NZ: Haus am See

„Und am Ende der Straße steht ein Haus am See.“*

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Lake Pukaki. Ein Wunder und gleichzeitig eine Welt für sich. Ich habe in den letzten Wochen viel Wasser gesehen, ob Meer oder Seen und irgendwann sieht alles gleich aus. Bis auf den Lake Pukaki. Mit wunderbarer Aussicht von meinem Zimmer auf dieses Naturschauspiel ließ sich komfortabel beobachten, wie schnell sich der Himmel verändert und die riesige Wasseroberfläche mit dem höchsten Berg Neuseelands, dem Mount Cook im Hintergrund, ist wahnsinnig facettenreich.

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Und für ein bisschen Posing in Eigeninteresse ist auch noch Zeit. Zur Abwechslung mal nur mit Hut ohne Rucksack, dafür mit glasklarem Wasser (nicht warm genug zum Schwimmen, aber wen stört das bei DER Aussicht).

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Ich könnte hier deswegen viel zu viele Bilder** hochladen und es fällt mir naturgemäß superschwer, die Auswahl zu begrenzen. Die Farben und Wolkenformationen waren einmalig und ich bin für diese Erfahrung wahnsinnig dankbar. Da hier so gut wie keine Lichtverschmutzung vorhanden ist, durfte ich eine Nacht lang Sterne beobachten. Leider ist meine Kamera sowie meine fotografischen Fähigkeiten zu schlecht für entsprechende Aufnahmen – aber ist es nicht so auf Reisen und im Leben, dass die besten Momente einfach nicht auf Fotos abgebildet werden können? Und das ist gut so.

PS: Ja, das ist eine Badewanne direkt am Fenster.

Und ja, es ist wirklich so gut, wie es aussieht.

Und nein, ich bereue nichts.

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*Nicht von mir. Von Peter Fox.

** Absolut nullkommanicht bearbeitet.

NZ: Sky and Sand

Listening to this ultimate relaxing song when typing these lines (just google „Sky and Sand“ if you don’t know it and you’ll just understand) while sitting inside to save my super sensitive skin from the aggressive sun outside. My biggest challange at the moment is realizing that is my vacation and I’m not doomed to full-day activies everyday, especially when jetlag is not done with me yet – but waking up at 5 am in the morning is really not that bad because the morning light is fabulous, starting hikes at 8 feels kind of „late“ … that does not happen to me when I’m working, that’s for sure!

Während ich diese Zeilen tippe, höre ich den erholsamsten Song überhaupt (google einfach „Sky and Sand“ falls du den nicht kennst und du wirst es verstehen) während ich im Motel sitze, um meine wahnsinnig empfindliche Haut vor der heißen Mittagssonne zu schützen. Meine größte Herausforderung gerade ist zu verstehen, dass es mein Urlaub ist und ich nicht jeden Tag von früh bis spät auf den Beinen sein muss (ganz besonders nicht in der sengenden Sonne), insbesondere unter Jetlag-Einfluss – aber es hat auch was, um 5 Uhr morgens aufzuwachen, weil das Licht wunderschön ist und Wanderungen um 8 Uhr früh zu starten, fühlt sich irgendwie „spät“ an… das passiert mir definitiv nicht, wenn ich arbeiten gehe!

Anyway, I met a nice girl from the US yesterday and we decided to take the ferry to one of the outlying islands to explore a bit. The ride took one hour and I had no idea that I could get seasick but until a few hours ago, I still felt like crushing through the waves. Arriving at Urapukapuka Island, it was well worth it. It felt like a lifetime ago that I have seen such crystal clear water. This is really where some people live and work. Thinking about my office and boring city gets me down so I just won’t do that. But I take the lesson that life doesn’t have to be solely work emails, daily routine and German annoyance. Just because we don’t know any other way yet doesn’t mean this is the only one. „Okay“ does not mean „great“ or „happy“ – only if we force ourselves to believe so.

Jedenfalls habe ich gestern ein nettes Mädel aus den USA kennen gelernt und wir haben eine Fähre zu einer der tausend Inseln hier genommen, um uns etwas umzusehen. Die Fahrt dauerte eine Stunde und ich hatte keine Ahnung, dass ich seekrank werde, aber bis vor ein paar Stunden hatte ich immer noch das Gefühl, ich würde auf der Fähre vor mich hin schaukeln (insbesondere nachts im Bett äußerst amüsant). Aber als wir auf der Insel Urapukapuka ankamen, hat sich das wirklich gelohnt. Es fühlt sich an, als wäre es ewig her, dass ich so kristallklares Wasser gesehen habe. Und hier arbeiten und leben wirklich Menschen! Wenn ich da an mein Büro und die langweilige Stadt denke, in der ich wohne, macht mich das fertig, also lasse ich es lieber bleiben. Aber ich nehme gerne die Lektion mit, dass das Leben nicht nur aus Arbeitsemails, Routine und dem deutschen Frust bestehen muss. Nur weil wir noch keine andere Lebensweise  kennen, heißt das nicht, dass das die einzige Art und Weise ist. „Okay“ heißt nicht „toll“ oder „glücklich“ – wir glauben das nur, weil wir uns selbst überzeugen, dass es wahr ist.

When I arrived 2 days ago, I hopped into the car, I got it running but I have to admit I was kind of scared. Being a lefty is no big issue but I needed to concentrate and keep out of the Kiwi speed. This is why today, although I didn’t really have to because I would be staying in Paihia another night, I got into the car and drove about 1,5 hours in total. I read about „rainbow waterfalls“ and a nice coastal hike but of course needed a car to get there (and this is why I actually rented one in the first place). And – it went really really well!! No problems at all with confusing the left side (always remember: „left side is right side and right side is suicide“ or my personal favourite „men go left because women are always right“) and I was even able to keep up with the Kiwi speed, partly at least. Success for me that I celebrated with connecting my phone to the car to listen to some music and celebrate life (everyone who knows me will understand how much I love connecting speeding and singing).

