10 greatest flower pics

When on travels, I love to take pictures of either flowers or stunning sceneries with flowers in the front. No matter where, I just love it. So therefore see my most beautiful pictures in this category. I hope you enjoy them.

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Abel Tasman, New Zealand South Island, December 2014

 

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Forum Romanum in Rome, Italy, September 2016

 

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Rüdesheim, Germany, September 2016

 

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St. Pauls in London, UK, August 2016

 

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Dartmouth, Devon, UK, June 2016

 

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Sevilla, Spain, May 2016

 

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South West Coast Path, Torbay, UK, to the way to Hope’s Nose, June 2016

 

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Key West, Florida, USA, September 2013

 

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Rhodes, Greece, July 2014

 

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Outstide Topkapi Palace, Istanbul, May 2015

Rome or the insignificance of human life

Wo anfangen… ewige Stadt, Rom. Der Ewigkeit so nah. So nah in Europa und mit 27 das erste Mal dort gewesen, das gesehen und berührt, was vor 2000 Jahren war und – so zu hoffen – auch in 2000 Jahren dort noch sein wird. Was dann sicherlich nicht mehr sein wird, bin ich. Sind wir, alle, die diese Zeilen lesen. Und dann wird dem im ersten Moment so begeisterten und vordergründig kultivierten Besucher schmerzlich bewusst, dass das eigene Selbst, das ich in all dem was es sein kann und zu sein vermag, eben doch nur das ist: Wahr für den Moment, wahr für jetzt, wahr für das ich. Und wenn die Ewigkeit das nächste Mal einatmet, verschwunden.

What to write about the eternal city, Rome. So close to eternity. So close in Europe but first time there at 27 years, touched and saw what has been built 2000 years ago and hopefully will remain there for the next 2000 years. What will be gone by then is me. Is us, is everyone reading those lines. This is the moment when the superficially sophisticated visitor has to accept the fact that the own self, all that it is and ever will be, is just true for the moment, true for now, true for the self. And as soon as eternity catches breath again, will be long gone.

Jedes Reiseziel hat bekanntermaßen seine must-sees und in einer Stadt wie Rom gibt es da offensichtlich einige solcher: Angefangen beim Vatikan über den Petersdom, Sixtinische Kapelle und Petersplatz über das Kolosseum, Forum Romanum endet dies abhängig von der individuellen Meinung des Besuchers in der Regel am Trevi-Brunnen. Ich kann hier allerdings gemischtes Feedback zu Protokoll geben, allerdings trotzdem nicht guten Gewissens von etwas abraten. Denn auch wenn beispielsweise eine Vatikantour schon dem Klischee entspricht und zumindest die Sixtinische Kapelle etwas überbewertet scheint (ja okay die Decke ist ganz nett, aber ansonsten einfach nur voll und unspektakulär), ist der Petersdom sowohl von innen als auch von oben die Reise definitiv wert! Über das Kolosseum bei Nacht (keine Schlangen und romantische Beleuchtung) und das Forum Romanum (wow!) kann ich nur positiv berichten.

Every destination has its own must-sees and oviously, Rome has quite a few of them. Starting from Vatican to St. Peters Basilica, Sistine Chapel, St. Peters Square to Colosseum, Forum Romanum, this list ends depending on the visitor mostly at the Trevi fountain. Well, I have to provide mixed feedback about those but cannot  recommend skipping one of them. Even if a tour through the Vatican fulfils the Rome clichée and the Sixtine Chapel is slightly overrated (nice ceiling but so what?), at least St. Peters Basilica is totally worth the journey – as well as from the inside and from the top! Also, Colosseum at night to avoid the crowds and to catch the romantic lighting as well as Forum Romanum is definitly a good choice.

Was allerdings diese Reise drei bis fünf Mal reisenswert machte, waren folgende Highlights und zwar alle kostenlos.

What really made this trip worthwile in fact were the following highlights which were all free:

Platz 4: Piazza Navona. Leben, Musik, Lachen. Menschen, die sich von Terror, Angst und der Endlichkeit des Seins nicht beeindrucken lassen und ihr Leben feiern. Die Atmosphäre dort und in den kleinen Gassen drumherum sprüht vor Lebendigkeit und Lebensfreude.

