London. Oder: Die Hauptstadt eines königlichen Entwicklungslandes

Schon die Überschrift dieses Beitrages wird einige Leser zum Stolpern bringen: England – ein Entwicklungsland?!

Oh ja.

Jedenfalls aus meiner eingeschränkten deutschen Sichtweise. Und ich hoffe, im Verlauf des Beitrages kann das auch ein wenig nachvollzogen werden.

Das soll nicht heißen, dass ich England bzw. London in irgendeiner Art und Weise abwerten will. Im Gegenteil. Das Land, die Kultur, der Akzent (!!!), die wahnsinnig laute, pulsierende, lebhafte Hauptstadt – das ist der Wahnsinn. Und irgendwie können sich die Briten leisten, was sie wollen, weil hey, sie sind Briten! Und das war nicht das erste, aber sicherlich auch nicht das letzte Mal, dass ich dort war.

Eigentlich hatte ich diesen Trip mit einer Kollegin / guten Freundin als Bildungsurlaub inklusive Englischkurs geplant, und das schon im November 2015 (Reisezeit war September 2015). Aber ich bin sowieso der Lang-im-Voraus-Planer (sonst kann man sich ja gar nicht auf den Trip freuen, wenn man Last-Minute bucht) und bspw. Flüge sind dann deutlich günstiger. Nunja. Ende Mai kam dann die Nachricht, dass meine Reisepartnerin aus beruflichen Gründen leider verhindert war. Zu der Zeit weilte ich gerade im Urlaub (Istanbul, siehe Beitrag weiter unten) und spontan sprang eine andere Freundin ein – lediglich mit der Info, welchen Ort und Zeitraum dies betraf und dass es um einen Englischkurs ging. Über diese Spontanität staune ich noch heute und kann nur den Hut davor ziehen. Dahat meine Person wirklich noch Lernpotential.

So sind wir nach diversen Um-/Zubuchungen am 04.09.2015 nach London Heathrow aufgebrochen. Nach dem irritierend kurzen Flug mit Blick über die Stadt kamen wir schließlich am frühen Abend an. Ich bin doch mittlerweile schon einige Male geflogen, aber (fast) jedes Mal möchte ich am Fenster sitzen, rausschauen, Fotos machen. Jedes Mal ist der Blick einfach unbeschreiblich und für mich trotzdem noch etwas ganz Besonderes. Und auch wenn es immer Wolken, Sonne und Landschaften sind, ist es doch immer anders.

Über den Wolken... lalala
Über den Wolken… lalala
Die Sonne ist IMMER da
Die Sonne ist IMMER da
London View 1 - Tower Bridge
London View 1 – Tower Bridge
London View 1 - London Eye
London View 2 – London Eye

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unser Quartier bei der Gastfamilie hatten wir erst ab Sonntag gebucht und deshalb noch 2 Nächte im Hostel in Bloomsbury verbracht. Das war für die Verhältnisse der teuersten Stadt der Welt (geht man nach Immobilienpreisen, ist London teurer als NYC) recht günstig und war daher eher so Richtung Backpacker, was aber echt cool war. Nur auf den Luxus eines eigenen Doppelzimmers wollten wir nicht verzichten. Wir wurden nicht enttäuscht und ich kann das Generator Hostel London nur weiterempfehlen, auch Lage absolut top, nette Nachbarschaft und gute Underground Anbindung. Wer allerdings upper standards bevorzugt, sollte weitersuchen; das ist eher basic, aber sehr sauber.

Unser Zimmer 1
Unser Zimmer 1

 

 

 

 

 

 

Unser Zimmer 2
Unser Zimmer 2

 

 

 

 

 

 

 

 

Und los gingen die Erkundungstouren. Ich will hier jetzt nicht alle unsere Wege beschreiben, sondern mich auf die absoluten Highlights beschränken, die mir auch am besten in Erinnerung geblieben sind. Schließlich ist auch die Zeit, das hier zu lesen, kostbar und soll nicht verschwendet werden, deshalb komme ich mal direkt auf den Punkt:

Wir fanden es sinnvoll, uns erst einmal einen Überblick zu verschaffen sowie die nahe Gegend zu erkunden. Ich glaube, ich habe mehrere hundert Bilder einfach nur in den Straßen gemacht, da ich die Atmosphäre, Bauweise und Trubel schon lieb gewonnen habe. Nur hätte es für Anfang September etwas wärmer sein können, aber ich will mich ja nicht beschweren. Die Erkältung, die ich dann statt der Beschwerde hatte, war allerdings überflüssig. Trotzdem sei an dieser Stelle erwähnt, dass Pain Killers, also Schmerztabletten, äußerst günstig zu haben sind. Man zahlt für Paracetamol oder Ibuprofen 35 pence, also etwa 50 Cent. Dafür sind leider die Halsschmerztabletten recht teuer. Doch genug der Flennerei.

Man ist in London und wo geht man hin? Klar, ab zur Tower Bridge! Daran konnte auch der Regen nichts ändern, der uns ab und zu ärgern wollte. Nach einem behelfsmäßigen Supermarkt-Frühstück mit einem Sandwich bestehend aus ungetoastetem Toast und Mayo (da hatten wir die Sticker mit „no mayo“ noch nicht gesehen und konnten daher nicht damit arbeiten), haben wir uns vor dem immer stärkeren Regen dann in einem kuscheligen Café Nero (gibt es in London an JEDER Ecke) in Sicherheit gebracht und ich habe meine erste heiße Schokolade mit Marshmellows obendrauf getrunken. Nun, lange Rede, kurzer Sinn – wir haben es dann doch noch zur Tower Bridge geschafft, wie man sieht.

