn vorhanden) englischen Schriftzug zeigen – wenn der Verkäufer aussieht als hätte er verstanden, taktischerweise noch ein Xiexie dahinter platzieren und lächeln. Lächeln hilft immer. Nun könnte man ja theoretisch die Übersetzung seines Lieblingsessens auswendig lernen. Aber aufgrund der folgenden Anekdote, die mir ein Kollege erzählte, bleibe ich aber definitiv bei gebrochenem Englisch und auf-Bildchen-zeigen-System: Ein anderer europäischer Kollege hat intensiv die Sprache gelernt, sodass er sich einigermaßen verständigen konnte. Er ging in ein Restaurant mit dem Vorhaben, heiße Suppe zu bestellen. Das Wort dafür lautet (scheinbar) tang. Als er bestellt hatte, konnte er eine Diskussion zwischen den Kellnern beobachten, es dauerte zehn Minuten und er bekam eine Schüssel voll – Zucker. Denn wenn man tang nicht gleichbleibend ausspricht, sondern den Ton minimal verändert, heißt es – genau – Zucker. Wir alle lernen niemals aus. Vielleicht versuche ich es mal mit Koreanisch, das soll deutlich einfacher zu lernen und zu sprechen sein und diese Zeichen sehen so cool aus.

The level of English here as I described is rather basic. This leads to communication issues even in Starbucks (if someone had told me in advance, I wouldn’t have believed it). What I keep noticing is that you better stick to very simple English, so don’t go for the “Excuse me, would you mind, can I order beef noodle soup…“ rather than „I want beef noodles“ or just “beef noodles” and point at the picture or at the English menu entry if applicable. If the waiter looks like he got it, add a strategic xiexie and smile. Smiling always helps you. Remark: You will also notice this in my blog posts: As I am here, my English ability is constantly decreasing as I simplify it more and more and I am mainly talking to non-native English speakers. Actually I should enrol in an English course as soon as I am back home. Bascially, one could just memorize the names of the favourite dishes and tell them everytime one wants to order. But because of the following story, I decided not to go that way: A European colleague managed to learn Chinese quite well and could manage to communicate in this language. In a restaurant, he order what he thought was a bowl of hot soup. After ordering, the waiters started a discussion and finally served him a bowl of – sugar. Because if you don’t pronounce the word “tang” correctly with a flat tone, the meaning from “hot soup” changes to “sugar”. Never stop learning in this world and more important, never stop trying. Maybe I will learn some Korean as I was told there is no pronunciation issue and their characters look so cool.

Tempel und Night Market sind auch 2 Dinge, die nicht zu unterschätzen sind aber aufgrund der hohen Arbeitsauslastung und des schlechten Wetters habe ich ersteres erst einmal kurz gesehen und zweiteres noch gar nicht. Insbesondere auf die Night Markets sollte man sich bestenfalls mit Locals wagen, die dann die angebotene Essensauswahl erklären und bestellen können. Dies sowie die Wanderung auf einen Berg mit fantastischer Sicht über die Stadt und eine Endstation der Red Line (Tamsui) mit Starbucks (haha) mit Flussblick und Fort stehen definitiv noch auf meinem Plan. Vielleicht schaffe ich es nächstes Wochenende nach Kaohsiung in den sonnigen Süden (28 Grad und Sonne!), gefolgt von einem Trip nach Shanghai zu unserem Sales Meeting und einem anschließenden Trip nach Tokyo für Diskussionen mit den Kollegen. Danach habe ich erst mal eineinhalb Wochen Urlaub und Zeit, dieses wundervolle Fleckchen Erde näher zu erkunden, bevor ich ab Ostern nochmal 4 Wochen in Taipei tätig sein werde. Ist es nicht unglaublich, wie fragil die Zeit ist und wie Wasser durch die Finger rinnt, bei dem Versuch, sie zu greifen?