Als ich hier vor 2 Tagen angekommen bin, habe ich direkt das Auto geholt und bin klargekommen, muss aber zugeben, dass ich schon großen Respekt hatte. Alles links zu tun ist keine große Sache, aber man muss sich eben schon konzentrieren und vor allem, den rasenden Kiwis aus dem Weg gehen … oder eher fahren. Deswegen habe ich heute, obwohl ich es nicht musste, wieder das Auto genommen und bin insgesamt 1,5 Stunden gefahren. Ich hatte von „rainbow waterfalls“ gelesen und mich über einen netten Küstenwanderweg informiert aber brauchte natürlich das Auto, um dorthin zu kommen (gerade diese Flexibilität zu haben, war der Grund, nochmal ordentlich Geld in Mietwägen zu investieren). Und – es lief wirklich wirklich gut, viel besser als gedacht. Ich hatte keinerlei Probleme mit dem links halten (immer dran denken „left side is right side and right side is suicide“ oder mein Lieblingsspruch „men go left because women are always right“ (macht beides nur auf Englisch Sinn)). Teilweise konnte ich sogar mit den Kiwis hinsichtlich Geschwindigkeit mithalten, was ich direkt damit gefeiert habe, dass ich mein Handy mit dem Auto verbunden habe und Musik hören konnte. Wer mich kennt, weiß, dass ich wahnsinnig gerne Autofahren und singen verbinde (und wer mich nicht so gut kennt, weiß es jetzt).

So guys, I am still fine. If you ever get the chance – or even if not, then just take it and make it happen – come here. It will definitly change you for the better. And yes, it’s so worth the hassle, the long flights, the time to invest and the uncertainty. To be honest, sometimes it is utterly terrifying but you’re rewarded with a beauty you didn’t even know could exist.

Also Leute, es geht mir immer noch gut. Wenn ihr jemals die Chance bekommt, oder wenn auch nicht, dann nehmt sie euch einfach und tut es – besucht dieses wunderbare Land. Es verändert einen. Und ja, es ist es wert, die Reisezeit, das ganze Geld und die Zeit und die immer vorhandene Unsicherheit. Ehrlicherweise muss ich zugeben, manchmal macht mir dieser Trip unglaubliche Angst aber ich werde mit einer Schönheit belohnt, die ich dieser Welt und diesem Leben schon lange nicht mehr zugetraut habe.

 

 

„Angsthase.“

Bis ich mich selbst als solcher bezeichne, habe ich üblicherweise eine längere Gedankenreise in Vorbereitung auf die eigentliche Reise hinter mir. 24-48 Stunden vor dem geplanten Abflug nimmt die Vorfreude in der Regel deutlich ab und es macht sich eine Wolke von negativen Gefühlen breit, hauptsächlich gespeist von der unvermeidbaren aufkommenden Unsicherheit, einem Maß voll „eigentlich ist es hier doch gar nicht so schlecht, wieso woanders hin gehen?“ und garniert mit der guten alten (leichten) Flugangst. Resultierend in „bin ich eigentlich bescheuert“ und unvermittelter Kurzatmigkeit wende ich dann oft die 10-Sekunden-Methode (noch 10 Sekunden länger durchhalten, das ist nicht lange, das ist zu schaffen, also bis 10 zählen und dann nochmal und nochmal…) an. Diese löst fast immer den nötigen Abstand aus, sodass ich mich selbst als „Angsthase“ wahrnehmen kann.  Es gibt für alles eine Lösung und ein Abschied ist zunächst temporär, da muss man gar nicht überdramatisieren und sich fühlen, als sehe man sein Büro zum allerletzten Mal oder dass sämtliche Menschen auch ohne einen zurechtkommen, weil jeder Mensch im Allgemeinen, und meine Person im Besonderen, ersetzbar ist. Dann kann man das fast schon als etwas Positives sehen, weniger Last auf den eigenen Schultern. Sicher bleibt dabei manches ungesagt, wodurch es aber nicht weniger wahr ist. Worte sind manchmal überbewertet, ich präferiere die Fragen. Und in solchen Situationen insbesondere zwei derer (Quote bei Erin Hanson): „What if I fall?“ „Oh, but darling, what if you fly?“ Und dann wieder … 1, 2, 3, 4, 5 …

Reisen – wieso eigentlich?

Ich habe mir schon oft die Frage gestellt, wieso ich eigentlich immer wieder wahnsinnig gerne Flüge an (meist) fremde Orte buche, versuche mit 3 Shirts und einem Paar Schuhe (diejenigen, die ich gerade trage) zwei Wochen lang auszukommen und dabei nichts Wesentliches zu reduzieren. Über die letzten Jahre bin ich ein großer Fan von wenig Gepäck geworden. Habe ich vor Jahren noch selbst für 2 Nächte einen 20-Kilo-Koffer gebraucht, reichte dann letztes Jahr ein Handgepäcktrolley für 2 Wochen großzügig aus und jetzt war ich eine Woche mit einem kleinen Daypack Rucksack und meiner Handtasche unterwegs. Und hatte natürlich immer noch viel zu viel dabei: Die Regenjacke habe ich hauptsächlich als Picknickunterlage zweckentfremdet und man braucht nun wirklich keine 3 Paar Socken für 6 Nächte (Klarstellung der Autorin: Ich wasche die Kleidung zwischendurch. Ich laufe nicht, ich wiederhole: NICHT(!) stinkend rum!)

Wird das Gepäck kleiner, steigt der Wohlfühlfaktor bei Reisen (insbesondere wenn man häufiger Hotels wechselt und ohne Auto unterwegs ist) überproportional an. Wer schleppt sich schon gerne zu Tode? Auch wenn Züge keine Nummern haben, denn die Kombination Ziel und Uhrzeit ist zur Identifizierung völlig ausreichen und auch wenn die Gleise – mit Glück – 15 Minuten vorher angezeigt werden, ist das eine recht angenehme Gelegenheit. Natürlich gönne ich mir den Luxus Super-Off-Peak zu reisen (dann wenn kein anderer fahren will, also meistens zwischen 12 und 14 Uhr, kostet dafür auch gerne mal bloß die Hälfte), aber nur weil etwas angenehm ist, heißt es noch lange nicht, dass man es gerne tut.

Also wieso reise ich so gerne?

Erstens: Ich habe festgestellt, ich bin einfach besser auf Reisen. Ich kümmere mich um meinen Kram (Tickets, Hotels, wie man wohin kommt, ganz grob was man wann machen könnte, rechtzeitiger Online-Checkin und vor allem wie ich es mir richtig gut gehen lassen kann) und kann Momente viel besser genießen. Wie oft hatte ich in Asien das Gefühl, dass einfach alles perfekt oder wunderschön oder unglaublich lebenswert ist? Ich habe aufgehört zu zählen. Gerade sitze ich im Zug, die so britische Landschaft rast (eher fliegt, so schnell sind die Züge in Britannien ja nicht) vorbei mit Hügeln, Feldern, die durch Hecken oder kleine Mäuerchen abgetrennt sind und hier und da mal ein Cottage, alles eingerahmt von einem intensiven, satten Grün, was vom Flieger aus regelrecht leuchten wird. Ich trage meine Sonnenbrille im Zug, verschwende Laptopakku um den Bildschirm heller zu stellen, weil dieser Anblick so wunderschön ist, dass er mir Tränen in die Augen treibt. Im Alltag fällt es mir ungemein schwerer, solche kleinen Momente zu schätzen und mich unendlich darüber zu freuen.