 

 

 

YUMMY
YUMMY

 

Zu vielen Wolken
Zu viele Wolken

 

 

 

 

 

 

 

221 B Baker Street
221 B Baker Street

 

Naja. Dann – es regnete immer noch – haben wir uns nach einem kurzen Abstecher ins Tate Modern Richtung 221 B Baker Street aufgemacht. Pflichtprogramm in London. Die Straße ist allerdings nicht schön, und wer erwartet, DIE Straße aus der Serie zu sehen, wird enttäuscht werden (siehe Bild links). Außerdem ist die Straße recht breit, also wahrscheinlich ungeeignet als Drehort.

Sherlock-Drehort
Sherlock-Drehort

Geht man aber ein paar Meter weiter zur North Gower Street, wird man als Fan der Serie Sherlock das finden, was man gesucht hat. Auch wenn es doch recht unspäktakulär ist und in der Serie irgendwie keine geparkten Autos vor den Häusern stehen, hat es mich echt gefreut, das mal in Real Life gesehen zu haben!

 

British?!
British?!

Den Abend haben wir dann typisch britisch ausklingen lassen, zumindest auf den ersten Blick, denn das ist Cider und kein Bier. Trotzdem fanden wir aber, dass der Tee einfach ideal dazu passt und repräsentativ für UK ist. Okay, gut, bei genauem Hinsehen kann man vermutlich erkennen, dass das kein schwarzer Tee mit Milch ist, aber wer den Fehler gefunden hat, darf ihn behalten. Das war also schon ein vielversprechendes Auftakt-Wochenende.

Sonntags nachmittags sind wir dann zu unserer Gastfamilie aufgebrochen, Southbank über Belham (ausgesprochen „Bellm“) nach Streatham Common. War ein Stück in die Stadt zu fahren, aber die Anbindung war recht gut. Ich möchte hier keine Bilder von dem Haus der Familie posten, denke, das wäre nicht angebracht. Sie waren super nett zu uns, haben drei Zimmer an Studenten vermietet und einiges an Erfahrung. Trotzdem muss man sagen, und hier kommen wir wieder auf Entwicklungsland zurück, dass die Bausubstanzen in UK definitiv nicht mit deutschen Standards mithalten können. Darüberhinaus ist das mit Fenster putzen, Küche sauber halten und Dusche reparieren auch so eine Sache. Bezüglich Wäsche haben wir uns dann aus hygienischen Gründen für einen Waschsalon entschieden (Achtung, nicht nach Laundry suchen, sondern nach Laundrette, sonst landet man bei einem Wäscheservice!) Erschwerend kam hinzu, dass die Heizung in unserem Zimmer nicht funktioniert hat, was scheinbar auch volle Absicht war oder unsere Host Family zumindest davon gewusst hat, denn uns wurde direkt am Anfang nahe gelegt, wir könnten die vorhandenen Bettflaschen nutzen, sollte uns kalt sein (btw war nur eine für zwei Personen vorhanden, aber da wir sie eh nicht genutzt hätten war das auch egal). Das wurde dann teilweise etwas kalt, bei gefühlten 10 Grad Außentemperatur kann man so eine Wärmequelle schon mal brauchen. Nunja. Frühstück war „continental“, also weißes Toast mit Salzbutter, Marmelade und Tee. Immerhin gab es einen Toaster und Geschirr und auch die Möglichkeit, dies vor Benutzung nochmal abzuspülen (darauf möchte ich jetzt nicht genauer eingehen). Auch unsere chinesische Kollegin, die kein Wort Englisch konnte, und in einem der anderen Zimmer wohnte, war nicht so begeistert davon; aber wir haben uns tapfer durchgekämpft. Klar, dass bei der Kälte mein Schnupfen nicht unbedingt besser wurde, aber wie sagt man so schön? „Reisen ist nur im Rückblick eine glamouröse Angelegenheit“ (Paul Theroux).

Big Ben im Abendlicht
Big Ben im Abendlicht

Wir haben aber dann an anderen Tagen auch wieder besseres Wetter erwischt, sodass wir nach dem Unterricht (Morning Class + Afternoon Class Business English + Einzelunterricht) dann auch noch Zeit hatten, uns die Stadt anzusehen. Ich werde hier nur eine kleine Auswahl an Bildern posten, denn ich denke, die Sehenswürdigkeiten Londons sind hinreichend bekannt.

Sonne auf der Tower Bridge
Sonne auf der Tower Bridge
Sonnenuntergang am Palace
Sonnenuntergang am Palace

 

Piccadilly Circus am Abend 2
Piccadilly Circus am Abend

So viel Sonne.. aber natürlich lohnt sich London auch abends bzw. wenn es dunkel wird. Und man ganz arglos durch die Stadt läuft und dann denkt, komisch, da leuchtet ja was total hell – was ist das nur?

 

 

Piccadilly Circus am Abend 1
Piccadilly Circus am Abend

Werbung gibt es bekanntlich ja in verschiedenen Formen. Und manchmal macht sie in London auch echt Spaß. Auch wenn es das TDK Werbeschild nicht mehr gibt (einfach mal googeln, dann wird klar, was ich meine), sorgt zB Coca Cola für auffällige animierte Werbung. Was würden wir nur ohne sie tun, ohne die Konsumgüterunternehmen?