#4: Piazza Navona: Life, music, a good laugh. People who do not seem to care about terrorism, fear and the own finiteness just having a good time. A really vivid atmosphere at this piazza and in surrounding streets.

Platz 3: Engelsburg und dazugehörige Brücke im Dunkeln. Was bei Tag doch recht einfach und fast schon enttäuschend anmutet, ist bei Nacht ein Märchen. Ein folgender Spaziergang an der Tiber entlang vergoldet den Abend.

#3: Castell Sant‘ Angelo and its bridge at night. At daytime, this looks a bit odd but turns into a glow-in-the-dark fairytale. Ideally followed by a stroll at the Tiber perfects a night.

Platz 2: Pantheon. Wer hätte gedacht, dass so eine simple Kirche, die größtenteils von außen so gar keine Ästhetik versprüht, so zu beeindrucken weiß? Die Säulen, die Mauern, die zu dem Besucher sprechende Ewigkeit. Und von innen setzt sie sogar noch eins drauf. Wahnsinn. Tipp: auf den Mauern rechts und links eine Weile im Schatten sitzen und den Musikern auf dem Vorplatz lauschen.

#2: Pantheon. Who would have guessed that a rather simple church like this which looks a bit bulky from the outside can impress a traveler so much? The columns, the walls, the eternity speaking to the visitor. And it’s even better from the inside – amazing. My personal hint: Spend a bit of your precious time sitting on the walls to the left or the the right and listen to the great musicians at the piazza.

Platz 1: Fontana di Trevi. WOW. Ich war zwar in Las Vegas an dem Imitat, weigere mich dennoch zu glauben, dass es das sein sollte, was sie nachbauen wollten. Definitiv sowas dran vorbei, in allen Aspekten! Idealerweise spät abends oder früh morgens hingehen, das scheint nicht nur mein Highlight gewesen zu sein.

#1: Fontana di Trevi. WOW. Well I have seen the Vegas‘ copy of it but still I cannot believe that this was what they tried to imitate – no way! Walk by late evening or early morning as this amazing place seems to be a highlight for lots of Rome visitors.

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Oh ja und last but not least: EATaly anstatt Italy. Oder wie war das…? Definitiv nicht am Essen sparen, sowohl monetär als auch kalorientechnisch keine gute Idee, nicht in dieser Stadt und schon gar nicht in diesem Land! Ob Pizza im Steinofen, selbstgemachte Pasta oder kaltes Gelato in der Hitze, ich kann gar nicht genug schwärmen. Nur nicht unbedingt direkt an den großen Plätzen wie Pantheon oder Piazza Navona dinieren (wobei die Versuchung natürlich groß ist!), aber hier fällt das Preis-Leistungs-Verhältnis oft zu Ungunsten der Gäste aus. Leckeres Eis gibt es an jeder Ecke, aber besonders bei Giolitti in der Via Uffici del Vicario 40. Oh und der Wein.. der wunderbare Hauswein in weiß oder rot, der mit etwa 10 Euro pro Flasche im Vergleich zu einem Glas Bier zu 6 € pro Glas auch investitionstechnisch Sinn macht. Und die Kombination mit einer großen Flasche Wasser zu etwa 3-4 € ist definitiv sinnvoll. Ach und selbstverständlich können alle Kellner zumindest ein deutsches Wort: Gewürztraminer.

Last but not least: EATaly instead of Italy, right? Do not hold back in food terms (neither monetary nor dietary) in this country! Pizza from stone oven, home-made pasta or icy gelato in the heat makes an almost perfect trip. Just do not chose the big crowded piazza restaurants due to the rather disadvantegous price-performance-ratio. You can find great ice cream all around the city but especially at Giolitti in Via Uffici del Vicario 40 (Limoncello ice cream!! Jackpot!) Go for wine (bottle about 10 €) instead of beer (glas about 6 €) and add a big bottle of water to it (about 3-4 € which is cheap for Europe). And of course, all the waiters do know at least one German word: Gewürztraminer.

