My pretty Torbay

Being fortunate enough to return to this amazing place 10 years after my first visit, I still can hardly believe that I really made it there – and for sure am planning my next trip to this so tremendously pretty piece of earth. I arrived at the smallest airport I’ve ever seen (Exeter, 2 buildings, bus station and parking lot) and made my way then with lovely Stagecoach busses to the coast. Finally enjoying my private ensuite room, I found my well-needed peace and rest there before exploring the town and it’s cute surroundings.

Für die Rückkehr in diese wunderschöne Gegend nach 10 Jahren bin ich immer noch dankbar und kann kaum glauben, dass ich wirklich da war  (Fotos belegen allerdings, dass es kein Traum war!) – plane natürlich schon meine nächste Reise zu diesem unglaublichen süßen eindrucksvollen Fleckchen Erde. Angekommen bin ich auf dem kleinsten Flughafen, den ich je gesehen habe (Exeter: 2 Gebäude, Bushaltestelle und Parkplatz) und bin gut mit den Stagecoach Bussen an der Küste angekommen. Im eigenen Zimmer mit Bad habe ich dann nach dem ganzen Trubel in Schottland meine dringend benötigte Ruhe gefunden, um dann wieder diese fantastische Welt draußen entdecken zu können.

One of my favorites is definitly the South West Coast Path. Covering the coasts of Exmoor, Cornwall, Devon and Dorset with its lengths of 1000 kilometers, I was able to hike just a few kilometers of it but worth every step. I enjoyed about 5 hours scenic coastline with beaches, rocks and flowers all over. Peaceful lookouts and dedicated benches all over are just a small but lovable part of it. Another asset are free toilets all along the path with mostly free tap water to refill so it’s really a joy to hike – especially as solo traveller being just with me, myself & I.

Eine meiner absoluten Lieblingsaktivitäten dort ist der South West Coast Path. Er beinhaltet gute 1000 Kilometer Küstenweg in Exmoor, Cornwall, Devon und Dorset und so konnte ich zumindest ein paar Kilometer davon wandern – war trotzdem jeden Meter wert. Ich konnte 5 Stunden wunderbare Küstenlinie genießen mit Stränden, Klippen und Blumen überall. So friedliche Aussichtspunkte und Bänke mit herzergreifenden Widmungen sind nur ein kleiner Teil davon, was diesen Wanderweg so liebenswert macht. Praktisch sind auch kostenlose Toiletten alle paar Kilometer inklusive kostenlosem Leitungswasser für den durstigen Wanderer. Es ist eine Freude, diesen Weg zu gehen – insbesondere als Alleinreisender, wenn man nur mit und bei sich selbst ist.

I absolutely wanted to catch a ferry ride over the bay. There was a cheap one going from Torquay (where I stayed) to Brixham at the other side of the bay which took about 30 minutes one way. Fortunately, there was a cliff that could be viewed from all over the bay which drew kind of a magical attraction to me at first sight and I was sure that I’d hike from Brixham to this cliff, no matter how long it would take. Fair enough, I arrived in the beautiful town with lots of political messages and made my way to Berry head (at least I hoped that this was where I intended to go). And hell yeah, after 1,5 hours with lots lots lots of photo stops to enjoy the view, I made it to the greatest scenery during these 2 weeks of travel. Spent much more time than planned, missed the ferry connection back and had to wait another hour for the next one BUT was worth every second (funfact: this is actually also part of the South West Coast Path, just a little lower adorable part in the bay area).

Ich wollte unbedingt mit der Fähre in der Bucht fahren und zufällig gab es eine recht günstige Gelegenheit von Torquay (wo ich mich einquartiert hatte) nach Brixham an der gegenüberliegenden  Seite der Bucht. Zufälligerweise waren auf der Seite der Bucht Klippen, die man überall aus sehen konnte und die aus irgendeinem Grund eine fast schon magische Anziehungskraft auf mich hatten. Also war es klar, dass ich da von Brixham hin laufen würde. Dort kam ich dann an (politische Kampagne nicht zu vergessen) und bin Richtung Barry Head gelaufen (ich hoffte, dass das mein Ziel war, was ich ja von weitem schon gesehen hatte). Und ja, nach eineinhalb Stunden mit vielen Fotostops um die Aussicht zu genießen, habe ich den Punkt mit der allerschönsten Aussicht der zwei Reisewochen erreicht. Natürlich habe ich dann doch viel mehr Zeit dort verbracht als eigentlich geplant war, meine Fähre zurück nach Torquay verpasst sodass ich eine Stunde Wartezeit hatte ABER es war jede Sekunde wert (lustig: Das war auch ein Teil des South West Coast Path, nur ein Stück weiter unten in der Bucht).