Das nächste Highlight gab es am ersten Freitagabend. Wir hatten Karten für ein Theaterstück im Barbican (großer Theater in einem von Londons hässlichsten Vierteln). Auf dem Programm stand Hamlet von keinem geringerem als Sir William Shakespeare, denn natürlich MUSS man ein Stück von ihm sehen, wenn man schon in London verweilt. Es begab sich nun rein zufällig (natürlich war das keine Absicht…neeeein), dass Benedict Cumberbatch in der Hauptrolle als Prinz Hamlet zu sehen war. Und da wir uns ja schon die North Gower Street bzw. Baker Street angeschaut hatten, war es eigentlich nur logisch, dass ein solches Stück auch zum Programm gehört. Meine Güte, das war wirklich Schauspielkunst 3 Stunden lang auf dem allerhöchsten Niveau! Mir war nicht bewusst, dass der Hauptdarsteller selbst auch richtig gut Theater spielen kann. Ich war vor ein paar Jahren zwar schon mal in Stratford-Upon-Avon in einem Stück (Richard III) der Royal Shakespeare Company gewesen und dachte daher, dass das Niveau nicht mehr zu toppen ist – aber dieses Stück hier kam verdammt nah ran. Von den Aufwänden her mit Bühnenbild, Kostümen, Effekten her war er das Geld auf jeden Fall wert. Und natürlich Sherlock…ehm, Benedict Cumberbatch live ist ein toller Erlebnis (Übrigens ist er relativ klein, um die 1,80 und superschmal. Er wirkt echt nur so groß in der Serie, weil Martin Freeman so klein ist.) Am Ende gab es dann noch eine nette Aufforderung an David Cameron, mehr Flüchtlinge nach UK aufzunehmen. Wirklich super Erlebnis.

IMG_6668Das Hotel um die Ecke, wo wir uns eigens für das Theater eingemietet haben, war nett (vor allem das Frühstück mit englischen Bohnen, Bacon und so..), hatte aber ein paar ingenieurstechnische Rätsel zu bieten. Gut, ein solches Waschbecken habe ich in UK schon öfter gesehen – aber kann mir bitte mal einer sagen, was der Sinn dahinter ist??? IMG_6670Komisch ging es dann auch weiter, es gab nämlich einen Haken auf dem Boden vor der Heizung, auf dem gut lesbar angebracht war, dass man ihn bitte nicht benutzen soll. Ach ja, über der Heizung war das Fenster. Jemand einen Tipp? Hier ist übrigens auch wieder etwas typisches für dieses Land zu sehen: Teppichboden. Auch in dem Theater und in den Musicaltheatern ist ÜBERALL Teppichboden verlegt; die Folge ist, dass es halt echt nach Käsefüßen riecht. Rule Britannia.

DSC00301Am nächsten Morgen haben wir die Gunst der Stunde genutzt, dass wir direkt in der Innenstadt waren, und haben erst mal Wäsche gewaschen; was ja wie oben beschrieben der Host Family nicht unbedingt empfehlenswert schien. Also sind wir zur Laundrette, was überraschend angenehm war, nachdem wir genug Kleingeld zusammen hatten – denn die Briten sind offensichtlich der Meinung, das Geldwechselautomaten vor Ort nicht nötig sind. Immerhin konnte man Waschmittel direkt vor Ort käuflich erwerben, was uns die ganze Angelegenheit defintiv leichter gemacht hat.

Da geht mehr rein, als man glaubt!
Da geht mehr rein, als man glaubt!

Needless to say, dass der Raum von etwa vier Kameras überwacht wurde (we are watching you on CCTV). Dafür war es super sauber und aufgeräumt, sogar ein Tisch zum Wäsche zusammen legen und Wäschekörbe gab es. Wir konnten uns dabei dann auch mal ganz nett ausruhen, während das Beobachten der Waschtrommel eine sehr beruhigende Wirkung hatte.

 

 

 

Los geht's!
Los geht’s!

Ab zum nächsten Highlight: Coca Cola’s London Eye. Wir haben uns im Rahmen eines Geburtstagsgeschenkes für meine Begleiterin für die Chocolat Tasting Experience entschieden, wobei man da zwei Runden mit dem Teil fährt, nebenbei noch 2-3 Gläser Sekt trinkt und verschiedene Schokolade probiert. Zu guter Letzt (oder zuerst, weil wir die Tüte am Anfang bekommen haben), erhält jeder Teilnehmer noch eine Goodie Bag

hoch hinaus
hoch hinaus

mit einer ordentlichen Pralinenauswahl. Das Ganze fand sonntags gegen 14 Uhr statt und wir haben es nicht für nötig befunden, nach unserem continental breakfast in der Gastfamilie noch etwas zu Mittag zu essen. Daher besaß der inkludierte Sekt wirklich ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis; glücklicherweise haben wir auf den ersten Cocktail in der Sektbar verzichtet (gut, der hätte auch nochmal 10 Pfund extra gekostet). Weise Entscheidung. Schokoladensorten gab es von dunkel über 99% Kakao bis hin zu Chili, Vollmilch, Weiße und Erdbeer. War wirklich ganz nach meinem Geschmack und mit der Aussicht natürlich genial.

Schoki <3
Schoki ❤
Der Chocolat-Tasting-Tree
Der Chocolat-Tasting-Tree

 

 

 

 

 

Ach und selbstverständlich ist die Aussicht aus dem 135 Meter hohen Riesenrad auch nicht zu vernachlässigen. Man hatte zwar immer die Glasscheibe dazwischen, aber scheinbar wird die regelmäßig gereinigt, sonst hätte es alle Fotos gnadenlos verhagelt. Dabei fällt mir doch wieder extrem auf, wie dreckig die Themse wirkt / ist.

Gut, an dem Wetter könnte man mal wieder arbeiten
Gut, an dem Wetter könnte man mal wieder arbeiten
Yehaaa
Yehaaa

 

 

Schoki + Aussicht = Perfekt
Schoki + Aussicht = Perfekt

Und da ich ja jetzt schon mit den Sherlock-Drehorten angefangen habe, wollte ich das natürlich auch fortsetzen. Paparazzi pur. Naja, zumindest was die Drehorte betrifft. Fans der Serie erkennen das (hoffentlich!) wieder, dem Rest sei gesagt, es ist ein Krankenhaus und immerhin das echte New Scotland Yard.