Zweitens: Die Freiheit. Wenn ich etwas über mich gelernt habe in 2017, dann dass mir meine Freiheit wahnsinnig wichtig ist. Ich hasse Regeln, ich finde sie überflüssig und langweilig. Ich weiß, dass ein zivilisiertes Zusammenleben ansonsten kaum möglich ist, trotzdem nerven mich Verpflichtungen, Termine oder Mikromanagement. Jeder, der mir genau vorschreibt, wie wann ich was wo zu tun habe, hat es sich schon mal direkt mit mir verscherzt. Auf meinen Reisen kann ich, da größtenteils alleine unterwegs, immer wieder selbst bestimmen, was ich wann wo und manchmal auch mit wem tun möchte. Für die paar Tage in London hatte ich mir eigentlich ein ungefähres Programm überlegt, bis auf ein Theaterticket war aber nichts fix gebucht. Und so habe ich fast nichts von dem Geplanten gemacht, weil ich statt Street Food Market im East End dann doch lieber nach Ladbroke Grove gefahren bin, durch Notting Hill spazierte und mir dann den Kensington Palace Garden angeschaut habe. Am nächsten Tag wollte ich dann lieber zwei Stunden im Hyde Park die Sonne genießen (ich habe noch selten so dichtes Gras gesehen!) anstatt durch Little Venice zu spazieren. Und diese spontanen Planänderungen liebe ich einfach.

Drittens: Die Menschen. Als Solotraveller ist das ein elementarer Teil der Reise. Natürlich fühlt man sich manchmal einsam, wenn abends an einem Sommerabend beispielsweise sämtliche Restaurants von Paaren oder Gruppen gekapert sind und der Kellner fragt „just yourself?“ „hell yeah!“ Lange hatte ich damit ein Problem, alleine essen zu gehen und habe es immer wieder geübt und mich überwinden müssen. Als ich in Brighton aber einen zuckersüßen Italiener (Restaurant, nicht Mensch) entdeckt habe, war es mir egal und um meinen Triumph noch mehr auszukosten, habe ich direkt den Roséwein probiert. Mir hätte nicht egaler sein können, dass er überhaupt nicht schmeckte. Das Kunststück ist, wie ich finde, eine Balance zu finden: Ich habe in der knappen Woche vier spannende Menschen und einen herzallerliebsten Hund kennen lernen dürfen (und ich mag eigentlich keine Hunde!). Einen Briten in London, der für die Regierung hinsichtlich Food Control tätig ist und mich netterweise darauf hingewiesen hat, dass ich von manchen asiatischen Restaurants in Soho doch eher Abstand nehmen sollte. Eine US-Amerikanerin, die mit einem Briten verheiratet und als Lehrerin arbeitet, hat mir spannende Einblicke in beide Kulturen sowie deren Schulsystemen gegeben. Und schließlich meine Airbnb Hosts in Brighton, Tony und Vaughn inklusive Hund Phoebe, deren Haus jedem britischen Klischee entsprach, mir abends ein Glas Rotwein auf der Terrasse mit Meerblick anboten und deren Gästezimmer eine Minibar mit Milch (für den Tee!!) enthielt.

Vielleicht fehlt mir einfach die gesunde Sichtweise auf Deutschland oder zumindest auf den Alltag, auf die Arbeit. Vielleicht werde ich diese Sichtweise nie bekommen und verstehen. Vielleicht ist es auch morgen soweit und ich reise gar nicht mehr.

Ich wüsste nicht, was ich dafür oder dagegen tue, aber ich weiß, dass ich einfach glücklicher bin auf Reisen. Dass ich ein besserer Mensch bin, offener, freundlicher, lebenslustiger, optimistischer. Bis sich das ändert, bleibt mir eigentlich gar nichts anderes übrig, als mehr von dem zu tun, was mich glücklich macht.

Und was, wenn nicht?

…wenn das Ende nicht gut ist? Wenn es dann aber leider zu spät oder vorbei ist und man nichts mehr daran ändern kann? Redet man sich dann solange die Konstruktion des „Happy Ends“ ein, bis man selbst seine Lügen glaubt? Und wer entscheidet eigentlich, wer dieses schöne Ende bekommt und wer nicht? Natürlich, alles ist abhängig von der eigenen Sichtweise. Aber mir kann niemand erzählen, dass bei einem Terroranschlag auf der London Bridge zu sterben, ein Happy End ist.

Schon oft habe ich mir die Frage gestellt, wie die Menschheit auch nur das minimale Recht auf Freude, Glück oder sonstige positive Gefühle empfinden kann, bei all dem Elend, was schon geschehen ist und tagtäglich geschieht. Wieso dürfen die einen das Leben so sehr genießen, während der Rest leidet oder einfach zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein das „Unhappy End“ bedeutet? Ich würde gerne an einen Sinn glauben, der über allem steht, so wie ein Dach, unter welches alles gehört, auch wenn es auf den ersten Blick nicht sichtbar ist, letztendlich dann aber doch Schutz vor dem Regen bietet.

Andererseits gibt es so viel Gutes, was die Welt zusammenhält. Altruistisches Verhalten oder einfach nur sehr anständige Menschen, welche höhere Werte teilen als „jeder für sich selbst“. Was ist die Wahrheit? Darf ich mich wirklich über ein langes Wochenende in London freuen – inkl. Upgrade in die Business Class, drei warme Mahlzeiten am Tag weil es hier Essen aus aller Welt gibt, stundenlang im Hyde Park rumliegen, den weißen Marmor, das Licht und die Rosen bei St. Pauls genießen – und dann über die London Bridge spazieren, eine Rose ablegen direkt unter der Nachricht der Mutter eines 21-jährigen Anschlagsopfers? Mich über das laute Hostel, die zeitraubende Arbeit beschweren und dann über den Security-Menschen wundern, der im Starbucks (!), in dem ich diese Zeilen schreibe, weitere Attacken verhindern soll?

Ich weiß es nicht und es hilft nichts. Es hilft niemandem etwas, wenn die Menschen meinen, nicht mehr glücklich sein zu dürfen – außer vielleicht den Terroristen, die dann doch ihr Ziel erreicht haben. Deswegen bin ich auch ein großer Fan des Theaters: Nicht nur, dass sowohl im West End als auch in renommierten Theatern wie Shakespeare’s Globe oder Barbican immer wieder Stellung bezogen wird zu aktuellen politischen Themen und Hauptfiguren („… who is the other devil? What’s his name? Trump!“ oder „a climate-change neglecting fake tan“), auch Aufrufe verbreiten sich zusehends, ob über Flüchtlinge oder die neusten Terrorattacken („…because the worst thing that can happen is letting those f*ers tell us how to live our lives!“). Es hilft den Opfern nicht, den Toten nicht, es hilft wahrscheinlich auch nicht, die nächste Attacke zu verhindern. Aber es zeigt zumindest: Wir sind nicht alleine.