Before another friend of mine arrived to spend the last few days together, I planned to go out for dinner on my own to a proper restaurant with waitress service. The other days, I just went to supermarkets that sell delicious and healthy ready to eat food (and yeah I had to somehow watch my budget a little bit) or I just went to a pub or fast food restaurant (I don’t count that as „eating out solo“). So I decided to have a Pizza and felt just a little awkward when asked the unavoidable „Just yourself?“ question but made it! Delicious Pizza, great time and so proud of myself!

Bevor ein Freund mir für die letzten Tage Gesellschaft leisten würde, hatte ich mir vorgenommen, alleine zum Essen auszugehen, in einem richtigen Restaurant mit Kellnern. Vorher war ich immer nur in Supermärkten, die teilweise geniales und gesundes Essen zum Mitnehmen verkaufen (ja gut, etwas im Budget wollte ich ja schließlich auch bleiben) oder ich ging einfach in einen Pub oder ins Fast Food Restaurant (was ich nicht als „Alleine essen gehen“ zähle). Also habe ich mich entschieden, Pizza essen zu gehen und habe mich nur ein bisschen komisch gefühlt, als mir die Frage „Du isst alleine?“ gestellt wurde. Aber ich habe es geschafft und der Lohn war eine leckere Pizza und ein gestärktes Selbstbewusstsein!

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I also can recommend to visit Kent’s Cavern which are ancient caves that can be visited including a nice experience of what actually real darkness is. There’s a nice tour called Round Robin from Torquay to Totness (such a cute little town), river cruise down the river Dart to Dartmouth and back to Paignton by steam train (Hogwarts Express in fact).

Empfehlen kann ich auch eine Führung in Kent’s Cavern (prähistorische Höhlen) inklusive einer tollen Erfahrung, wie sich absolute Dunkelheit anfühlt. Außerdem gibt es eine nette Tour genannt Round Robin, die von Torquay nach Totness führt (sehr süßes Städtchen), über eine Flussbootsfahrt den Fluss Dart hinunter bis nach Dartmouth dann zurück nach Paignton mit einer Dampfeisenbahn (quasi Hogwarts Express).

A few more words to Cockington Rose Gardens: If you ever have the chance, go there! Though it’s not a huge place, I spent over an hour there just sitting on a bench enjoying the fantastic odours. Can hardly be captioned on any photos I suppose.. but the delicious Devonshire Cream Tea can be pictured – something highly enjoyable!

Ein paar Worte zu den Cockington Rosengärten: Solltet ihr jemals die Möglichkeit haben, diese zu sehen, auf jeden Fall wahrnehmen! Obwohl es eigentlich kein großer Rosengarten ist, habe ich dort über eine Stunde auf einer Parkbank verbracht und die fantastischen Gerüche genossen. Tja, das kann man nun kaum auf Fotos abbilden…dafür allerdings den deliziösen Devonshire Cream Tea, den man sich defintiv gönnen muss!

Finally, I left with tears in my eyes. I’ve always been happy to return home after my travels but this time, I so would have loved to be on the road for 2 more weeks, exploring more of the great coast. And though the Brexit vote (live witness on BBC until Newcastle vote came up), all the strange things British people do and like and the single glazed windows that they mostly use – it just astonishing beautiful and I’m so thankful that I was able to had this great time. Alas, already planning my next trip: See you soon, South West Coast Path.

Aber alles Schöne hat sein Ende und schließlich auch dieser Aufenthalt. Bisher habe ich mich nach jeder Reise auch immer auf zu Hause gefreut, aber dieses Mal wäre ich so gerne noch zwei Wochen länger die Küste entlang gereist. Und trotz des Brexit Votes (BBC live geschaut bis die Votes von Newcastle veröffentlicht wurden), trotz aller seltsam anmutenden britischen Gewohnheiten und den einfach verglasten Fenstern die dort Standard sind – es ist einfach wahnsinnig schön und ich bin sehr dankbar, das gesehen haben zu dürfen. Deshalb planne ich schon meinen nächsten Trip dorthin: Bis bald, South West Coast Path.