Die andauernde Hitze bei etwa 32 Grad plus Sonne (und das im September!!!), wo immer kein Gebäude oder Baum im Weg stand, macht auf Dauer dann doch etwas zu schaffen. Umso besser, ein Hotel mit Klimaanlage zu buchen (gibt es welche ohne in dieser Stadt?) und – man gönnt sich ja sonst nix – mit großer Badewanne zum Entspannen. Empfehlenswert wenn auch bedingt steuerbar ist ein Sommerregen in Rom bei immer noch 28 Grad. Ein ganz seltsames Gefühl, dass der Regen nichts ausmacht, dass gar nicht das Ziel ist, sich ihm zu entziehen, sondern dass er einfach nur gut tut.

The remaining heat at about 32 degrees plus sun (September – don’t want to visit in July or August) can be difficult to bear with. Therefore book a hotel with air con (probably there won’t be some without) and ideally with a large bath tub to relax after a long day. I can also recommend to enjoy a warm cosy summer rain with no need to run away from the wet.

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Und was bleibt dem ich davon? Die Erkenntnis, dass das eigene Leben dann doch über eine gewisse Unbedeutsamkeit weil Endlichkeit verfügt. Dass es ohne einen selbst schon so lange funktionierte und dass das auch nach einem der Fall sein wird. In 2000 Jahren, wenn sich niemand mehr an einen erinnert ist es egal, wie man gelebt hat. Was andere über einen gedacht haben oder deren Erwartungen. Dann zählt nur, dass man das getan hat, was einen glücklich gemacht hat. Dass man getan hat, was man wollte, dass man ausprobiert, genossen, versagt und gewonnen hat. Dass man niemals aufgegeben hat. Dass man glücklich war. Und das ist es, was mich am Reisen so fasziniert: Ich sammele keine Andenken, ich sammele Veränderungen in mir. Durch jede meiner Reisen einen neuen Aspekt, ein Stück mehr von mir. Und ich kann sagen: Das macht mich glücklich, denn ich muss nur mir selbst gegenüber Rechenschaft ablegen. Und dann kann ich hoffentlich irgendwann zurückblicken und mir denken: In 2000 Jahren wird sich zwar niemand mehr an mich erinnern –  aber ich allein habe dafür gesorgt, dass sich mein Leben gelohnt hat. Auch wenn ich verschwunden sein werde, sobald die Ewigkeit das nächste Mal ausatmet.

So what is left for the self? To realize that the own life is insignificant because it is finite. The world has worked without one for such a long time and this will continue after one passed away. In 2000 years, when nobody will remember you, it won’t matter anymore how you actually lived. What others thought about you or what they expected your life would be. The only thing that matters is that you did things you loved, that you did you actually wanted to do. That you never gave up. And this is the part that I adore so much about traveling: I don’t collect stuff, I collect changes in myself. Through all of my journeys I discover a new aspect of myself. And therefore I can say: This makes me so happy. And one day I might look back thinking that there will not be anyone remembering me in 2000 years time but I was the one who made my life worth it. Despite being long gone when eternity exhales the next time.

We travel not to escape life but for life not to escape us.

 

To the sea / 2016

Die letzten Tage im hohen Norden verflogen auch – wer hätte es gedacht – erst gar nicht und dann gefühlt in zwei Minuten. Zwischen Fischbrötchen, Weihnachtsmarkt, Wasser und viel Wind (gaaaaanz viel) hatten wir uns dann aber doch den Weg nach Rügen gebahnt. Zwischendurch mit dem Gefühl, als überquere man die Golden Gate Bridge, landet man nach der Überfahrt aus Stralsund auf der Insel, die zunächst eher wie Festland anmuten lässt. Nach einer dreiviertel Stunde jedoch hat man die Küste erreicht (insofern man dem Navi folgt) und zwischen viel Wald ist dann tatsächlich doch etwas Strand zu erkennen.