Temples and night market are two more things which I really want to do but due to the intense workload and the rain, I just saw a temple briefly and night market not yet at all. Especially for night markets, one should go with a local as they can explain and order the local food selection. Also my planned hike to elephant mountain with a view over Taipei and going to a terminal station Tamsui with a Starbucks (haha) by the river are definitely left on my schedule. I might make it to Kaohsiung which is in the sunny south of the island (28 degrees and sunshine! Yieeeeks!) followed by a trip to Shanghai for our team meeting. After that I will head to Tokyo for additional discussions with colleagues. When I am done with these countries, I have almost 2 weeks off which I will use to see a bit more of the pretty Formosa (Taiwan). Finally, I have just 4 weeks more left to work here. Isn’t it ridiculous how time flies by as soon as you try to get hold of it?

Ich gebe zu, manchmal ist es nicht einfach, sich länger als wenige Tage und ohne Dauerbetreuung einem solchen Land aufzuhalten. Hier zeigt sich die wahre Stärke eines Menschen und das wird sicher super-seltsam, wenn ich dann wieder in London bzw. Deutschland bin (auf dieses „ich verstehe wieder alles“ Gefühl freue ich mich jetzt schon!) Aber ich bin unendlich dankbar für diese und die kommenden Erfahrungen. Ich habe mehr Glück erleben dürfen, als ich verdient habe und ich bin wahnsinnig gespannt darauf, was noch kommt. Ich weiß nur eins: Ich werde, nach bestem Wissen und Gewissen, das Beste daraus machen.

Yes, sometimes it is a challenge to stay in such a country on one’s own and for quite a time. This is when the real strength shows off and I am sure it will be so strange when I am back in London or Germany (looking crazy forward to finally understand everything again!!!) But I am beyond thankful for all experiences in the past, present and future. I was and I am happier than I deserve to be and I am so excited so see what comes next. At least, I know that I will make the most out of it and do my very best to have a great time.

PS: Ich möchte hier noch kurz oberlehrerhaft zum Allgemeinwissen beitragen oder den geneigten Leser vor einem Kultur-Fettnäpfchen warnen: Taiwan ist NICHT Teil von China und es macht SEHR WOHL einen Unterschied ob jemand aus Taiwan oder China kommt. Insbesondere in der Konversation mit Taiwanesen, tut euch selbst einen Gefallen und bezeichnet Taiwan nicht als China oder sagt, dass es das selbe ist. Das ist quasi so, wie wenn man zu einem Deutschen sagt „Frankreich, Niederlande, Deutschland…. Alles das Selbe.“ Nope. Bitte beachten, sonst ist man direkt unten durch. Also China = People’s republic of China während Taiwan = Republic of China (oder Taiwan ROC).

By the way: I want to be a bit annoying here and carry out some educational mission: Taiwan is NOT a part of China and YES it makes a difference if someone is from China or Taiwan. Especially in conversations with Taiwanese, do yourself a favour and don’t talk about Taiwan as part of China. This is like you tell a German “France, Netherlands, Germany.. all the same.” Nope. Please keep in mind: China= People’s republic of China wheres Taiwan=Republic of China (this is why you always see Taiwan ROC).

Gratitude / Dankbarkeit

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„Gratitude

… is not only the greatest of virtues but the parent of all others.“

It’s so fascinating how this wise say by Marcus Tullius Cicero is still valid after so many years passing by. Especially when it comes to travelling, I’m trying to remember this from time to time. To be able to travel at all I consider myself very fortunate. Yes, I could tell myself that I work very hard to make this happen: I work a lot (fortunately I love my job but still it takes a lot of my waking hours), I did take on the challenge of studying and I am really trying to be a good human being everyday. So I could be of the opinion that I just deserve this.

But I don’t think that this is true at all. In fact, I was just lucky.

Lucky to have all the abilities that I do so I was able to find a job I love and to earn reasonable money with it which I can spend on my travels. Lucky to be mostly healthy and in fact to be alive until now. This world certainly does not play fair so all one achieves is – in my opionion – mostly based on luck. So by my age of 27, I haven’t really made it to the whole world, I am not engaged or (beware!) married and I’m not the beauty out of the beauty and the beast. Also I am not a billionaire and never will be. So, no real achievements, huh?

Still, I am thankful and full of gratitude.

I am utterly amazed by the life I can live. Yes, I do have my challenges, had them in my past and have them everyday. Surely enough, they’re waiting for me in future as well.