St. Barts: Das gibt es echt!
St. Barts: Das gibt es echt!
New Scotland Yard. Echt.
New Scotland Yard. Echt.
Gemalte Fenster und Tür
Gemalte Fenster und Tür

Und dann ist da noch Leinster Gardens: Ein wunderschönes Wohnviertel nördlich des Hyde Parks. Hier sind fast nur Oberklassewagen geparkt und durch die Lage so nah am Park ist das sicherlich nicht für jeden erschwinglich. War aber sehr angenehm, dort spazieren zu gehen. Wer genau hinschaut, sieht, dass die Fenster in der Mitte grau sind (hinter den Bäumen) – sie sind gemalt. Es steht kein echtes Haus dort, sondern nur eine Fassade. Grund war, dass man den Platz dahinter für den Personennahverkehr benötigt hatte.

London local burger
London local burger

Und da man sich ja sonst nichts gönnt, sind wir dann ins Hard Rock Café essen gegangen, weil das ist ja schon immer ein Erlebnis. Leider steht die Währung ja etwas ungünstig, sodass es wirklich keine günstige Angelegenheit war – dafür aber sehr sehr lecker! Der local Burger war inklusive in Bier gekochter Zwiebel, was erst mal seltsam klingt, aber im Endeffekt richtig lecker ist – kann ich wärmstens empfehlen.

Cocktails gehen immer!
Cocktails gehen immer!
London-Style
London-Style

Auch die dazu bestellten Cockails waren gut, und wir ein paar Pfund extra bekamen wir die doppelte Menge und durften uns dann im Hard Rock Shop zwei Hurricanegläser abholen. Wie schon gesagt, man gönnt sich ja sonst nix, daher gab es für mich gleich noch ein Hard Rock Shirt obendrauf. Ich sollte mal eine Liste schreiben, wie viele ich von wo habe…

Meggesbestellung auf mordern
Meggesbestellung auf mordern

Ansonsten möchte ich noch erwähnen, dass man in einem Megges über einen Bestellautomat ordern kann. Man hat das komplette Angebot sehr übersichtlich inklusive Preise vor einem und zahlt dann mit Kreditkarte. Daraufhin bekommt man einen Beleg und kann dann sein Essen ganz bequem am Pick-Up Schalter abholen. Echt sehr angenehm, könnte man ruhig flächendeckend anbieten. Gut, an dieser Stelle doch nicht ganz entwicklungsländisch aufgestellt. Dafür gibt es fast überall nur einfach verglaste Fenster :-p

 

<3

Kurz wollte ich noch erwähnen, dass in der National Gallery unter anderem mein absolutes Lieblingsbild hängt – der Seerosenteich von Claude Monet. Das dürfte auch das einzige Foto gewesen sein, dass ich in Londons Museen gemacht habe. Aber natürlich möchte ich euch das nicht vorenthalten.

 

Was auch wirklich bemerkenswert in der Stadt ist, dass alles so grün ist. Überall Parks, Wiesen, Bäume und Blumen, äußerst liebevoll und aufwändig gestaltet. Auch außerhalb der größeren Parks wie Hyde Park, Regent’s Park, Green Park und St. Jamess‘ Park gibt es ganz viele grüne Ecken, die unvermittelt vor einem auftauchen.

London kann dann doch Sommer.
London kann dann doch Sommer.

Ich würde sagen, das ist ganz typisch für das Commonwealth, weil ich in Sydney, Hong Kong und Christchurch das genauso erlebt habe. Also damit kennen sie sich wirklich aus. Im Endeffekt hat dann das Wetter auch noch am letzten Tag super schön mitgespielt, sodass wir uns auf der Wiese im Hyde Park zum Mittagessen und zu einem Schläfchen niedergelassen haben.

Reiterampel
Reiterampel

Hier gibt es auch überall Reitwege, und man hat sogar an Wege von Park zu Park gedacht. Da die Pferde da teilweise über die Straßen müssen gibt es – ja genau – Reiterampeln in passender Höhe. Leider habe ich kein Reiter mit Pferd dort stehen sehen, aber prinzipiell liebe ich die Briten für eine solche Idee! Deshalb an dieser Stelle: ein ernst gemeintes „RULE BRITANNIA!“

 

 

 

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Zu guter letzt möchte ich noch erwähnen, dass einer der für mich besten Momente völlig kostenlos war: Evensong in Westminster Abbey. Eigentlich zahlt man für die Besichtigung der Kirche stolze 16 Pfund; besucht man allerdings einen frei zugänglichen Gottesdienst, darf man umsonst rein. Das war eigentlich die Hauptmotivation, einen solchen zu besuchen, aber meine Erwartungen wurden völlig übertroffen. Zum einen gab es da einen extra Chor, zum anderen war es relativ kurzweilig (etwa 45 Minuten). Ich habe fast alles verstanden (okay, es gab gedruckte Programme mit Texten und Liedern dazu) und es war in dieser Kulisse einfach unheimlich ergreifend. Soooo empfehlenswert! Nur darf man keine Fotos von Innen machen, deshalb an dieser Stelle lediglich ein Foto von draußen.

never alone
never alone

Tja, soweit der Bericht aus London. Mit dem Bericht aus dem Unterricht möchte ich euch nicht langweilen, daher schließe ich hiermit und hoffe, ich konnte einen – zumindest kleinen – Einblick vermitteln. Trotz meiner heftigen Erkältung habe ich den Aufenthalt trotzdem genossen und werde, wie gesagt, sicherlich noch öfter nach UK kommen. Wenn auch nicht gleich wieder nach London, denn die Stadt mit ihren vielen Menschen ist doch recht anstrengend (beispielweise Rush Hour in der Unterground). Außerdem ist man dort niemals alleine, woran man immer wieder erinnert wird. Allerdings ist die Stadt so voller Möglichkeiten, voller Energie und voll von so viel purem Leben, dass einem fast schon schwindlig wird.