 

Eine Anekdote kann ich allerdings noch bieten und möchte ich auch nicht unerwähnt lassen. Ich nehme mich ja selbst nicht ganz ernst – oder versuche es zumindest – und ich versuche auch, mich nicht allzu wichtig zu nehmen. Daher konnte ich auch sowohl in als auch nach der Situation darüber lachen. Ich war gerade auf dem Weg ins Office, habe das Gebäude betreten, rüber zum Fahrstuhl. Da läuft ein älterer Mann um die 60 vor mir, der mir irgendwie bekannt vor kam. Allerdings war er in Anzug gekleidet und diejenigen, die vor Ort in Anzug unterwegs sind, kenne ich alle. Die Verwirrung stieg, als er vor mir in den Aufzug steigt und auf die 4 drückt. Zur Erklärung: Die 4. Etage ist unsere Verwaltung, Etagen 5 und 6 sind ein Call Center. Nachdem er gedrückt hat, dreht er sich zu mir um und fragt (sehr freundlich): „Sie müssen doch bestimmt ins Call Center?“ Ich verkneife mir das erste Lachen und verneine, erkläre, dass ich auch in den 4. Stock muss. Er, irritiert, nickt, zögert, setzt wieder an: „Dann sind Sie hier Praktikantin?“ Oh ja. Wie gesagt, ich nehme mich nicht allzu wichtig, daher erkläre ich freundlich, dass ich eine ganz normale Arbeitnehmerin bin, was er kaum glauben konnte. Stellte sich dann heraus, dass er gegenüber von meinem Office im Besprechungsraum Englischunterricht gibt, ich ihn schon öfter gesehen habe und er mich. Sehr freundlich der Mann, nur etwas ungesund nah an den Fettnäpfchen bewegend.

Tja, und jetzt bin ich wieder zu Hause und in zwei Tage ist Weihnachten. Gefühlt hatte ich zwei Jahre keine Weihnachten (denn bei 25 Grad ist es einfah nicht das selbe!) und daher freue ich mich noch mehr als sonst. Trotzdem muss ich sagen, dass urlauben über die Feiertage auch nicht das Schlechteste ist, denn alleine die Geschenke-Rennerei ist ja schon irgendwie nervig. Nunja, so hat alles seine Vor- und Nachteile.

By the way – ab Oktober 2016 werde ich dann für ein paar Monte von der asiatischen Arbeitskultur und Leben dort berichten. Doch vorher gibt es noch ein paar kleinere Urlaube und hoffentlich Berichte. Beginnend mit Türkeiurlaub über Silvester, London Ende Januar, Skifahren im März, evtl. Marrakesch über Ostern, Andalusien im Mai, MTB Wochentour Ende Mai, Island im August, Cannstatter Wasen und das ewige Rom im September / Anfang Oktober. Und dann natürlich – hoffentlich – noch ein paar Städte in fascinating Asia und wenn ich es schaffe, dann auch nochmal Paris weil je suis Paris.

In diesem Sinne

Schöne Weihnachten & einen guten Rutsch!

Hier geht es 2016 weiter.

 

Mailand: Ist das noch Italien?

.. ist die Freiheit grenzenlos.
Über den Wolken…

Die Ernüchterung bezüglich Mailand und der Expo (unser eigentlicher Grund für die Anreise) begann relativ harmlos. Ich glaube, es wird immer so sein, dass ich im Flugzeug am Fenster sitzen möchte (gut, es sei denn es ist Langstrecke in der Economy, da ist Fenster mit zwei Nebensitzern ätzend). Das war jetzt in 2015 mein 11. Flug und Ende diesen Jahres kommt noch einer. Klar, da fragt man sich schon manchmal ob das jetzt reicht oder nicht oder zu viel ist oder sowas, aber Tatsache ist, dass es einfach unglaublich wunderschön ist, jedes Mal neu festzustellen, dass die Sonne niemals weg ist, sondern immer da ist – eben über den Wolken.

Über den Wolken...
…ist die Freiheit wirklich grenzenlos

Für mich hat das was ungemein Tröstliches und selbstverständlich auch Faszinierendes weil die Kulisse nie gleich aussieht. Gut, man hat verschiedene Länder oder Städte unter sich (meine persönlichen Highlights: Istanbul bei Nacht, die Landschaft Englands mit den abgegrenzten Feldern und Mäuerchen sowie das Eis von Grönland), aber trotzdem steht die Sonne immer anders, die Wolken haben doch immer eine andere Form und im Endeffekt entgeht dem aufmerksamen Beobachter nicht, dass auch hier Entwicklungen stattfinden. Aber genug der Philosophie (und den Klassiker „über den Wolken will ich hier auch nur indirekt in der Bildunterschrift bemühen…).