Wieder gibt es keine Antwort auf diese Frage, auf so viele Fragen. Wieder einmal wird der Mensch alleine gelassen und zum tausendsten Mal liegt es an ihm, was er daraus macht. Ich bin mir sicher, dass keiner der Anschlagsopfer dieses Ende wollte, genauso wie tausende andere Tote bei Unfällen oder weiteren Anschlägen. In dem Moment hatten sie keine Wahl mehr. Wir, diejenigen die noch da sind, wir haben noch eine Wahl. Und zwar jeden Tag. Und gerade in Anbetracht solcher Vorfälle ist es unsere verdammte Pflicht, das Beste daraus zu machen – stellvertetend für all diejenigen, die dies nun nicht mehr können. Eine so abgelegte Rose kann vermutlich nicht für ein Happy End stehen, aber zumindest für ein Leben, was ein solches Ende wert war.

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Wie möchte ich leben?

Wer möchte ich sein? Was ist mir wichtig? Wer möchte ich gewesen sein und macht das überhaupt einen Unterschied? Gibt es so etwas wie Karma oder kann man sich in dieser Welt wirklich wie der letzte Vollpfosten verhalten, ohne dass das Konsequenzen in irgendeiner Art und Weise hat? Was ist die Wahrheit?

Nun suche ich schon (fast) mein ganzes Leben lang nach Antworten auf diese Fragen. An einigen Tagen oder besser in einigen Sekunden, wenn ich Glück habe vielleicht auch mal Minuten, fühle ich mich, als hätte ich Antworten gefunden. Als seien sie so klar, so leuchtend und so offensichtlich, dass ich mich frage, wie ich diese jemals nicht sehen konnte. Die Welt steht einladend weit offen, nur darauf wartend, dass jemand wie ich danach strebe, solche Fragen zu beantworten.

Und dann erscheint sie doch wieder wie die graue, dunkle Masse; ein hämisches Grinsen in der Sicherheit, niemals Antworten zu finden und wenn doch, dann gehen daraus noch viel mehr Fragen hervor, sich manifestierend in einem nie enden wollenden Kreislauf. Als sei diejenige Theorie, die besagt, dass das menschliche Gehirn nicht dazu in der Lage sei, den Kreislauf der Welt oder verschiedene Theorien von „Gott“ zu begreifen, ernüchternderweise wahr und als existierte faktisch nichts Wahreres.

„Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen.“ Ein gern gesagter, meiner Meinung nach weniger gern gehörter Satz. Eben weil der vielleicht gar nicht zutrifft, weil die Wahrheit womöglich weit außerhalb von dem liegt, was der Mensch sich in seiner Einfachheit vorstellen kann und ganz egal, wie viele Gedanken er sich darüber macht, doch niemals die „Wahrheit“ findet oder doch zu dem Schluss kommt, dass sie gar nicht erst existiert.

Für mein persönliches Befinden ist diese Idee extrem frustrierend, daher bin ich auf das Konzept der persönlichen Wahrheit umgestiegen: Jeder Mensch lebt in seiner eigenen Welt, mit seinen eigenen Wahrnehmungen, mit seinem Selbstbild, was manchmal Lichtjahre entfernt von seinem Fremdbild liegt. Das ist die Wahrheit – und manchmal, nicht immer, aber vielleicht öfter als man vermuten mag – ist sie vor allem eins: Genug.

Terror

In meinem Kopf gibt es gar nicht so viel, wie ich eigentlich immer denke. Abgesehen von der Existenz einiger omnipräsenter Themen ist mein Gehirn scheinbar so trainiert, dass es für nichts anderes Platz lässt – dies dafür aber wieder und wieder bis in das kleinste Detail durchdenkt,  so lange bis es wirklich keinen Spaß mehr macht und nur ein bitterer Schatten zurückbliebt, dessen Dunkelheit sich bestenfalls mit Zeit am Strand oder Weißwein verscheuchen lässt. Typisches ENFP-Persönlichkeitsmerkmal, wie ich gelernt habe.

Auch wenn das gängigste Verständnis des Wortes „Terror“ doch anders zu definieren ist, insbesondere in der heutigen Zeit, existieren auf dieser Welt verschiedenste Arten, wobei ich mir nicht anmaße auch nur die Hälfte deren zu begreifen. Dies ist als Privileg zu empfinden und es steht dem Menschen nicht zu, über die verschiedenen Wahrnehmungen dessen als solches zu urteilen. Terror beginnt im Kopf und schlimmer als derjenige, welcher an einen bestimmten Ort gebunden ist, kann man psychisch nicht entfliehen, denn er ist dabei, in jeder Tasche die man packt und schleicht sich mit über jede Landesgrenze, die man passiert.

Luxusprobleme, argumentiert nun der Belesene, vertraut mit all den fürchterlichen Schlagzeilen und Opferzahlen in dieser Welt. Ja, stimme ich zu. Aber nichtdestotrotz eine Herausforderung, eine Schlacht, die zu schlagen ist und deren Verlust, ähnlich dem „alltäglichen“ ortsgebundenen Terror, das Ende bedeuten mag. Auch wenn die Bantwortung der Frage, was die Welt im Innersten zusammenhält, als unmöglich in die Geschichte der Menschheit eingeht, so ist doch festzustellen, dass die Welt zumindest nicht nur schlecht ist – ansonsten würde sie eben nicht mehr zusammengehalten und wir alle verloren und zwar auch physisch und nicht nur in unseren Köpfen.

So bleibt der Kampf gegen den Terror jedem selbst überlassen, jeder Einzelne gegen seine Gedanken, seine Hirnstruktur, gegen die Dinge, die ihm viel zu wichtig sind und auch zu unwichtig; für die Dinge, die den Unterschied machen. Und trotzdem bleibt auch die Frage nach dem Ende, nach der Lösung, welche Sieger und Verlierer impliziert, in allen drei Fällen offen.

Top 11 (solo) travel hacks for Asia

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Travelling to Asia as a Westerner is very different to Europe or the US, especially if you’re a solo traveller here. Nevertheless, there are a few hacks that make travelling so much more convenient.

#1 Hakuna Matata – don’t worry. If you don’t understand anything or if you get lost – all will go well, just smile at people and they will mostly try to help you, especially in Taiwan and Japan. Your travel time is too limited than to spend it worrying about the next hours or the next day. Trust the universe.