Magnificent Scotland

 

Ich weiß nicht genau, meine wievielte Reise nach UK das jetzt war, aber ich durfte herausfinden dass man 14 Tage dort locker auch ohne einen Besuch in der Hauptstadt verbringen kann. Ich habe 8 Tage im wunderbaren Schottland verbracht und die restlichen 6 Tage an Südküste Englands (Torbay, Devon). Aufgrund der vielen genialen Bilder (diese Motive kann selbst ich nicht versauen) habe ich beschlossen, zwei Posts daraus zu machen – und dies ist der erste Teil. Achso und es war meine erste längere Tour als Solo Traveller was ich überraschenderweise sehr genossen habe.

Honestly, I’m not that sure how many times I’ve travelled to the UK by now but I was fortunate enough to realize that one can easily spend 2 weeks without visiting the capital. So I stayed in magnificent Scotland for 8 days and 6 more days in pretty Torquay, Devon in the south of England. Due to the many great pictures (even I couldn’t ruin those motives) I decided to make 2 blog posts out if it (you’re currently reading the first part). In addition this was my first longer trip as solo traveller which I surpringsly enjoyed a lot.

Gestartet bin ich mit einem halben Tag in Edinburgh, was selbst im Regen der absolute Wahnsinn ist. Dazu muss man sagen, dass es immer nur Sprühregen oder Nieselregen war und in der Regel auch maximal eine Stunde. Meine Regenhose jedenfalls, extra für den Trip erstanden, fühlte sich vernachlässigt da noch nicht mal ausgepackt. Den Einsatz hat dann der Regenschirm übernommen, der teilweise dann auch mal Extraschichten fahren musste. Dafür habe ich noch eine neue Erfahrung gesammelt und bin zu einem Couchsurfing Meeting gegangen, um mal mit Locals ins Gespräch zu kommen und es hat wirklich funktioniert. Werde ich nun öfter tun auf meinen Reisen.

I’ve started my tour with a half day in Edinburgh which is amazing even in the rain. Whereas I have to add that most of the time it’s drizzling rain for maximum of an hour so I was really doing fine. My rain trousers felt a little lonely as I didn’t need them at all. But the one thing I needed was really my umbrella (never go to the UK without one!!) And I made another experience which was joing a Courchsurfer meeting to get in touch with some locals that worked out perfectly. I will continue to do that on my future travels.

Früh am nächsten Morgen ging es dann ab in die Highlands inklusive Isle of Skye und Loch Ness mit Haggis Adventures. Eigentlich lege ich Wert auf größtmögliche Freiheit, auch und vor allem beim Reisen, aber Auto mieten oder alles per Bus zu machen war mir dann doch zu blöd. Also dann 3-Tages-Bustour als Alleinreisende im Mehrbettzimmer. Und was soll ich sagen, es war echt cool. Abgesehen von neuen Facebookfreunden in USA und Australien hat es mir echt gut getan, auch mal wieder im Mehrbettzimmer zu schlafen und zack ist das Einzelzimmer mit eigenem Bad, was eine Woche später folgte, der größte Luxus überhaupt. Und was soll ich sagen… Schottland ist so unglaublich wunderschön, selbst mit grauem Himmel und Regen, hätte ich nicht gedacht, dass es sowas überhaupt gibt.

Early next morning, I made my way into the Highlands including Isle of Skye and Loch Ness with Haggis Adventure company. Actually I really appreciate my personal freedom, also and especially while travelling but renting a car or going by public transport seemed a little bit too expensive or annoying. So I prefered to go on a 3-day-bustour als solo traveller in a dorm. And hell yeah, it was really cool. Despite of new facebook friends in the US and Australia, it was a good thing for me to sleep in a dorm for my private room with ensuite bathroom which I booked for the following week became the ultimate luxury. What else to tell… Scotland is really magnificent even in the rain; I didn’t expect something like this to be existing in our amazing world.

Nach zwei weiteren Tagen mit einem guten Freund von mir in Edinburgh sind wir dann weiter nach Glasgow gereist, um dort noch ein paar Tage zu verbringen. Und was soll ich sagen, wir hatten tatsächlich einen Sonntag im wunderbaren Edinburgh (inklusive leichtem Sonnenbrand – aber hey, Sonnenbrand aus Schottland hat irgendwie Stil). Auch Glasgow hat mich sehr positiv überrascht, sehr chice Innenstadt inkl. einer Tardis und frittiertem Marsriegel (Spezialität der schottischen Küche). Echt lecker!