Auch wenn mich meine Lieblingsairline auf Kurstrecken regelmäßig enttäuscht, dieses Mal in Form des Snacks, der aus einem Jogurt und 2 seltsam schmeckenden Keksen bestand, bietet sie oft immer noch die besten Preise ab Frankfurt. Jo, also wieder auf mit dem Kranich und ab nach Italien. So der Plan. Von Italien hatte ich bisher nur Florenz gesehen und wahrscheinlich müsste ich hier einen eigenen Eintrag über die Schönheit dieser Stadt schreiben, aber ich war komplett begeistert und hatte zumindest eine gewisse Ähnlichkeit auch in Mailand erwartet.

Böser Fehler.

So in etwa.. dachte ich.
So in etwa.. dachte ich.

Nett: Dom, Einkaufsstraße von dort aus und außerdem zwei, drei Luxuseinkaufsstraßen, die wir dann entdeckt haben – die sahen dann auch wirklich mal aus, wie beispielsweise in Florenz die meisten Straßen aussehen. Süß, klein, verwinkelt, „typisch italienisch“ eben (oder nun doch eben NICHT!). Nun gut, das war wohl um die Ecke vom Four Seasons, haben wir aber erst später gesehen. Aber der Reihe nach.

Il Duomo
Il Duomo

Der Dom war zugegeben echt ganz chic, auch wenn die doch sehr aufdringlichen Armbandverkäufer sich teilweise zu viert auf uns gestürzt haben mit den Worten „Hakuna Matata – it is for free“. Glücklicherweise waren wir schnell genug und sind ihnen entkommen.

Wenn man aber dann mal um den Dom herumgeht, sieht man die wahren Ausmaße der Globalisierung und den gesättigten Märkten. Oder so ähnlich jedenfalls. Möglicherweise ist es mir einfach entgangen, ich habe nicht darauf geachtet oder schon wieder vergessen, aber meines Wissens nach hing beispielweise am Westminster Abbey kein überdimensioniertes Werbebanner für irgendwelche Schuhe oder Ähnlichem. Hier halt schon.

Ja, wir nutzen jede Werbefläche. MfG Turkish SHOES.
Ja, wir nutzen jede Werbefläche. MfG Turkish SHOES.

Auch wenn der nette junge Mann auf dem Plakat nicht unbedingt unesthetisch wirkt, so ist das doch – meiner bescheidenen Meinung nach – dezent fehl am Platz. Aber vielleicht bin ich zu konservativ. Eine vergleichbare Situation hatte ich zuletzt in Nottingham, UK, 2010 erlebt – da haben wir in einer zu einem Pub umgebauten Kirche mit einem Pitcher Margarita vorgeglüht, um dann feiern zu gehen. Nun gut: Andere Länder, andere Sitten.

Duomo Shop. Gibt es hier Turkish SHOES?
Duomo Shop. Gibt es hier Turkish SHOES?

Aber es geht natürlich noch weiter. Welcher Dom hat auch heutzutage keinen gut sortierten Fanshop direkt nebenan? Man hat ja mit der Zeit zu gehen, und selbstverständlich nehmen die auch Kreditkarten. Da ist man in Hong Kong in einem Kloster womöglich überrascht, dass man zwar keine Fotos machen darf, der Shop aber in fünf Sprachen darauf hinweist, dass Visa und Mastercard gern gesehene Plastikteile sind.

Koreanisch-italienische Freundschaft.
Koreanisch-italienische Freundschaft.

Ja und dann ist da noch unser Freund Samsung. Mein Italienisch ist zwar leicht eingerostet (ich habe mich auf Grazie und Prego während des Aufenthaltes beschränkt), aber trotzdem konnte ich mir einigermaßen zusammenreimen, dass hier ganz offensichtlich ein koreanisches Unternehmen den Aufbau einer italienischen Kathedrale unterstützt. Jetzt würde mich doch mal interessieren, ob das in Florenz, Rom oder wo auch immer ähnlich ist und wenn ja, gäbe es da in Deutschland ja auch einige Kirchen zu restaurieren. Ob die wohl auch Umbauten von finanziell eher schwach aufgestellten Kirchen in Bars vornehmen? (Der gemeine Koreaner gilt als recht trinkfest, sollte ihnen also womöglich entgegenkommen).