#2 Carry business cards of your accommodation or places you want to return to with you. The taxi drivers are mostly unlikely to speak any English and they probably won’t understand something like „train station“ or „city centre“. Just show them the business card and you will be fine.

#3 Consider to buy a local SIM card. Having said this, I don’t mean you should always buy one. In the larger cities, wifi is greatly established, far better than in Europe. You have free wifi in shopping malls, metro stations, restaurants or sometimes even free city wifi. So carefully consider it.

#4 Download offline maps beforehand. It makes your life much easier (referring to Chinese street names here as well) and doesn’t require data, especially if you are not planning to buy a local SIM card. Via GPS you can track were you are and in which direction to walk, no matter the Chinese signs all around you.

#5 Learn a few words in the countries‘ language, at least something like hello, thank you and I am sorry. Even if you are far away from having a conversation in this language, locals will greatly appreciate that you know a few words as a matter of respect. Don’t expect the entire world to speak English.

#6 HALT – rule: This is especially true for longer travels or if you travel to tons of unfamiliar places in a brief time. I am writing this after almost 6 weeks in the 4th country and I feel my sense of adventure shrinked in the past few days. If this happens, check the HALT factors: Are you Hungry, Angry, Lonely or Tired? Each of those influence your mood and your attitude very much so make sure to avoid those in order to be in the right sentiment.

#7 Travel in your own pace. Don’t go for highlight-hunting or bucket-list-checking. Do what you want and do what you feel to do like, there is no point in forcing yourself to do anything. Take your time, it’s your travel and you don’t have to justify anything to Facebook status updates or Instagram pictures.

#8 Watch the locals. For example, if you go to a bakery and want to buy some yummy food, look on how the locals go shopping. Where do they wait for the cashier, do they pay with cash or credit card, do they line up or just wait around randomly (which rarely happens in south Asia I assume). Take your time, you will feel more comfortable this way and locals greatly appreciate if you adapt to their rules (matter of respect again).

#9 Do something familiar from time to time – even if it feels a bit strange to do what you always do in a new place (this especially relates to long-term travel). I love to listen to my Spotify playlists when I am in crowded, noisy places like metros at rush hour times. I need less energy and can restore my spirit of adventure.

#10 Develop your own habits in a foreign environment. All that is new costs some energy and humans can save some energy by establishing habits and repeat actions. So, if there is a shop you like, a café or a way you go everyday – this helps a lot to be able to settle in the new location much more comfortably.

#11 Meet some locals or other travellers. Especially when you’re on a solo adventure, use the great online world that we’re provided with and take the chance to talk to very different people than yourself. Couchsurfing is a great tool for that (you can use it just for meet-ups as well) and there are tons of Facebook groups (for women – check out Girls Love Travel group). Oftentimes, the people you meet know the challenges you’re facing and you instantly will have a topic to talk about. It’s a valuable experience to meet with actual strangers but to connect right away because you’re similar regarding travelling and open-mindedness (safety is prio 1 but as long as you meet in public spaces and don’t get intoxicated, you will be fine).

 

 

 

 

Eine Reise nach Asien als “Westerner” (Sammelbegriff für die Weltbevölkerung minus Asiaten) unterscheidet sich stark von Zielen in Europa oder den USA, insbesondere wenn man alleine unterwegs ist. Trotzdem gibt es ein paar Dinge, die einem das Leben bzw. die Reise erleichtern.

#1 Hakuna Matata – mach dir keine Sorgen. Wenn du nichts verstehst oder verloren gehst – alles wird sich irgendwie finden. Bleibe freundlich, lächle und die Menschen (Locals) um dich herum werden versuchen dir zu helfen, insbesondere in Taiwan und Japan. Deine Reisezeit ist zu kurz, um sie damit zu verbringen, sich um die nächsten Stunden oder die nächsten Tage zu sorgen. Vertraue dem Universum.

#2 Nimm Visitenkarten deiner Unterkunft mit – oder von Geschäften, Restaurants etc., die du nochmal besuchen willst. Taxifahrer sprechen nicht oft Englisch und die Chance, dass sie dich verstehen ist damit sehr gering, selbst bei Orten wie City Center oder Bahnhof. Zeige ihnen also einfach die Visitenkarte und sie wissen, was du willst.

#3 Prüfe, ob eine lokale SIM Karte Sinn macht. Damit meine ich nicht, dass man immer eine lokale Karte kaufen sollte. Gerade in den größeren Städten gibt es überall kostenloses Wifi – die Infrastruktur ist deutlich besser ausgebaut als in Deutschland bzw. Europa: Kostenlos online gehen in Einkaufszentren, Convenience Shops, Metrostationen, Restaurants oder sogar City Wifi ist in der Regel kein Problem.

#4 Lade Offline-Karten auf dein Handy. Das macht das Leben so viel einfacher (insbesondere wenn die Straßennamen aus chinesischen Schriftzeichen bestehen) und braucht noch nicht mal mobiles Internet. Via GPS kann man einfach nachverfolgen, wo man ist und in welche Richtung man laufen sollte.

#5 Lerne ein paar Wörter in der lokalen Sprache, zumindest „hallo“, „danke“ und „Entschuldigung“. Auch wenn man längst kein Gespräch in der lokalen Sprache führen kann, werden es locals sehr schätzen und als Zeichen des Respekts auffassen, wenn man zumindest ein paar Begriffe kennt. Man darf einfach nicht erwarten, dass die ganze Welt Englisch spricht.

#6 HALT – Regel: Das bezieht sich insbesondere auf längere Reisen oder wenn man in kurzer Zeit viele neue Länder sieht. Ich schreibe dies nach 6 Wochen im 4. Land und ich spüre, wie mein Abenteuersinn in den letzten paar Tagen etwas geschrumpft ist. Wenn das passiert, checke die HALT Faktoren: Bist du Hungrig, Wütend (Angry), Einsam (Lonely) oder Müde (Tired)? Jedes dieser vier beeinflusst die Stimmung bzw. die Laune sehr stark – also am besten erst korrigieren um wieder komplett fit für das nächste Abenteuer zu sein.

#7 Reise in deiner eigenen Geschwindigkeit. Keine Highlight-Jagd oder Bucket-list-Abhaken ist es wert. Tu was du möchtest und was sich richtig anfühlt, es macht keinen Sinn sich zu etwas zu zwingen: Manchmal ist weniger mehr, auch wenn es schwierig einzusehen ist. Nimm dir Zeit, es ist deine Reise und du musst nichts gegenüber niemandem rechtfertigen – schon gar nicht deinen Facebook Status oder das neuste Instagram Bild.