After two more days with a good friend of mine in Edinburgh, we made our way to Glasgow to spend a few more days there. Finally, we were lucky and had great sunny hours in Edinburgh (including minor sunburn but hey, sunburn from Scotland is really cool actually, isn’t it?). To my suprise, Glasgow was also really nice with a lovely city center with a Tardis and deep fried Mars bar (local culinary specialty). So yummy!

 

Weitere Learnings: In UK funktioniert nicht immer alles unbedingt so, wie man es als Festland-Europäer gewohnt ist. Da wäre beispielsweise des Wasserkocher, der aufgrund seiner Konstruktion eine Mindestmenge an Wasser beinhalten muss. Führt dazu, dass die Hotelbetreiber die immer halb gefüllt haben, was bei dem gemeinen Gast leichte Ekelreaktionen hervorruft weil das Wasser wirkt, als hätte es schon vor mehreren Tagen die Leitung verlassen. Auch spannend: In UK werden alle Arbeiten (Bauarbeiten, Mülleimer leeren, im Museum etc.) immer von zwei Arbeitern erledigt. Da könnte man meinen, ineffiziente Strukturen identifiziert zu haben, wären da nicht die self-checkouts bei Tesco und Sainsbury’s Supermärkten, die statt 10 Kassierern einen Aufpasser ermöglichen. Funfact Nummer 3: Zwar nutzt man sowohl in Schottland als auch in England das britische Pfund, allerdings werden ausgebene Scheine von zB der Bank of Scotland nicht unbedingt in England angenommen, da Unsicherheit darüber herrscht, ob das wirklich echte Scheine sind. Also alle schottischen Scheine besser in Schottland ausgeben!

Lessons Learned: Some things do not work like we’re used to in Europe. For example the kettle is constructed in a rather strange way so it requires a minmum quantity of water. For that, all hotels have filled them up which leads to aversion for the general hotel guest because the water seems to have already spend a few days in the kettle. Also lots of jobs in the UK (like construction works, rubbish collection or museum guards) are always done by 2 people. One might think that UK’s structures are a little inefficient but when visiting a supermarket, one gets a little surprised by the self-checkouts replacing 10 cashiers with one guy who is taking care if anyone needs help in the checkout process. Funfact #3: Whereas all UK is using pound sterling currency, scottish bank notes are hardly accepted within Britain. They say this is because for some reason, they’re not sure if this is real money or just a fake. So you’re much better off to spend all your notes in Scotland than trying to do so in Britain.

Und zum Ende noch ein Ausflug in die wunderbare schottische Küche: Typisches Frühstück, Fußball EM schauen im Vereinigten Königreich zu indischem Essen und Pret- supergesundes Essen in Edinburgh.

Last but not least: Foodie. Proper Scottish breakfast in Glasgow, EU football championship with Indian food in the UK and Pret-superhealthy style in Edinburgh.

 

On my own: London

So. Der heutige Beitrag dreht sich um meine Londonreise vergangenes Wochenende. Und gleichzeitig auch meine erste nicht-Geschäftsreise, die ich alleine bestritten habe. Man findet eine Menge zu lesen bezüglich Alleinreisen von A wie alles ganz toll bis hin zu Z wie zum kotzen. Möglicherweise liegt die Wahrheit, wie bei fast allem in diesem Universum, irgendwo dazwischen. So etwa bei Buchstabe H wie Herausforderung oder bei S wie sich selbst besser kennen lernen. Zu meiner eigenen Überraschung war ich nicht aufgeregt oder hatte gar Angst. Im Gegenteil: Die Freude überwog deutlich. Während es doch eine relativ lange Zeit in meinem Leben gab, in der ich glaubte, nie mehr im Stande sein, überhaupt verreisen zu können, kann ich jetzt wohl einigermaßen stolz auf mich sein, dass das so gelaufen ist. Schön, es waren nur 3 Tage bzw. 2 Nächte. Und ja, es war nur London, wo ich im September erst war. Aber hey, irgendwo muss ja jeder mal anfangen, oder?