You find no man, at all intellectual, who is willing to leave London. No, Sir, when a man is tired of London, he is tired of life; for there is in London all that life can afford.
-Samuel Johnson

 

Cannstatter Wasen 2015 … oder „hey baby“ nachts in der Bahn

Eines schönen Morgens gegen 8:45 versammelt sich eine Truppe von sieben Leuten am Busbahnhof in Darmstadt. Mit dabei: diverse alkoholische Getränke von A wie Asti bis Z wie Klopfer (oder so) und es sei an dieser Stelle erwähnt, dass auch richtiger Sekt dabei war. Natürlich dürfen auch selbstgemachte Fleischkäsebletterteigschnecken (heißen die so?), Lebkuchen, Kinder Pingui und Erfrischungsstäbchen nicht fehlen, auch wenn letztere erst am nächsten Tag zum Einsatz kommen würden. Als ein paar Minuten später Person Nummer acht sowohl mit Kaffee als auch Plastikbechern eintrifft, scheint alles geklärt zu sein und es kann losgehen. Der Bus nach Stuttgart erfreut sich an diesem Tage großer Beliebtheit, es werden mehrere kostümierte Personen gesichtet, die ebenfalls einsteigen.

Morgens, halb 10 in Deutschland: Der erste Sekt wird entkorkt, was erstaunlich gut im Bus funktioniert (mit Wasserflaschen ist da noch etwas Übung notwendig, aber der Sekt läuft bzw. nicht, denn er läuft nicht aus). Das Einschänken beherrschen einige Personen ziemlich gut, andere weniger, trotzdem können mit beherztem Eingreifen sämtliche Sitze und Hosen der Mitfahrer vor dem Schaumwein gerettet werden. Damit war die erste Herausforderung erfolgreich bestanden. Etwa zweidreiviertel Stunden später (Stau Richtung Stuttgart – wer hätte es gedacht?) dann „Landung“ auf dem Busbahnhof, weiter mit dem Bus in die Stadt zum Hauptbahnhof und zur Haltestelle. Das Hotel war dieses Mal nicht ganz fußläufig zu erreichen, was dem Prinzip des Angebotes & Nachfrage geschuldet war: Es zeichnete sich schon im Vorneherein ab, dass die Nachfrage an einem Wochenende größer zu sein schien, als das Angebot. Gültigkeit besaß diese Tatsache sowohl für die Tische im Zelt als auch für das Hotel. Und dann war da noch das Klassenfahrtgefühl, und das in unserem Alter…

Nachdem im Hotel weiter vorgeglüht (ja, wir sind cool!), geschminkt ( 😉 ) und fotografiert wurde, war es dann Zeit, sich gen Wasen aufzumachen. Feststellen möchte ich an dieser Stelle, dass schon hier lustige Fotos entstanden sind, sowohl im Hotel, als auch unterwegs.

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Weder der Andrang, noch die ignoranten Türsteher, die uns trotz der Reservierung nicht reinlassen wollten, konnten uns abschrecken. Insbesondere aus dem Andrang und der langen Wartezeit war es uns möglich, sogar positive Konsequenzen (=Fotos) zu ziehen.

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Nach dem Warten..

Dabei stellte sich heraus, dass die Organisatorin so ein schlechtes Gedächtnis hat, dass sie sich a) nicht mehr daran erinnern konnte, wo genau sie den Tisch gebucht hatte und b) augenscheinlich verdrängt hatte, dass sie sich über den Willen des Kollektives hinweggesetzt und wieder einen Tisch am Rand gebucht hat (was sich dann im Nachhinein aber gar nicht also so falsch heraus gestellt hat.. pühhh). So konnten wir bald unseren Tisch Nummer 912 in Beschlag nehmen, der aber eigentlich Tisch 915 war (oder umgekehrt?), wie klar ersichtlich..

915 vs. 912
915 vs. 912
Wir sind richtig :)
Wir sind richtig 🙂

Nunja, von solchen Wiedrigkeiten lässt sich die mittlerweile auf 10 Personen angewachsene Partygruppe wohl kaum ausbremsen! Schließlich ist man mit Bus, Auto und Flieger angereist, da erwartet man ja auch etwas für sein Geld und die Umstände. Konkret wären das dann wohl 54 Gutscheine mit Wert 9,10 bis 9,30. Tja, man gönnt sich ja sonst nix. Und somit haben wir gleich mit einer Runde Mass Bier / Radler / Cola… gestartet und haben eine Runde Wasen-Essen hinterhergeschoben.

Wasen-Essen.. yummy
Wasen-Essen.. yummy

Die Gutscheine gingen auch überraschend schnell weg, aber gezwungenerweise wird ordentlich Trinkgeld gegeben, da die Bedienungen natürlich erstens kein Rückgeld rausgeben und zweitens die Bestellung auf möglichst viele Einzelbestellungen aufteilen. Okay, dafür trotzdem Respekt, was die an Mass Bier tragen können.

Die Einstimmung, so gegen 18 Uhr
Die Einstimmung, so gegen 18 Uhr

Und dann, was soll ich sagen, ging es doch recht schnell mit Nachschub. Die Fotos wurden lustiger (nix für ungut), die Gutscheine weniger und die Musik besser. Um ehrlich zu sein, erinnere ich mich nun nicht wirklich daran, was da lief; außer vielleicht Atemlos und .. nein, nur Atemlos. Eigentlich hatte ich ja extra meine Kamera dabei, aber so eine Frontkamera ist halt schon praktisch. Dazu muss man sagen, dass man über das iPhone ja geteilter Meinung sein kann, aber die Fotos sind doch recht ordentlich.