#8 Beobachte Locals. Beispielsweise wenn du in einer Bäckerei einkaufen gehen willst, schaue wie die Locals das tun. Wo und wie bezahlen sie, mit Bargeld oder Kreditkarte, stellen sie sich an oder warten sie zufällig (was wohl kaum in Asien passiert). Nimm dir die Zeit dafür, das macht es deutlich einfacher und die Locals finden es toll, wenn man sich ihren Regeln anpasst (zeigt wiederum Respekt).

#9 Erlebe ab und zu etwas Vertrautes – auch wenn das ein wenig seltsam anmutet weil du ja in einer neuen Umgebung bist (aber gerade wichtig, wenn man länger unterwegs ist). Ich liebe es, meine Spotify Playlists einzuschalten, insbesondere in lauten, vollen Locations wie Metros zum Feierabendbetrieb. Ich brauche dann einfacher weniger Kraft und kann schneller mit dem nächsten Abenteuer starten.

#10 Entwickele deine eigenen Rituale in einer fremden Umgebung. Alle neuen Dinge oder Umgebungen, Mahlzeiten etc. kosten Kraft und Menschen können Energie sparen, wenn sie Gewohnheiten etablieren und Handlungen wiederholen. Beispielsweise immer im gleichen Shop einkaufen zu gehen, ein bestimmtes Café zu besuchen oder einen bestimmten Weg jeden Tag zu gehen – das hilft, sich viel schneller an einen Ort zu gewöhnen.

#11 Treffe dich mit Locals oder anderen Reisenden. Insbesondere wenn du alleine unterwegs bist, ist die Online-Welt nie weit weg und perfekt dafür, mit sehr unterschiedlichen Menschen Kontakt aufzunehmen. Couchsurfing ist ideal dafür (kann auch für pure Meet-Ups genutzt werden) und es gibt unzählige Facebook Gruppen (für Frauen: Checkt die Girls Love Travel™ Gruppe). Oft kennen die Menschen, die man über diese Plattformen trifft die Herausforderungen, vor denen man steht und schon hat man ein Thema, über das man reden kann. Es ist eine tolle Erfahrung, sich mit völlig fremden Personen zu treffen, aber direkt auf eine Art verbunden zu sein, weil man sich eben doch ähnlich ist, was Reisen und die Offenheit gegenüber anderen Menschen betrifft (Sicherheit ist natürlich Prio 1 aber solange man sich im öffentlichen Raum trifft und keinen Alkohol konsumiert sollte es keinerlei Probleme geben).

 

 

 

 

Enjoy the moment

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Last weekend, one of our company’s manager died in a tragic accident. Don’t get me wrong, I didn’t really know him as he was quite high in the hierarchy (and I am not) but I have seen him sometimes presenting his business successes and he was very capable in doing so. Also I heard lots of good stories about him in the last days, but I reckon this is what you tell when someone dies (I just experienced once at a funeral a few years ago that this was not the case. The man who was buried wasn’t the kindest, still part of my family so I attended – but I appreciated the honesty when the priest just said “he must have had his reasons for living his life like he did.” People do not become saints just because they died).

But in this case, for all I know, the world lost a very decent human being and a great manager with further career aspirations. Anyway, this came out of the blue. I have lost my grandpa just a few weeks ago which was quite expected so I could deal with it. I was in the Taiwan office when the employees were informed by the managing director of this tragic incident. So I am not an English native speaker but they of course announced it in English. And I remember that I suddenly questioned all my language abilities when I heard those news, words like “he had a tragic accident and unfortunately he passed away.” And me and the colleagues sat there, most of them also non-English natives, staring at the MD, not able to believe what he just said. Suddenly the world started falling apart, I felt like in a movie, like this cannot be true. Passed away, this MUST mean something different than dying. This is just because of my bad English. I don’t get it. But a few seconds later I could tell by the look on the colleagues faces that my English was good enough to get that. The truth.

Have you ever heard shocking news? News that made you feel like you are in a surreal movie? When your throat suddenly dries out, you head goes dizzy and it’s like you’re not in this place not at this moment? Like you could wake up any second and this is so bad that it ought to be a dream? This usually lasts for a few seconds, maybe a minute followed by an intense feeling of helplessness and shock. After that, thoughts like “Is this terminal? Can I do anything? Any chance? How will life be like now? Is there anything I did wrong?” and the urgent need to suppress wild laughter due to the intense shock. Even by writing this now, my hands get sweaty as this takes me back to the situation a week ago.

I have to admit that I was fortunate enough to not experience those feelings for quite a while now. Instantly I was reminded of how it feels like and it made me appreciating not to feel like that for a long time. This really cuts my substance and I just caught myself writing this article in English first (I usually start with German) to gain some distance via the language. But let me get to the point: There is someone in our organisation who is a true inspiration to me –  proved it to be one more time. She is a high-performer, amazing leader and an even stronger manager but without losing the human side of life. A lot of women in management positions I got to know are struggeling to keep the appreciative, open, down-to-earth, kind side. She is able to do that and everytime I talk to her I feel so incredibly inspired by her ideas and her power – I would love to work for her but this is another story. Anyway, she also dialled in this telco and after the MD of the Taiwan branch ended, she took over. And both of them spoke for me with the following words (no quotation, just what I remember from the shocking minutes and might be mixed up with my own thoughts at this moment).

Our life is limited. Don’t live in the past or future, live in the moment which is so much more difficult than it sounds. Enjoy every second you have, time will pass by too fast. Try to be happy in every moment you have. Appreciate the people you are surrounded by because tomorrow might be the day when you get the call that something happened to them. Life is just too short to be mad about something or someone more than a few minutes. And finally, be safe. She probably said so much more but this is what I am able to remember. You hear those words from time to time but thanks to her, I was able to discover the real meaning of it. This was exactly what myself and so many other colleagues needed to hear at this moment because there is a certain solace rising from these kind words which was so hard to find but so much needed.

Maybe it is not important what has happened yesterday or what will happen tomorrow. Maybe it is just about today. Love the people you’re with, you can find good things in almost all of them. And if tomorrow I don’t see you again, my friend, and our names will eventually be forgotten, this planet just keeps turning like we never existed. But we know that somewhere in time we were forever, we were incredibly happy, we had the time of our lives, we were who we wanted to be and we were with the people we wanted to be –  and therefore, we made the difference that this life is all about.

Don’t look back in anger. Burn for something, fight, fall down and rise again. People have accidents, people get terminal diseases but YOU are still here for now. So you have absolutely no right or reason to be unhappy for only one second. Do what you love and do it often, tell people what they mean to you –  the time is now as there might be no other time left.