IMG_8320Um jetzt nicht noch mehr durcheinander zu werfen, der Reihe nach. Ab in den Bus zum Flughafen, der Moment beim Einsteigen, zu wissen, dass ich ab jetzt alleine bin: tolles Gefühl. Unabhängig. Selbstbestimmt. Frei.

 

IMG_8322Tja und dann war ich auch schon am Flughafen. Und auch wenn es mal wieder echt seltsam klingt (was daran liegen könnte, dass ich seltsam bin), ich fühle mich einfach unglaublich wohl auf Flughäfen.  Dieses Mal habe ich mir sogar die Zeit genommen und intensiv dokumentiert – jedenfalls für meine Verhältnisse. Diese Flugtafel in der Abflugshalle flasht mich einfach jedes Mal mit den schier endlosen Möglichkeiten, die man so eben ganz beiläufig an der Hand hat. Herrlich. Das Tor zu aller Welt. Und natürlich habe ich auf wieder während des Fluges fotografiert. Ich habe aufgehört zu zählen, wie oft ich geflogen bin, aber ich sehe doch beim Blick aus dem Fenster niemals das Selbe. Und dann – der Moment, in dem Britannien zu sehen ist. Gold. Jedes Mal.

Kaum angekommen, gehts auch schon hinunter in die Tube und beim 3. Versuch, die Oyster Card mit meiner Kreditkarte aufzuladen, hat es dann schließlich funktioniert (Karte war immer invalid, wobei ich paar Minuten zuvor noch ein paar Pfund am ATM abgehoben hatte… da heißt es durchhalten, keine Panik und wieder versuchen. Trotzdem sollte ich wohl meine Abrechnung jetzt gut im Auge behalten). Dann ab in die Bahn, die gerade mal 50 Minuten zum Leceister Square nach Soho braucht. Von dort war meine Unterkunft knapp einen Kilometer weg und ich gebe zu, ich war leicht unter Zeitdruck, da ich mir eine Karte für Les Miserables im Queens Theatre für die Matinee Vorstellung um 2:30 pm geholt hatte. In der Stadt war ich dann um 1 pm, das hat also im Endeffekt doch dicke gereicht. Und was soll ich sagen, das Musical ist wirklich großartig – und beide Vorstellungen an dem Tag waren komplett ausverkauft (ist ja nicht so, dass das schon ewig in London läuft…). Und hier auch der Twist zu dem Titel dieses Eintrags, denn „on my own“ ist eins der besten Lieder dieses Musicals. Danach dachte ich eigentlich, dass es nicht mehr besser werden kann, allerdings hatte ich für abends noch ein Theaterstück mit einem Schauspieler eingeplant, den ich schon lange mal live sehen wollte (und dieses Stück war der eigentliche Grund für meinen Besuch in London).

IMG_8336Ich wurde nicht enttäuscht, denn das Stück fand in einer umgebauten Halle statt und nicht im Theater und das Setting war eher wie ein Wohnzimmer. An den Stars wirklich auf 3 Meter dran sein zu können, ist echt eine schöne Sache, da weiß man auch, wofür man sein Geld investiert hat. Leider war drinnen erstens Fotografierverbot und zweitens das Licht so schlecht, dass es sowieso keinen Sinn gemacht hat, also hier mal der Eingang von außen (Charing Cross Road war – so ein Zufall – nur ein paar hundert Meter von meiner Unterkunft entfernt).

Leider war ich danach so müde, dass ich anstatt Samstagnacht in Soho zum Tag zu machen, einfach schlafen gegangen bin, obwohl echt richtig was in Soho los war. Aber nun, man kann nicht alles haben.

IMG_8346Am nächsten Morgen habe ich erst mal ein sehr ausgewogenes Frühstück genossen (außderdem hatte ich noch eine fast volle Stempelkarte im Cafe Nero). Danach ging es weiter zur Picadilly Station, wo ich mich mit Jake, einem Koreaner, den ich beim Sprachkurs im September kennen gelernt hatte, getroffen habe. Da es mal wieder regnete und auch nicht danach aussah, als würde sich das groß ändern, haben wir uns spontan für die Kew Gardens entschieden, von denen ich bisher immer nur gelesen, sie aber noch nie besucht hatte. Und was soll ich sagen – das war genau die richtige Entscheidung! Nur ein paar Tubestationen von Picadilly weg ist dieser überdimensionale Garten mit alten, riesigen Gewächshäusern. Palmen aus aller Welt, tropische Pflanzen, Wüstenpflanzen, dazu noch ein Treetop-Walk in luftiger Höhe (und wir haben vielleicht ein Drittel gesehen, bis uns die Füße weh taten) und Blumen, überall Blumen. Das ist sicherlich im Sommer auch einen Besuch Wert (10 Pfund Eintritt sind da meiner Meinung nach auch angebracht), schon allein weil man über die Themse mit dem Boot dort hinfahren kann (Ja, die Orchideen sind echt!)