Aussicht
Aussicht

Aber genug der Kirchen-Blasphemie (ich muss unbedingt nach Rom, um hier entsprechend schreiben zu können…obwohl, besser nicht). Unser Hotel war ganz süß und unerwartet sauber. Die Aussicht vom Mini-Balkon hat mich dann doch wieder versöhnt, da hatte ich mein „typisch Klischee-italienisch“ dann zurück. Das Hotel „Nuovo Marghera“ in der Via Marghera war ein paar Metrostationen außerhalb, aber dafür recht preisgünstig.Und die Toilette war auch eine spannende Angelegenheit: Es gab im Frühstücksraum zwei davon, eine für Damen und eine für Herren. Soweit nichts Ungewöhnliches, wenn da nicht die Tatsache wäre, dass die Behindertentoilette in der Herrentoilette integriert war.

No offense!
No offense!

Zufälligerweise (nein, natürlich nicht zufällig!) lag das Hotel etwa 30 Sekunden Fußweg von einer Metrostation entfernt. Diese haben in Mailand wirklich spannende Namen, denn von „Uruguay“ bis „Wagner“ war echt alles dabei!

Der Wagner ohne Richard (okay, der war schlecht...)
Der Wagner ohne Richard (okay, der war schlecht…)
Sechseinhalb. Einfach sechseinhalb.
Sechseinhalb. Einfach sechseinhalb.

Dafür allerdings nehmen es die Italiener doch mit der Zeit genauer, als so manches Voruteil vermuten lässt. Natürlich auch wieder die Vermutung, dass das meine eigene verzerrte Wahrnehmung ausmachen könnte, allerdings habe ich noch in keiner größeren Stadt gesehen (noch nicht mal in Asien!), dass die Warteminuten in der Metro so detailliert angegeben werden. Siehe Bild.

Vorspeise
Vorspeise (das Brot kam dann, als wir fast alles gegessen hatten…)

Bevor ich auf die Expo eingehe, noch ein Schwenker zu einem essentiellen italienischen Tatsache: Das unglaublich leckere Essen. Wie es der Zufall wollte (und dieses Mal war es wirklich ein Zufall!), lag direkt neben unserem Hotel eine typisch italienische Pizzastube. Das fing schon so an, dass das Restaurant erst um Punkt sieben Uhr aufgeschlossen wurde, und die Schlange, welche sich davor gebildet hatte, bis zu diesem Zeitpunkt eiskalt ignoriert wurde. Man sprach natürlich italienisch dort und die Kellner zeigten wenig Begeisterung davon, hier abzuweichen.

Pizza soloNachdem ich in London lernen durfte, was Sprachbarrieren sind, war die Kommunikation im Vergleich doch recht einfach. Die vielen Einheimischen, die beim Verlassen des Restaurants über die Wartezeit mit einem Glas Sekt aufs Haus hinweggetröstet wurden, hatten uns noch zusätzlich bestätigt, dass die Wahl dieses Lokals goldrichtig gewesen war. Abgesehen davon war es wirklich sehr sehr lecker!!

Die Schmankerl am Rand wie das besondere Parkschild oder den Clear Blue Schwangerschaftstest, den es in einer Art Automaten-Apotheke für günstige 40 € (in Worten: vierzig) zu haben gab (leider habe ich versäumt, das abzulichten) möchte ich hier noch erwähnt wissen. Auch, dass die Supermärkte dort noch ein wenig anders organisiert sind, als in unseren Landen; so nach und nach kann ich die Vorurteile bezüglich der deutschen Effizienz ja nachvollziehen.

Gut, unsere Einkäufe waren eher limitiert auf das Wesentliche.
Gut, unsere Einkäufe waren eher limitiert auf das Wesentliche.

Ob es da welche gibt?