But by my age of 27 I established a life that I love. I love waking up and going to work. I love all the precious moments that I share with the magnificent people I am lucky enough to be sourrounded by. I enjoy very much the company of just myself equally. I follow my dreams to live my passion to travel and to have great relationships who are supporting me and who make me a better human being. Also I finally managed to get rid of toxic relationships that brought me down for so long. I manage to see the beauty of life in little moments. I can go to wherever I want on my own because I’m not scared anymore. I learned to deal with my own mortality and if I died tonight, I would not regret much.

Yes, I am thankful.

So – when was the last time you were thankful?

 

 

 

„Dankbarkeit

… ist nicht nur die größte aller Tugenden, sondern auch die Mutter aller.“

Es ist so faszinierend, wie dieses Zitat von Marcus Tullius Cicero nach so vielen Jahren immer noch gilt. Insbesondere wenn es um das Reisen geht, versuche ich mich daran zu erinnern. In der Lage sein, überhaupt auf Reisen zu gehen, ist etwas, für das ich mich sehr glücklich schätze. Ich könnte mir auch sagen, dass ich hart dafür arbeite, mir das selbst zu ermöglichen: Ich arbeite viel (glücklicherweise liebe ich meinen Job, der allerdings viel meiner wachen Zeit in Anspruch nimmt), ich habe die Herausforderung angenommen nebenbei zu studieren und ich versuche wirklich, jeden Tag ein guter Mensch zu sein. Also könnte ich denken, dass ich das einfach verdiene.

Aber das glaube ich eben nicht. Ehrlicherweise hatte ich bloß Glück.

Glück, dass ich alle die Fähigkeiten habe, sodass ich einen Job gefunden habe, den ich liebe und damit vernünftiges Geld zu verdienen, was ich wiederum für meine Reisen nutzen kann. Glück, dass ich größtenteils gesund bin und bis heute überlebt habe. Diese Welt ist sicherlich alles andere als fair, deshalb ist alles, was man erreicht – jedenfalls meiner Meinung nach – Glückssache. Mit 27 habe ich noch nicht die ganze Welt gesehen, ich bin nicht verlobt oder gar verheiratet und ich sehe nicht aus wie eine Disney-Prinzessin. Außerdem bin ich kein Millionär und werde es auch nie sein. Also, eigentlich nicht wirklich etwas erreicht, oder?

Trotzdem bin ich voller Dankbarkeit.

Ich bin unglaublich erstaunt über das Leben, was ich leben kann. Natürlich habe ich meine Herausforderungen, in der Vergangenheit und jeden Tag und sie warten bestimmt auch in der Zukunft auf mich.

Aber mit 27 habe ich mir ein Leben aufgebaut, was ich liebe. Ich liebe es, morgens aufzuwachen und zur Arbeit zu gehen. Ich liebe all die kleinen wertvollen Momente die ich mit den wunderbaren Menschen um mich herum teilen darf. Ich genieße es auch sehr, alleine zu sein. Ich folge meinem Traum, zu Reisen und gesunde Beziehungen zu haben, die mich zu einem besseren Menschen machen. Und endlich habe ich es geschafft, schädliche Beziehungen zu beenden, die mich so lange fertiggemacht haben. Ich bin der Lage, die Schönheit des Lebens in den kleinen Momenten zu sehen. Ich kann überall alleine hingehen, wo ich will, weil ich keine Angst mehr habe. Ich habe gelernt, mit meiner eigenen Sterblichkeit umzugehen und wenn ich heute Nacht sterben würde, wäre da nicht so viel, was ich bereue.

Ja, ich bin dankbar.

Und wann warst du zum letzten Mal dankbar?

 

Just pizza. And so much more.

Once upon a time, there was a girl. Who obviously loves pizza. But what is not that obvious on the picture is something else. She wandered around in her hometown for weeks, wondering over and over again if she could dare and how she would feel if she was able to finally do it.

It took her quite a while to convince herself, to pick a restaurant that would suit and would not be that hard to do what she intended to. Fearing weird looks or to get lost a bit in loneliness, she postponed that day on and on, somehow caught in a fight with herself. But one day, the time was right.

So she just left work on one evening, jumped onto the tram to the city center and entered the restaurant. Picked up this going-to-be-delicious pizza, took a photo of it (there we are, obvious again), sat down and ate it up even without being in a hurry.