Write the life story that you love to read.

 

 

 

Letzte Woche ist einer der Manager unserer Firma bei einem tragischen Unfall verstorben. Versteht mich nicht falsch, ich habe ihn gar nicht wirklich gekannt; er war im upper Management tätig (und ich eben nicht), aber ich habe ihn manchmal gesehen, beispielsweise bei Präsentationen über seinen Geschäftsbereich und das konnte er richtig gut. Davon abgesehen habe ich in der letzten Woche viel Gutes über ihn gehört, aber ich schätze, so redet man nun mal über jemanden, der verstorben ist (ich habe nur einmal erlebt, dass dem nicht so war; auf einer Beerdigung vor einigen Jahren. Aber der Mann, der beerdigt wurde, hat nicht unbedingt das vorbildlichste Leben gelebt, war allerdings Teil meiner Familie, also war ich dort. Als der Priester dann sagte „er hat sicherlich seine Gründe gehabt, so zu leben, wie er es getan hat“, fand ich das sehr gut weil ehrlich. Menschen werden nicht plötzlich zu Heiligen, nur weil sie gestorben sind).

Aber in diesem Falle, jedenfalls nach allem was ich weiß, hat die Welt einen sehr anständigen Menschen verloren und die Firma einen großartigen Manager, der sicher noch weitere Karriere gemacht hätte. Dieser Unfall kam total unerwartet und das war echt schwierig. Ich habe vor einigen Woche meinen Großvater verloren, was nicht unerwartet war, also kam ich damit klar. Ich war in Taiwan im Büro als die Mitarbeiter von dem Standort-Chef über den tragischen Unfall informiert wurden. Ich bin ja kein Muttersprachler der englischen Sprache (schade), aber natürlich wurde dies auf Englisch angekündigt (wofür ich sehr dankbar war, auf Chinesisch hätte ich ja gar kein Wort verstanden). Und ich kann mich daran erinnern, dass ich mich plötzlich fragte, ob ich überhaupt noch Englisch kann, als ich gehört habe, was er sagt – Worte wie „he had a tragic accident and unfortunately he passed away.” Und wir saßen dort, fast keiner Muttersprachler, starrten besagten Chef an und konnten gar nicht realisieren, was er da gerade gesagt hat. Von jetzt auf gleich fing die Welt an, sich im Kreis zu drehen, ich habe mich gefühlt wie in einem Film, als könne das einfach gar nicht wahr sein. „Passed away“, das musste einfach etwas anderes heißen als sterben und dass ich sowas Absurdes verstanden habe, kann ja nur an meinem schlechten Englisch liegen. Weil es kann einfach nie und nimmer wahr sein. Aber ein paar Sekunden später, als ich die Gesichter meiner Kollegen sah, wusste ich, mein Englisch war gar nicht so schlecht und ich hatte alles richtig verstanden. Dass es die Wahrheit war.

Hast du jemals total schockierende Neuigkeiten gehört? Solche, die dich glauben lassen, dass du in einem surrealen Film bist, deine Kehle trocken wird, sich alles dreht und es sich anfühlt, als wärst du in dem Moment gar nicht an diesem Ort? Als wärst du nicht du, sondern als würdest du dir selbst zusehen, als Beobachter von außen? Als würdest du sicherlich jede Sekunde aufwachen weil das so übel ist, dass es nur ein Traum sein kann? Bei mir hält das normalerweise einige Sekunden an, möglicherweise auch eine Minute und dann kommt die Verzweiflung, Hilflosigkeit und die rasche Überlegung, ob denn daran noch irgendwie irgendetwas zu ändern ist, wie jetzt wohl die Zukunft aussehen mag und ob man selbst daran Schuld hat. Und schlussendlich muss ich mich zusammenreißen, nicht laut loszulachen, weil ich so unter Schock stehe. Und während ich das schreibe, werden meine Hände etwas zittrig weil ich mich so gut in die Situation vor einer Woche hineinversetzen kann.

Ich muss zugeben, dass ich dieses Schockgefühl seit einer Weile nicht erleben musste und als ich erinnert wurde, wie es sich anfühlt, konnte ich das wertschätzen. Aber worauf ich hier eigentlich hinaus will: Es gibt eine Person in unserer Organisation, die für mich eine Inspiration darstellt und das hierbei einmal mehr bewiesen hat. Sie ist ein high-performer, großartiger Leader und noch besserer Manager – und das ohne ihre menschliche Seite zu verlieren. Vielen Frauen in Führungspositionen, die ich kennen gelernt habe, fällt es schwer, diese wertschätzende, offene nahbare, anständige Seite zu bewahren. Sie aber kann das und jedes Mal wenn ich mit ihr spreche, bin ich danach so inspiriert von ihren bunten Ideen und ihrer Energie und ich würde wahnsinnig gerne für sie arbeiten – aber das ist eine andere Geschichte. Jedenfalls hat sie sich auch in besagtes Meeting eingewählt und als der Standortchef fertig war, übernahm sie. Und beide sprachen mir aus der Seele mit den folgenden Worten (kein Zitat, nur das woran ich mich erinnere und möglicherweise mit meinen eigenen Gedanken, die ich in dem Moment hatte, vermischt):

Unser Leben ist begrenzt. Lebe nicht in der Vergangenheit oder Zukunft, lebe im Moment, was so viel schwerer ist als es im ersten Moment klingt. Genieße jede Sekunde die du hast, denn die Zeit vergeht so schnell. Versuche, in jedem Moment glücklich zu sein und schätze die Menschen um dich herum, denn morgen ist vielleicht der Tag, an dem du einen Anruf bekommst, dass diesem Menschen etwas zugestoßen ist. Das Leben ist viel zu kurz um sich mehr als ein paar Minuten über etwas zu ärgern. Und schlussendlich – be safe, pass auf dich auf. Sie hat wahrscheinlich noch so viel mehr gesagt, aber daran erinnere ich mich. Man hört diese „Klischeeworte“ ab und zu aber durch sie habe ich die wahre Bedeutung erfassen können. Das war absolut das, was ich und wahrscheinlich einige andere Kollegen in diesem Moment hören wollten weil aus solchen Worten eine Art von Trost hervorgeht, die angesichts der Umstände schwer zu finden und so bitter nötig war.