Aber auch hier gibt es wieder Kuriositäten des britischen Denkens zu bewundern, die ich selbstverständlich nicht unerwähnt lassen möchte. Da ist zum einen – traditionell – die Sache mit dem Waschbecken. Ich werde aber nicht aufgeben, dafür eine sinnvolle Erklärung zu finden. Zum anderen treiben Warnhinweise ab und zu ihre eigenen Stilblüten… aber so sind die Briten: Höflicher Hinweis.

Besonders beeindruckt hatte mich allerdings die Wiese voller Krokus und eine sehr besondere Blume. Ich denke, beides gäbe ein gutes Poster ab, wenn ich denn nicht schon die ganze Wohnung mit Bildern aus Neuseeland tapeziert hätte.

Nach dem wirklich tollen Besuch sind wir dann zurück in die Stadt gefahren und Jake hat mich zu einem unkonventionellen, aber wirklich leckerem chinesischem Restaurant mitgenommen. Wenn man zu zweit ist, wird man an andere Tische dazu gesetzt und der Service war nicht unbedingt hervorstechend. Dafür war das Essen aber wirklich lecker (auf den europäischen Gaumen angepasst) und bei 6 Pfund pro Person inklusive kostenlosem Tee wirklich günstig für Chinatown. Den restlichen Tag habe ich damit verbracht, über Leceister Square, Soho und Oxford Street zu schlendern und immer wieder in Geschäften inne zu halten (ja, sonntags shoppen ist schon Luxus). Zum Abendessen bin ich dann bei meinem Lieblingsladen gelandet und habe mir mal echt was gegönnt: Maccaroni-Kohl-Auflauf, Obstsalat und Bananenbrot. Nicht günstig, aber wirklich natural und alles pipapo. Und natürlich mit der extra Prise Humor (siehe Serviette).

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An dieser Stelle möchte ich kurz auf die Unterkunft eingehen: SoHostel mitten in Soho, nur 50 Meter von der Oxford Street und man ist in nullkommanix bei allen Westend Theatern, auf dem Leceister Square, Trafalgar Square und Picadilly Circus. Und für britische Verhältnisse wirklich sauber, groß und das Personal super freundlich und flexibel (Luggage storage war sowohl bei An – als auch Abreise kein Problem und sogar kostenlos). Und naja das Bett ging auch mal für 2 Nächte.

IMG_8396Und schon war es Montag und der letzte Tag gekommen. Ich habe mich wieder bei einem Frühstück gestärkt (dieses Mal war das Getränk dank meiner Stempelkarte for free) und habe dann beschlossen, die Oxford Street zu besuchen. Schließlich wollte ich noch einige Einkäufe tätigen, die in Europa (richtig, UK gehört nicht zu Europa) aufgrund des mangelnden Angebotes unmöglich sind. Ich war erfolgreich und hatte noch genug Zeit, sodass ich erst die ganze Oxford Street von Tottenham Court Road bis hin zu Marble Arch gelaufen bin und mir dann dachte, südlich der Straße Richtung Soho ist es auch ganz nett, also bin ich mal ohne Plan dort rumgelaufen. Und: Das sind meiner Meinung nach immer die besten Entscheidungen, solange man genug Zeit hat. Diese Ecken stehen in keinem Reiseführer und sind herzallerliebst. Insbesondere in dem geschäftigen, montäglichen Treiben. Aber auch der Schmuck für Chinese New Year in Chinatown, der Soho Square oder die Busse auf der Oxford Street sind einfach schön anzusehen, selbst im Regen strahlt diese Stadt (ja ich weiß, Freak…). Ach ja und alle paar hundert Meter gibt Infosäulen mit Stadtplänen, wo man ist und was wie weit weg ist – wieder mal sehr höflich.