So, nun aber zur Expo. Vielleicht lag es daran, dass wir am Wochenende waren – aber Hauptsache mal Witze darüber gemacht, dass jetzt bestimmt niemand mehr hin gehen will – aber mit solchen Menschenmassen habe ich vielleicht in London’s Rush Hour gerechnet, aber sicherlich nicht zum Ende einer Weltausstellung in Italien. Naja gut, man kann ja auch mal (meilenweit) daneben liegen. Das hätte uns eigentlich schon auf der Fahrt mit der Metro nach RHO Fiera zum entsprechenden Bahnhof auffallen müssen, aber wir machten uns lieber darüber lustig, dass die umsatzorientierten Italiener die Innenstadtzone zwei Stationen vor diesem Bahnhof haben enden lassen, sodass, um dort hinzukommen, ein Aufschlag zu bezahlen war. Gewinnmaximierung vor Simplifizierung. Die ersten Schlangen haben wir dann noch relativ zäh überstanden, denn wir wussten glücklicherweise nicht, was auf uns zukommt.

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Nachdem man dann durch die Sicherheitschecks war, musste man noch einmal etwa 15 Minuten laufen und dann kam man auf den „Hauptgang“, an dem die Expopavillons – einige schön, andere weniger – errichtet waren. Note: Vielleicht lag es auch an dem sehr grauen Himmel, aber irgendwie sah das alles relativ trist und unspektakulär aus. Die Idee, hierher zu fahren, entstand ursprünglich daraus, dass wir beide auf der Expo 2000 in Hannover (ja, lang ist’s her) waren und das beide als echt toll gemacht (landschaftlich u.a.) und spannend (die Pavillons) in Erinnerung hatten. Tja, also landschaftlich war da eher reduziert zu Stein und Plane (bis auf die Außenhüllen der Pavillons) und spannend – dazu komme ich gleich.

„Der Hauptgang“

Ich könnte jetzt zunächst beschreiben, dass uns die Schlangen an den vorderen Pavillons abgeschreckt haben und wir einfach weiter nach hinten gehen wollten, in der Hoffnung, dass es dort weniger sein würde. Auch passt es hier eigentlich darüber zu schreiben, dass Lindt auch einen Pavillon hatte und wir uns dann dort angestellt haben – Wartezeit war nur etwa 30 Minuten. Doch dann müsste ich auch schreiben, dass die Freude schnell verging, denn der Pavillon bestand gerade mal aus ein paar Bildern von Kakaobohnen, dem Prozess der Schokoverarbeitung und natürlich einem riesigen Shop (mit selbstverständlich deutlich höheren Preisen als in Deutschland).

Nein, ich möchte nicht mit Worten langweilen sondern das Erlebnis mit einem einzigen Bild zusammenfassen:

... die Stunde hat sechzig Minuten, oder? Also 240 durch 60... ehhh.. 4 - stimmt das? Kann das wirklich sein?!?!?
… die Stunde hat sechzig Minuten, oder? Also 240 durch 60… ehhh.. 4 – stimmt das? Kann das wirklich sein?!?!?

Ja, es konnte. Nicht, dass wir das ausprobiert hätten (um Gottes Willen!!), aber wer jetzt denkt dass die ecuadorische Ausstellung einfach nur besonders nachgefragt war, hat sich geschnitten (genau wie wir…). Von den Länderpavillons war nichts in unter drei Stunden zu haben und das hat uns jetzt eher peripher motiviert. Selbst für die Essensbuden musste man 30-45 Minuten anstehen. Gut, man kann nicht immer Glück haben. Also noch schnell auf den deutschen Pavillon drauf (das ging zum Glück ohne längere Wartezeiten) und hier noch ein paar Impressionen festgehalten. Das war auch mein eigentlicher Grund, die Ausstellung zu besuchen, denn diese „Bäume“ auf den Fotos sind sog. Solarbäume mit organischen Photovoltaikmodulen, die in dem Business Field entwickelt wurden, in dem ich auch arbeite. Quasi das Projekt der Kollegen erstmals auf großer Bühne. Die kann man drucken, sind daher super flexibel, erzeugen auch Energie wenn bewölkt und sind auf für die Indoor-Anwendung geeignet. Genug der Werbung, lassen wir Bilder sprechen.

Die Module. Bei dem Wetter sicherlich sinnvoll, dass die auch ohne direkte Sonneneinstrahlung funktionieren.
Die Module. Bei dem Wetter sicherlich sinnvoll, dass die auch ohne direkte Sonneneinstrahlung funktionieren.