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Damit ging der Abend doch schon recht vergnüglich los. Natürlich ist es nicht unbedingt ratsam, sechs Stunden nur im Zelt rumzusitzen. Daher haben wir uns einfach nach altbewährter Methode aufgeteilt und in zwei Gruppen abwechselnd das Volksfest unsicher gemacht. Hier vermerke ich jedes Mal erstaunt, dass niemand verloren gegangen ist bzw. beide Gruppen immer wieder den Weg zurück zum Zelt und darüberhinaus zum Tisch finden! Ich bin begeistert und stelle fest, dass da dann vielleicht zu wenig Bier im Spiel war…?

IMG_7054Der Ausflug der Gruppe 1 führte über Geisterbahnen, Pommesstände hin zu einem Schnaps-Stand, bei dem erst leckerer Pfirsischlikör genehmigt wurde (bis auf eine Jägermeister-Trinkerin) um dann eigentlich zum vermeintlichen Kirschlikör überzugehen. Leider stellte sich dieser als Kirschwasser heraus (wobei es einfach wie Wodka roch) und wurde promt im Mülleimer entsorgt. Dem Spaß tat dies jedoch selbstverständlich keinen Abbruch, im Gegenteil. Dazu trugen auch die Gläser bzw. Plastiker mit Jägermeisterlogo, was ja bekanntlich nie schaden kann, bei. Über den Jägermeister lässt sich bezüglich des Geschmacks ja bekannterweise diskutieren, während das Logo eigentlich immer was her macht; manche sind davon mehr und andere weniger begeistert. Und nicht zuletzt sind die Weisheiten des Standes – sofern sie denn Interesse des Betrachters auf sich gezogen haben – in Erinnerung geblieben.

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Die Tüte, kurz vor dem Umbau in einen Papierflieger

Nach Pizza und Magenbrot war die Stimmung dann auf einem Höhepunkt angelangt, der sich dadurch zeigte, dass gewisse Tüten kurzerhand in Hüte umgewandelt wurden. Leider ließ diese in der Stabilität zu wünschen übrig, sodass sie als Papierflieger ihr trauriges Ende auf dem Asphalt ihr Ende fand. RIP. So sind eben Schicksale. Immerhin hatten wir mehr Spaß mit der Tüte, als diese je zu hoffen gewagt hatte (okay, das klingt komisch…).

Erfolgreich
Erfolgreich

Aber selbstverständlich hatte auch Gruppe 2 ihren Spaß. Von Suchen & Finden einzelner Gruppenmitglieder über Schießen, Lose ziehen bis hin zu Handys außeinander nehmen und Crêpe essen war für jeden Geschmack etwas dabei. Je nachdem natürlich erfolgreich (Finden des verschollenen Gruppenmitgliedes, Schießen, Lose kaufen) oder aber auch weniger erfolgreich (Handys auseinander bauen). Aber wie alles im Leben kann auch nicht nicht jede Aktion so funktionieren.

Auch erfolgreich, wenn auch der Gesichtsausdruck nicht damit konform geht
Auch erfolgreich, wenn auch der Gesichtsausdruck nicht damit konform geht

Schade nur, dass dieses Mal keine Asiaten nach einem Bild mit original kostümierten und geschminkten Klischee-Deutschen gefragt haben. Hm. Naja gut, da gibt es wohl eine Aufgabe für nächstes Jahr. Luft nach oben schadet schließlich niemals. (Es ist nicht überliefert, was genau der Gewinn bei den Losen war. Allerdings konnte verzeichnet werden, dass ein Stoffpferdechen, welches frappierende Ähnlichkeit mit einem Esel besitzt, im Rahmen des Schießens gewonnen werden konnte. Fürs Protokoll).

Der Weihnachtsmann!
Der Weihnachtsmann!

Nach diesen beiden Ausflügen konnte dann die Party im Zelt weitergehen, nochmal verstärkt durch die interessanten Menschen, die ab und zu an unseren Tisch kamen, um Fotos zu machen. Unter anderem ein Typ mit T-Rex Kostüm oder der Weihnachtsmann höchstpersönlich. Eine rot-weiß karierte Mütze kann ich hier nicht als Kostüm zählen, wobei auch jemand im nicht-flauschigen Kuh-Kostüm beobachtet wurde. Ich würde jetzt nicht sagen, dass der Alkoholkonsum übertrieben worden ist, allerdings sind doch einige Bilder entstanden, die ich hier niemandem vorenthalten möchte.

Das Pferdchen hat einen bequemen Platz gefunden
Das Pferdchen hat einen bequemen Platz gefunden
Auaaa BIERKRUG!
Auaaa BIERKRUG!
p-p-partey!
p-p-partey!

Und weil’s so schön war noch einmal… (war es aber wirklich, möchte ich behaupten). Die Fotos werden zunehmend peinl… öhm, witziger. Dabei nochmal großes Lob an alle, niemand hat wegen der Paparazzi seinen Bodyguard rufen müssen. Ach ja, festgestellt wurde auch, dass bei zunehmendem Alkoholspiegel zumehemende Wahllosigkeit bezüglich Gabeln und Messern für Nachtische herrscht. Ich hoffe, es hatte keiner Herpes :-p

wait for it...

wait for it…

das Pferd landet!
das Pferd landet!

joah. läuft.

mehr BIER bitte!
mehr BIER bitte!
what...?
what…?