IMG_8415 Mit meinen Einkäufen war ich recht erfolgreich, sowohl Tee von Whittard als auch Schokolade von Hotel Chocolat hat alles gepasst. Schnell noch eine Stärkung in Form eines Schokomuffins im Megges (gezahlt über den Automat mit Kreditkarte) und das free wifi ausgenutzt, bevor es zum Flughafen ging. Es ist einfach wunderbar, dass Transport for London so dermaßen gut ausgebaut ist, dass man noch nicht mal schauen muss, wann die Bahn fährt, weil sowieso alle 2-3 Minuten die nächste kommt. Ich kann schon verstehen, weshalb Menschen gerne in Großstädten leben (obwohl ich ein Landei bin…).

 

IMG_8423Ich kenne Heathrow noch aus dem September und von der Landung, aber mir war da gar nicht so bewusst geworden, dass das ganze Ding einfach super neu und modern ist. Und dass die Mitarbeiter auch super hilfsbereit sind, was ich gleich schon gemerkt habe, als ich einchecken wollte, früh, weil ich meinen Koffer mit den ganzen Einkäufen aufgeben musste und ich direkt mal auf den Flug 1 Stunde vorher gebucht wurde (scheinbar fliegt die LH stündlich diese Route), weil Sturm angesagt war und man nicht wusste, wie sich das Wetter entwickelt. Das Free Wifi am Flughafen hat mich gleich wieder erkannt und nach den Kontrollen hatte ich gerade mal noch eine knappe halbe Stunde, bevor das Boarding begann. Es hat allerdings gereicht, meine Trinkflasche aufzufüllen (die haben jetzt die Trinkbrunnen extra so konstruiert, dass Flaschen drunter passen – great!) und ich die Handcreme auf der Damentoilette nutzen konnte (I love Heathrow). Im Flieger kam die nächste Überraschung: Voller wurde es nicht.

IMG_8428Jetzt könnte man meinen, klar, das ist nun mal so wenn die so oft fliegen. Allerdings war der Hinflug voll bis auf den letzten Platz und ich würde mich wundern, wenn die Hinflüge signifikant weniger seien als die Rückflüge. Auch im September waren beide Flüge recht voll. Aber klar, ich möchte mich nicht beschweren und habe mich so breit gemacht wie ich konnte (und das kann ich sehr gut!). Leider war aufgrund des Sturms die ganze Sache eine ziemliche wackelige Angelegenheit (boah war mir schlecht nach dem Start) und es ist total übertrieben, wenn irgendwelche „ich fliege zum ersten Mal“- Gäste nur wegen eines Luftlochs hysterisch aufschreien. Aber ist man erst mal ganz oben, geht es eigentlich. Vor allem wenn dann das Catering kommt (ich mag ja Lufthansa als Airline echt gerne…)

Kurz vorm Verhungern gab es dann erst eine Käsesändwich und dann die Reste meines Megges Schokomuffins mit dem guten alten Tomatensaft (natürlich nicht ohne Pfeffer und Salz) zusammen (Anm. der Autorin: Nein, ich bin nicht schwanger und war es noch nie, aber salzig und süß ist einfach eine geile Kombi). Ach richtig, zu guter letzt nochmalein paar Fotos (wie gesagt, ich kann es nicht lassen)…

Ich war jetzt schon einige Male hier, aber ich plane direkt die nächste Reise in diese unglaubliche Stadt. Es gibt noch so viel zu entdecken und ich bin mir sicher, im August muss es noch schöner sein (da regnet es dann vielleicht nur 2 Stunden statt 6 Stunden..). So viel zu sehen und so wenig Zeit. Wenn wir dazu bestimmt wären, nur an einem Ort zu sein, hätten wir Wurzeln statt Beine.

Fazit zum alleine reisen: Es ist anstrengend, klar, aber man bekommt seinen Kopf unheimlich gut frei von allem anderen Kram weil man sich einfach so sehr auf das hier und jetzt konzentrieren muss, dass man keine andere Wahl hat! Mir hat es gefehlt, meine Eindrücke und Meinungen zu teilen, das war natürlich etwas schade. Ich werde trotzdem weiterhin ab und zu alleine verreisen, aber zeitlich limitiert oder aber dahin, wo ich weiß, dass es einfach ist, Leute kennen zu lernen (Sprachkurs, Backpackertouren etc.) Ich kann es trotzdem jedem nur empfehlen, das zumindest einmal gemacht zu haben 🙂

 

In diesem Sinne: Danke fürs Lesen  – auf bald!