She noted that it took her 26 years of her life to not only dare herself to do that, but – and this was far more important to her – to have that wish to be able to. This experience she gained in March 2016 was so great that she consequently repeated it whenever she fancied.

And yes, she earned weird looks, sometimes puzzled staff as well as other people just coming by and picking up their food in order to avoid what she finally managed to accomplish: To experience the huge difference between loneliness and solitude which lead to do what she did –

To just go and enjoy dinner in a restaurant all by herself.

pizza-2

London: A love letter

My beloved London,

thank you.

Thank you so much for everything. I’m so in love with you and I cannot see how this will ever change. Probably falling in love with a place is ridiculous and a little bit scary but still you are one of the most amazing things I was able to experience in this fantastic world. Everytime I fly over to feel your vibes, see your energy and experience your people, I leave as thankful as I can be. Everytime you show another side of your wonderful character so sometimes I just cannot believe that this is real, that you are real. And everytime I have to leave you, my heart cries in pain and everytime I return to your feet, I’m sitting in Picadilly Line with my sungalsses to keep the tears of joy to myself.

Mein geliebtes London,

Danke.

Vielen Dank für alles. Ich habe mich so sehr in Dich verliebt und ich kann mir nicht vorstellen, dass sich das jemals ändern wird. Sich in einen Ort oder in eine Stadt zu verlieben ist wahnsinnig und macht mir irgendwie auch ein wenig Angst. Aber London, Du bist trotzdem eines der wunderbarsten Dinge die ich in dieser fantastischen Welt jemals erleben durfte. Jedes Mal, wenn ich rüberfliege um Deine Atmosphäre zu spüren, Deine Energie zu sehen und Deine Menschen zu erleben, bin ich so dankbar wie ich überhaupt sein kann. Jedes Mal zeigst Du eine andere Seite von Dir sodass ich manchmal nicht glauben kann, dass das real ist, dass es Dich wirklich gibt. Und jedes Mal wenn ich Dich verlassen muss, blutet mein Herz und wenn ich dann zu Dir zurückkehre, sitze ich in der Picadilly Line mit Sonnenbrille, um meine Freudentränen für mich zu behalten.

This time, the plane circled above you for about 20 minutes and I probably was the only passenger who absolutely loved it. So already at this point, I was wondering: Could it get any better? And the answer was: hell yeah! I had a fab, sunny, shiny welcome and immediately went crazy when coming back to Soho / Chinatown. I met great women and men (shout out to the Girls Love Travel Facebook group and the Couchsurfing app), sharing a lot of cultural experiences and having great talks before ending up in Bloomsbury in the most lovely bookstore I have ever seen. Enjoying crowded luminous Picadilly at night followed by Trafalgar Square which is utterly amazing in the dark. Next day under blue sky, I fell once again in love with your Leceister Square which I have so underestimated in my previous visits before I met some more amazing people on the greenest grass of Soho Square.

Dieses Mal kreiste mein Flugzeug ungefähr 20 Minuten über Dir und ich war womöglich der einzige Passagier, der das ganz toll fand. Also habe ich mich schon in der Luft gefragt: Kann dieser Aufenthalt noch besser werden? Und die Antwort war: Aber sowas von! Ich hatte einen unglaubliches, sonniges helles Willkommen und bin vor Freude halb durchgedreht, als ich endlich wieder durch Soho / Chinatown lief. Ich habe großartige Menschen getroffen (danke and die Girls Love Travel Facebook Gruppe sowie die Couchsurfing App), die verschiedene Erlebnisse und tolle Unterhaltungen geteilt haben, bevor ich dem süßesten Buchladen gelandet bin, in dem ich jemals war. Ich habe den überfüllten, leuchtenden Picadilly bei Nacht gesehen, gefolgt von dem Trafalger Square, der im Dunkeln der Wahnsinn is. Am nächsten Tag unter blauem Himmel habe ich mich in den vorher von mir unterschätzten Leceister Square neu verliebt, bevor ich mich auf dem grünsten Gras überhaupt mit tollen Menschen im Soho Square traf.