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Eigentlich ganz cool waren die Infotafeln über die einzelnen Bundesländer (siehe linkes Bild mit den blauen Schildern). Ich mag es echt gerne, zu lesen, wie Deutschland, seine Bewohner und Eigenheiten gegenüber anderen Ländern dargestellt und gesehen werden, daher konnte ich es nicht lassen, einige Infos festzuhalten und hier hochzuladen. Die Interpretation überlasse ich euch, möchte hier nicht noch weiter polarisieren als ohnehin schon (Bilder werden groß beim Klick darauf).

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Nachdem Lindt – Pavillon und dem Aufgang zu den Solarbäumen haben wir dann den Expobesuch beendet – man soll ja aufhören, wenn es am schönsten ist!!

Die restlichen Stunden in der Stadt verflogen relativ schnell. Ich möchte an der Stellte noch den Disney-Store erwähnen, der nun ja neuerdings auch Star Wars führt. Trotz der Kommerzfaktors macht es immer wieder Spaß, einen zu besuchen.

Auswahl
Auswahl
Bei dem wäre ich fast schwach geworden.
Bei dem wäre ich fast schwach geworden.

IMG_7430Außerdem gibt es hier „die etwas andere Ampel“, die uns zufällig im Weg gestanden hat. Habe ich auch noch nirgends sonst gesehen, aber gar keine so schlechte Idee;  Farbe rot war ganz normal.

IMG_7454Und auch hier gibt es Preise, die jenseits von gut und böse sind. Wir haben natürlich vorher auf die Karte geschaut, wussten das auch aber wollten das zumindest einmal machen – außerdem gab es akuten Toilettenmangel (due to a lack of Starbucks in the whole city). #mangönntsichjasonstnix #hashtagssindjasooooocool.NICHT

IMG_7455Netterweise konnten wir die letzten Stunden vor dem Abflug noch bei gutem Wetter im Park verbringen, auf einer Bank in der Sonne, bevor es ab in die Kälte ging. Das ist natürlich der große Vorteil des Südens – aber man kann ja nicht alles haben, hat mal irgendwer gesagt.

IMG_7457Zu guter Letzt noch ein paar Kuriositäten vom Flughafen. Da ist zum einen der günstige Trüffel für nur 69 € pro 2,5 g, von denen schon einige verkauft waren (oder es zumindest so aussehen sollte). Aber Hauptsache mal ein Schnäppchen im Duty Free gemacht.

IMG_7459Und darüber muss ich glaube ich auch nicht so viel sagen; kann mir aber gut vorstellen, dass sowas nur in Italien wirklich ein Standardprodukt ist, was mal eben am Flughafen erworben werden kann. Nunja, scheint sich ja zu lohnen, sonst würde es nicht hängen. Und man hat durch den Kauf den riesigen Vorteil von vollen 16 statt nur 12 popelige Monaten. Wenn das mal kein schlagendes Kaufargument ist.

IMG_7482Manchmal gibt es Produkte oder deren Variationen, die in Deutschland nicht unbedingt erhältlich sind. Abgesehen von KitKat Oreo, die mir in NZ im Supermarkt über den Weg spaziert ist, fand ich das Kinder Bueno White, was es in Italien an jeder Ecke gab, auch besonders gelungen. Natürlich haben wir direkt einen Import-Export davon gegründet. Völlig unverständlich für mich wird aber immer bleiben, wieso das teilweise so restriktiv gehandhabt wird. Da entgeht den Konsumgüterunternehmen meiner Meinung nach einiges an Umsatz.

IMG_7465Zum Schluss noch eine kleine Inspiration für meine nächsten Reisen: Das Streckennetz von Lufthansa. Okay, Asien ist irgendwie abgeschnitten, aber ich möchte darauf hinweisen, dass das keine Absicht war, weil mich das auch sehr interessiert und viel realistischer im Budget liegt. Da möchte ich dann doch noch das Zitat von Susan Sontag bemühen:

„I have not been everywhere, but it’s on my list.“

Ich bedanke mich für eure Aufmerksamkeit!