So. Die restlichen Bilder gibt es bei Dropbox oder sowas. Ich hoffe, es hat allen Spaß bereitet und der Return on Investment auf die Investition war overall satisfying. Ich finde, der value war klar erkennbar, lessons learned ist möglicherweise, dass der free cash-flow im Zelt noch etwas höher sein könnte, um den möglichst großen Benefit aus den Gutscheinen zu gainen.

Hoffe, diese Investition wird weiterhin mit AAA bewertet und nächstes Jahr von allen Teilnehmenden in Erwägung gezogen und im Businessplan durchgerechnet. Ich möchte zu bedenken geben, dass selbst in der final phase dieses Projektes noch jede Menge Amusement dadurch erzeugt worden ist, „hey baby“ in der Bahn zu singen und der eigenen Schadenfreude Aufwind zu verpassen, in dem man fest stellte, dass es eigentlich echt witzig ist, Bahntüren der Reihe nach aufzudrücken. Oder halt zumindest dabei zuzusehen.

Es war mir eine Ehre, mit Ihnen zu den Wasen reisen zu dürfen.
Bis dahin.

Istanbul

Was für eine Stadt.

Wunderschön. Vielfältig. Ursprünglich.
Istanbul ist nicht unbedingt das Ziel, welches einem zuerst einfällt, wenn man nach einer Idee für einen Städtetrip sucht. Eigentlich kam ich selbst auch nur durch Zufall darauf, weil auf dem Rückflug von der türkischen Riviera aus darüber weg geflogen, und das bei Nacht. Nach dieser Aussicht stand die Stadt definitiv auf meiner Kurztrip-Liste. Passenderweise konnte ich mit ein wenig Überzeugungsarbeit auch ein paar Freunde dazu motivieren und sieben Monate nach besagtem Ausblick ging es los.

Die Lufthansa bietet die besten Preise inklusive einem Gepäckstück dort hin, auch wenn das Streikrisiko natürlich nicht zu vernachlässigen ist. Wir hatten aber Glück und kamen daher ein einem Mittwochnachmittag Ende Mai 2015 dort an. Leider hatte ich versäumt, mir eine detaillierte Offlinekarte auf mein Smartphone zu packen oder den Ort unserer Unterkunft auf der Papierkarte im Reiseführer zu vermerken. Mit dem Gedanken „so grob weiß ich es“ lief es leider nicht ganz wie geplant, dazu kommt, dass die Adressenbeschreibung in Istanbul etwas anders läuft: Der konkrete Ort bspw. an einer Kreuzung setzt sich aus den zwei Straßennamen zusammen, welche dort kreuzen und hintendran kommt noch eine Bezeichnung für das Viertel (zumindest glaube ich, dass es das war). Nunja, was soll ich sagen. Mit Rollkoffern durch Sulthanamet war ein Erlebnis und ich habe noch in keiner Stadt so viele hilfsbereite Menschen getroffen; mehrere haben direkt ihr Smartphone gezückt, den Straßennamen eingegeben und uns den Weg dann gezeigt. Nach ein paar Umwegen, die ich auf Kommunikationsbarrieren und die deutsche Orientierung an Regeln und geraden Straßen zuschreibe, hatten wir es dann doch geschafft. Unsere Unterkunft im besagten Stadtteil Sulthanamet kann ich nur empfehlen und war recht günstig: Wir haben von Mittwoch bis Sonntag insgesamt 285 € für 5 Personen gezahlt („Alhambra Residence“), war super sauber und die Zimmer ziemlich groß. Hier bin ich von meinen Mitreisenden darauf hingewiesen worden, dass das WLAN wohl nur mit dem iPhone so wirklich funktioniert hat; die Android und Blackberry (ja, das gibt es noch, überrascht mich auch immer wieder…) Smartphone-Besitzer haben es sich dann so nah wie möglich am Router bequem gemacht (bis heute glaube ich, dass sie denken, dass das Zufall war…) Von unserer Unterkunft aus haben wir dann für die Abreise ein Shuttle zum Flughafen gebucht, für 5 Euro pro Person. Sieht man von dem relativ teuren Flugpreis ab (Ryanair fliegt Istanbul (noch) nicht an), ist das wirklich eine recht günstige Stadt. Um die Ecke konnte man „Chicken-Döner“ für umgerechnet 1 Euro bekommen; den türkischen Tee gab es aufs Haus dazu. Nice to do ist auf jeden Fall auch ein türkischer Bäcker.

Tee aufs Haus
Tee aufs Haus
fırıncı - Bäcker
fırıncı – Bäcker

Ich weiß, ich bin ungesund auf das Essen und möglicherweise auch auf das Trinken fokussiert, aber ich kann hier nicht schließen, ohne eine bestimmte Location zu erwähnen: Die Raggae-Bar. Hamster Mathilda und ein Hund machen das Ganze zu einer sehr wohnlichen Angelegenheit, und bei Stromausfall werden romantische Kerzen auf den Tischen verteilt. Very nice. Die Raumgestaltung allerdings ist eine klasse für sich und spiegelt den Namen recht nett wieder. Da ich dies mit jeder Beschreibung einschränken würde, folgt nun eine visuelle Idee (keinesfalls Übersicht, da ich lange nicht alles fotografieren konnte). Von Avicii über John Lennon bis hin zu Cocktailschirmchen und Einmachgläsern war hier alles vertreten.

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Nahe an den Sehenswürdigkeiten kann man zu deutschen Preisen essen, aber nicht so überteuert wie bspw. in italienischen Großstädten. Natürlich haben wir es trotzdem geschafft, überteuert zu essen, aber ich würde sagen, einmal kann man sich das leisten. Insbesondere wenn auf dem Wein solch ein netter Warnhinweis steht und es die theoretische Aussicht auf das Meer gibt (wenn es denn hell ist…).