You know what I adore about you? One can do the same thing again and again and it still feels so damn special and new and every second worth living. Wandering through Soho for the millionth times, I’m still so much in awe exploring different corners and shops on and on. Also by going on the London Eye for the 2nd time to enjoy great champagne, the view is never getting boring. St Pauls at day & night, Sky Garden Bar and Emirates Cable Cars – just to name a few more. Finally, my way leading to Shakespeares Globe Theatre being able to see a stunning performance of Macbeth after a bright sunny day: You so make all the difference!

Weißt Du, was ich an Dir vergöttere? Man kann das Selbe wieder und wieder machen und es fühlt sich immer noch so unglaublich besonders an und so als ob jede Sekunde es Wert sei, zu leben. Zum millionensten Mal durch Soho zu laufen, bin ich voller Ehrfurcht dabei, verschiedene Ecken und Geschäfte zu entdecken. Auch das zweite Mal auf dem London Eye um großartigen Champagner zu genießen – diese Sicht kann niemals langweilig werden. St. Pauls im Dunkeln, Sky Garden Bar und Emirates Cable Cars um nur ein paar Attraktionen zu nennen. Schließlich führte mein Weg in Shakespeares Globe Theatre zu einer mir die Sprache verschlagenden Vorstellung von Macbeth nach einem wunderbaren Sonnentag: Du machst einfach den Unterschied!

Kew Gardens in summertime, cream tea in a tiny café and full cooked English breakfast at Leceister Square made a gorgeous time so much more adorable. Giant soap bubbles, M&M world and finally using the Oyster card again made me more happy than I ever hoped to be. But in the end, going out, meeting people not only from various countries but with all kinds of cultural backgrounds meant everything. Thanks to you, London, I gained faith in the human kindness and the prettiness of people once again.

Kew Gardens im Sommer, fantastischer Cream Tea in einem kleinen Café und Full English Breakfast am Leceister Square haben eine wunderschöne Zeit nochmal so viel besser gemacht. Riesenseifenblasen, die M&M Welt und einfach nur die Wiederverwenndung der Oyster Card haben mich glücklicher gemacht, als ich es jemals gehofft hatte, zu sein. Aber am Ende des Tages, unterwegs sein, Menschen treffen und das nicht nur aus unterschiedlichen Ländern sondern auch mit so vielen verschiedenen Kulturen hat mir alles bedeutet. Durch dich, London, habe ich wieder Vertrauen und Zuversicht in die Menschen gewonnen.

 

 

My life belongs elsewhere so there is just little that I can do to remember you and to get hold of your magic. Amongst the few things I can do is bringing home your crazy marvellous chocolate and the insane tea varieties (coconut-truffles for example). I took lots of photos and have been shopping on Oxford street, of course. But the most valuable thing I take home are my memories about you and about the magnificent people I met. All the freedom I discovered, all the different kinds of lifes I saw, the endless possibilities I realized.

Mein Leben gehört nun einmal woanders hin, also gibt es nur wenig was ich tun kann, um die Erinnerungen an dich festzuhalten, lebendig zu halten. Darunter ist allerdings der Import von verrückt-leckere Schokolade und durchgeknallte Teevariationen (Kokosnuss-Trüffel beispielsweise). Ich habe so viele Fotos gemacht, war natürlich shoppen auf der Oxford Street. Aber das Wertvollste, was ich mit nach Hause nehme sind meine Erinnerungen an dich und an die wundervollen Menschen, die ich treffen durfte. All die Freiheit, die ich für mich entdeckt habe, die verschiedenen Leben, die ich gesehen habe und die endlosen Möglichkeiten, die ich begriffen habe.

I already started to plan my next trip. And finally, I am really able to understand the meaning of Samuel Johnsons‘ quote: When a man is tired of London, he is tired of life; for there is in London all that life can afford.

Ich habe selbstverständlich schon angefangen, meinen nächsten Trip zur dir zu planen. Und endlich, endlich verstehe ich wirklich die Bedeutung des Zitats von Samuel Johnson: Wenn ein Mann London leid ist, dann ist er seines Lebens leid weil in London alles das ist, was ein Leben zu bieten hat.

Thank you, love. Can’t wait to see you again.

Danke, love. Ich kann es nicht abwarten, bis wir uns wiedersehen.