 

… wobei mich auch Frankfurt nett begrüßt hat…

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Nur ein (oder zwei) Gedanke(n)

So. Nun habe ich mich dazu entschlossen, zwei neue Reisearten auszuprobieren. Als Leser hat man ja hier gemerkt, dass ich mich eingehend mit diesen Themen beschäftige und Reisen, Reiseplanung etc. ganz oben auf meiner Was-mir-im-Leben-wichtig-ist-Liste stehen.

Zuerst werde ich also nun Ende Januar alleine auf Reisen gehen. Dazu muss man wissen, dass ich nie der Mensch war, der viel alleine gemacht hat. Mir wird schnell langweilig und meine beste Zeit hatte ich bisher immer in der passenden Gesellschaft. Nun stolpere ich aber alle paar Wochen wieder über die Problematik, dass ich schlichtweg nicht genug Mitreisende finde für die vielen Ziele, die mich interessieren und die schon gar nicht so viel ihres Einkommens investieren mögen. Wer bin ich, dass ich das verurteilen könnte – nur halt blöd für mich. Deshalb fange ich einfach klein an, mit 2 Nächten in – London. Ja, wer gut aufgepasst hat, wird gelesen haben, dass ich erst im September dort war. Allerdings sprechen mehrere Gründe dafür.

1. Ich liebe England. Ja, das ist so und wird auch immer so sein. Die Stadt sowieso, die Sprache (wer liebt diesen Akzent nicht?!), die Kultur, alles was es nur dort gibt und hier nicht. Und das Commonwealth an sich (treuer Fan von Neuseeland, Australien, Hong Kong…). Und ich liebe es auch, wenn ich selbst dazu komme, Englisch zu sprechen. Ach ja, und natürlich ist es das stilvollste Entwicklungsland …RULE, BRITANNIA.

2. Theater. Es wäre jetzt zu einfach zu sagen, dass ich Theater auch liebe. Daher erwähne ich einfach kurz, dass einer meiner liebsten Schauspieler in London auf der Bühne steht (Andrew Scott) und ich mir das keinesfalls entgehen lassen kann! Außerdem habe ich mir im September nicht Les Mis angeschaut (oookay, ein Musical, kein Theater, aber trotzdem) und das muss ich unbedingt nachholen, auch wenn die gescheiten Tickets 100 Pfund kosten. Experiences are far more valuable than money will ever be.

3. Ich bin noch nicht fertig mit UK. Ich war einige Male da (sicherlich nicht „oft“); im Süden zum Baden, in den Midlands zum Arbeiten für ein paar Monate und natürlich immer wieder London. Vielleicht hört das irgendwann mal auf, bisher allerdings noch nicht und so lange nutze ich das. Der 30 € Lufthansa-Gutschein (was, die verteilen Gutscheine?!) in meinem eMail Postfach heute morgen hat die Entscheidung bestätigt.

Also werde ich 3 Tage im schönen Westend verbringen – und selbstverständlich berichten. Vielleicht entdecke ich das alleine Reisen ja für mich und würde damit einige meiner Sorgen los 😉

 

Die andere Reisevariante sind Gruppenreisen. Das wird allerdings in Abhängigkeit davon mehr oder weniger extensiv erfolgen, wie mir das alleine Reisen (nicht) zugesagt hat. Angedacht ist hier auf jeden Fall ein – drei Länder, in denen ich noch nicht war und die eine sehr andere Kultur haben; huch! –  da eignet sich Asien ja perfekt dafür! Es gibt eine ganz nette Route von Singapur aus über KL, Penang und dann hoch über ein paar Inseln nach Phuket. Das klingt ganz nett und wäre eine schöne Möglichkeit, Ende 2016 dem kommenden Winter zu entfliehen. Ich werde natürlich berichten.

 

So viel dazu. Sorry, heute hat irgendwie der Witz gefehlt. Der hat sich vermutlich vor mir versteckt und ist zu Schreibern ausgebüxt, die ihn besser behandeln.

 

In diesem Sinne – bis demnächst.

 

 

[Wen es interessiert: Bild by myself. Neuseeland im Abel Tasman Nationalpark auf der Südinsel, 2014]