Wein - schau mal, das machen die nicht nur in USA so...
Wein – schau mal, das machen die nicht nur in USA so…

Sightseeing ist natürlich unverzichtbar in Istanbul, gerade wer „Diabolus“ von Dan Brown gelesen hat, wird auch ein gesteigertes Interesse an der Hagia Sofia oder der Zisterne haben. Ist auch meiner Meinung nach wirklich zu empfehlen; außerdem wie schon erwähnt die Blaue Moschee (NEIN, Hagia Sofia und Blaue Moschee sind nicht das Selbe.) Aber darüber gibt es schließlich genug Reiseführer, also deswegen hier eher kurz gefasst. Schließlich gibt es kaum etwas Langweiligeres, als die Urlaubsbilder eines anderen anschauen… habe ich mir sagen lassen. Die Person möchte sich allerdings hier nicht zitiert sehen.

Hagia Sofia - eins von Istanbuls' must-dos
Hagia Sofia – eins von Istanbuls‘ must-dos
Zisterne. Room for improvement for photo quality.
Zisterne. Room for improvement for photo quality.
Blaue Moschee unter blauem Himmel
Blaue Moschee unter blauem Himmel

Hat man sich erst mal angewöhnt, die konsequent aufdringlichen Tourifänger, die einen in ihr Restaurant ziehen wollen, zu ignorieren, kommt man sogar recht schnell dorthin. Oder aber man fährt Bahn / Boot oder natürlich Taksi (was wir aber nicht ausprobiert haben). Für lieber-lange-Schläfer wie mich ist das mit dem frühen Aufstehen natürlich nicht so einfach, aber im Urlaub und der niedrigen Frequentierung der Sehenswürdigkeiten zu Liebe geht das schon mal. Glücklicherweise sind wir dann mehr so rein zufällig vor dem Gewürzbasar gelandet, erst beim zweiten Mal mussten wir den aktiv suchen. Fällt möglicherweise nicht von außen auf, wohl aber durch den Geruch (was soll ich sagen.. herrlich). Netterweise gab es natürlich noch ein paar mehr Marktstände da, und wenn ein hübsches Shirt mit der Aufschrift „I don’t need google – my wife knows everything“ dann in das Auge des Betrachters fällt, ist der auch gewillt, diese nicht-typischen Händler eines zweiten Blickes zu würdigen und sich damit zu arrangieren. Wobei es so viele von denen gibt, dass sie schon wieder typisch sind. Whatever.

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Gewürzmarkt. Schade, dass Gerüche (noch nicht) fotografierbar sind
Gewürzmarkt. Schade, dass Gerüche (noch nicht) fotografierbar sind
Keine Gewürze, aber trotzdem schön. Farben sind glücklicherweise fotografierbar.
Keine Gewürze, aber trotzdem schön. Farben sind glücklicherweise fotografierbar.

Ach ja, da wäre noch der Taksim-Platz, da sucht man sich allerdings besser einen Tag aus, an dem dieser nicht von der polis gücü („Polizei“ auf Türkisch) abgesperrt ist und Wasserwerfer vorgefahren werden, dann lassen die einen nämlich auch auf den Platz. Wobei man erst dann erkennt, dass der Beruf der polis gücü insbesondere in Istanbul sehr attraktiv für ebensolche jungen Männer zu schein scheint, die dann noch von der üniforma (…keine Übersetzung nötig…) aufgewertet werden. Allerdings erscheint es mir ratsam, sich dann nicht allzu lange auf dem Platz bzw. den Straßen aufzuhalten, die dort hin führen; denn wenn sogar Zara seinen Rolladen vor dem Geschäft runter lässt (und das mitten am Tag!) könnten da ein paar witzige Dinge passieren, die den deutschen Humor möglicherweise überfordern würden. Deshalb haben wir dann nur noch nett einen Kaffee getrunken (oder notwendigerweise Erdbeer- statt Vanillemilchshake, denn die Frage der Kellner an die Kunden, ob der König – also Kunde, weil Kunde = König – etwas anderes bzw. genau DAS andere haben möchte, wenn das eigentlich Bestellte aus ist, wird offensichtlich völlig überbewertet…immer diese deutsche Pedanterie) und sind dann wieder ins sichere Sulthanamet, wo uns der liebe Bünjamin (unser Gastgeber) dann in das Flughafenshuttle verabschiedet hat.

Nun war der Trip nicht gerade „one night in bangkok“, unter anderem weil er länger war als eine Nacht, und diese des Öfteren von Muezzinen unterbrochen wurde, dennoch ist Istanbul ein ideales Reiseziel für ein paar Tage: Einfach mal etwas Neues, Ansätze einer anderen Kultur (NEIN, das zählt nicht als Asien!!!) und wirkliche Freundlichkeit erleben, wenn Einheimische, die gerade selbst ein Kaffee trinken, auf einen zukommen und anbieten, zu helfen, weil man offensichtlich die Orientierung verloren hat. Oder wenn dies Businessmänner auf dem Heimweg tun. Jetzt aber schnell gedanklich wieder heim noch Deutschland, wo man sich ziemlich sicher sein kann, keine Hilfsangebote von Fremden zu bekommen – dann muss man ja selbst auch keine machen *big sigh*.

Fazit: Großer Spaß, wunderschöne Stadt, ideale Gruppe.

Jederzeit wieder.

[Die Tatsache, dass die Fertigstellung dieses Beitrages erst im Oktober 2015 erfolgen konnte, lässt in keinster Weise Rückschlüsse auf die Reisequälität zu. Wenn doch, dann höchstens, dass mir diese Reise so positiv in Erinnerung ist, dass es mir sogar nach 5 Monaten noch wichtig ist, diesen Beitrag zu Ende zu bringen.]