Vielleicht ist einfach nicht wichtig was gestern passiert ist oder was morgen passieren wird. Vielleicht geht es nur um heute. Liebe die Menschen, von denen du umgeben bist, du kannst in fast jedem Menschen etwas Gutes finden. Und, mein Freund, wenn ich dich morgen nicht wieder sehe und unsere Namen irgendwann vergessen werden, dann dreht sich die Erde weiter, so als hätten wir nie existiert. Aber wir wissen, dass wir irgendwann in der Zeit für immer waren, dass wir unglaublich glücklich waren, wir die Zeit unseres Lebens hatten, dass wir die waren, die wir sein wollten und mit den Menschen zusammen waren, die uns wichtig gewesen sind. Und somit haben wir dann den Unterschied ausgemacht, um den es im Leben geht.

Schau nicht wütend auf die Vergangenheit zurück. Brenne, kämpfe, falle, stehe wieder auf und mach weiter. Menschen haben Unfälle, tödliche Krankheiten aber DU bist immer noch hier. Und damit hast du absolut kein Recht, unglücklich zu sein, noch nicht mal für eine Sekunde. Tu was du liebst und tu es oft, die Zeit dafür ist jetzt da weil es vielleicht keine andere Zeit mehr für dich gibt.

Schreibe diejenige Lebensgeschichte, die du selbst lesen möchtest.

 

 

Going on an adventure!

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Ever since I was able to read books about going on an adventure, I desperately wanted to go on one myself. So, I waited for one to come up but somehow, it did not happen. Someday, I managed to find out that there are no such things like adventures in today’s time and I was tremendously disappointed that I cannot simply go on an adventure. So I forgot about this dream of mine and stuck to the daily life. Sad song.

It was just last year when I decided to travel extensively. I had the kind of usual boring travel career actually with a few trips to overseas – but I never travelled on my own and would rather not go somewhere than going solo. That being said, I certainly had great trips in good company of course but I was lacking this experience to rely completely on myself.

This remained like this until a year ago in January 2016 when I decided to go on my first solo trip to London. I wanted to see a certain British actor who performed for a couple of weeks in Soho and I was sure that I would not find anyone to accompany me so I didn’t even ask. Next solo trip took place in June, to Scotland and the pretty south of England. It was one of the best trips I ever had. Needless to say, I was proud of myself.

If someone asks me why I like to travel that much, it’s not easy to answer. People have their reasons for behaving in a certain way for sure. I love to find out who I become in special situations, how I react to challenges and how I grow. Who I am when I return home. And as I am able to do that while seeing unbelievable places, eating amazing food and meeting exciting people, I can’t help but catching another plane to write the next chapter of my story. There is so much to see and explore in this astonishing world, so many moments that take my breath away and I don’t see a single reason to miss that out just because I’m not brave enough or too lazy.

So by the time you read this, I am at the airport once again. This time, on a flight to Taipei. Going solo because I have the utterly amazing chance to live and work in Taiwan for 3 months and this includes lots of small business trips to exciting Asian countries (stay tuned!) I am grateful and beyond happy that this dream is coming true now.

I was wrong years ago: One can still go on adventures in these days. It’s just not including the fighting-save-the-world part anymore; thank God as I’m quite sure I wouldn’t perform too well in that. The world changes and so do we but beauty and hope can be found in every situation if one manages to find the right view.

And by the time you read this, I am on my way to another long-awaited adventure.

 

 

Seitdem ich aus Büchern wusste, dass man auf ein Abenteuer gehen kann, wollte ich das selbst auch mal tun. Also habe ich darauf gewartet, dass sich die entsprechende Gelegenheit bot – aber irgendwie kam sie nicht. Irgendwann habe ich herausgefunden, dass es heutzutage Dinge wie „Abenteuer“ gar nicht mehr gibt und entsprechend enttäuscht war ich, dass man nicht mehr auf Abenteuer gehen kann. Also habe ich diesen Traum vergessen und mich auf den Alltag konzentriert. Traurige Geschichte.

Ich habe erst letztes Jahr entschieden, Reisen zu meiner Priorität zu machen. Bis dahin hatte ich die übliche langweilige „Reisekarriere“ mit ein paar Trips nach Übersee, bin aber nie alleine gereist. Und ich war eher der Typ, der lieber gar nicht reist als alleine. Natürlich hatte ich tolle Erlebnisse in schöner Gesellschaft, aber mir fehlte einfach die Erfahrung, mich komplett auf mich selbst verlassen zu können.

Das änderte sich vor etwa einem Jahr, im Januar 2016 als ich mich entschieden habe, das erste Mal allein zu reisen – nach London. Ich wollte einen britischen Schauspieler sehen, der für ein paar Wochen in Soho auf der Bühne stand und war mir sicher, dass mich niemand begleiten wollte, also habe ich noch nicht mal rumgefragt. Der nächste Trip alleine folgte dann im Juni, nach Schottland und Südengland. Das war eine der tollsten Reisen, die ich jemals hatte und ich war wahnsinnig stolz auf mich.

Wenn mich jemand fragt, wieso ich so gerne reise, ist das nicht so einfach zu beantworten.  Der Mensch hat ja Gründe, weswegen er Verhalten x oder y an den Tag legt. Meine Hauptmotivation ist, dass ich es liebe, herauszufinden, wie ich mich selbst in bestimmten Situationen verhalte, wie ich mich entwickele. Wer ich bin, wenn ich wieder nach Hause komme. Und wenn ich dies in Kombination mit unglaublichen Orten, fantastischem Essen und spannenden Menschen tun kann, kann ich gar nicht anders, als in das nächste Flugzeug zu steigen und ein weiteres Kapitel meiner Geschichte zu schreiben. Es gibt in dieser wunderbaren Welt so viel zu entdecken und zu sehen, so viele atemberaubende Momente, die nur auf mich warten und ich sehe überhaupt nicht ein, das alles zu verpassen, weil ich vielleicht nicht mutig genug bin oder zu bequem.

Und während du das hier liest, bin ich mal wieder am Flughafen. Dieses Mal auf einem Flug über Bangkok nach Taipei und zwar alleine. Ich habe die fantastische Gelegenheit, in Taiwan für drei Monate zu leben und zu arbeiten inklusive einiger Geschäftsreisen in weitere asiatische Länder (Beiträge folgen hier!). Dafür bin ich unendlich dankbar und freue mich wahnsinnig, dass dieser Traum nun wahr wird.

Ich lag vor ein paar Jahren falsch: Man kann heutzutage immer noch auf Abenteuer gehen. Vielleicht nicht unbedingt mit dem „ich-kämpfe-um-die-Welt-zu-retten“- Teil, aber ich schätze, dass ich da sowieso nicht unbedingt so toll abschneiden würde. Die Welt verändert sich und wir uns mit ihr, aber kleine Momente der Schönheit und Hoffnung kann man überall finden, wenn man es schafft, den richtigen Blickwinkel zu finden.

Und während du das liest, bin ich auf dem Weg zu meinem nächsten lang ersehnten Abenteuer.